Küchengestaltung ist eine kleine Wissenschaft für sich. Denn meist wird hier mit begrenztem Raum gearbeitet, der aber mit ein paar essentiellen Einrichtungsstücken gestaltet werden muss – denn ohne Spüle, Kühlschrank und Arbeitsfläche ist eine Küche keine echte Küche. Doch das macht die Planung nun mal auch schwieriger.

Daher sind Küchen auch nicht einfach Pi mal Daumen planbar. Ein großes Wohnzimmer kann vielleicht auch noch eingerichtet werden, wenn die Möbel schon bestellt sind, doch eine Küche? Da muss schon alles passen, sonst müssen Möbel möglicherweise zurückgeschickt werden oder man lebt mit einer Küche, die nicht genug Platz bietet. Planung ist das A und O.

Frage 1: Wie viel Platz ist vorhanden?

Bevor überhaupt irgendwelche Möbel, Küchenzeilen oder Dekorationen in Frage kommen, müssen die Maße der Küche genommen werden. Denn nur so weiß man, welche Küchenvarianten überhaupt in Frage kommen. Einbauküchen werden meist an die Gegebenheiten angepasst, während eine Küchenzeile schon fertig geliefert wird und somit festen Platz braucht. Dieser Unterscheidungen muss man sich bewusst sein. Winkelküchen können Abhilfe schaffen, indem sie nicht nur an einer Wand platziert werden, sondern über Eck gehen.

Bevor man sich über Material, Design und Komfort Gedanken macht, müssen erst einmal die Rahmenbedingungen geklärt sein: Wie viel Platz gibt es für Spüle, Kühlschrank, Kochfelder und Arbeitsplatten? Muss der Kühlschrank schmal aber hoch sein, um neben die Arbeitsfläche zu passen? Muss eine Miniküche mit nur zwei Kochfeldern gewählt werden, um Platz zu sparen?

Alle anderen Dinge – wie Regale, ein Esstisch oder Spielereien – müssen erst im nächsten Schritt bedacht werden. Denn am Ende des Tages wird eine Küche nun mal in erster Linie zum Kochen genutzt. Bei den essentiellen Dingen Abstriche zu machen, ist also keine gute Idee.

Frage 2: Wofür wird die Küche genutzt?

Dass Kühlschrank und Co. ihren festen Platz einnehmen und Priorität haben, heißt jedoch nicht, dass die Küche keinen Individualismus zulassen würde. Denn jeder nutzt seine Küche anders. Einige Menschen wollen lieber in einem Ess- oder im Wohnzimmer essen, manche wollen einen Esstisch in der Küche. Wieder andere haben sogar einen Fernseher in der Küche.

Daher muss vor der Einrichtung geklärt werden, wie viel Zeit in der Küche verbracht wird und welche Aufgaben sie erfüllt. Das ist entweder eine persönliche Entscheidung oder aber eine gemeinsame, wenn es Mitbewohner, Partner oder Familienmitglieder gibt, die ein Wörtchen mitzureden haben.

Einige Beispiel für die Küchennutzung:

  • Aufenthaltsfunktion – in der Küche wird nicht nur gekocht, sondern auch gegessen und der Esstisch wird auch für Spieleabende oder Homeoffice genutzt.
  • Kochfunktion – in der Küche wird nur gekocht, es gibt keinen Essbereich.
  • Wohlfühlfunktion – die Küche wird aufwändig gestaltet, enthält viele Zimmerpflanzen und es gibt Sitzgelegenheiten.

Ist geklärt, was die Küche erreichen soll, kann sie weiter eingerichtet werden. Besonders kleine Räume bieten meist weniger Gestaltungsoptionen. Eine Miniküche oder eine praktische Küchenzeile bieten sich hier an, kombiniert mit Stauraum unter der Arbeitsfläche oder durch Regale und Schränke an den Wänden.

Größere Küchen können hingegen noch aufgeteilt werden. Der Essbereich ist auf der einen Seite, die Kochmöglichkeiten auf der anderen. Hierbei sollte immer auf ausreichend Platz für das Kochen geachtet werden, damit es nicht zu Unfällen kommt.

Frage 3: Lieber ein tolles Design oder Funktionalität?

Die dritte und letzte Frage bezieht sich darauf, wie viel Kreativität bei der Gestaltung wirken darf. Denn manch eine Wohngemeinschaft möchte eine Küche einfach nur zum Kochen nutzen, eine andere will mehr daraus machen – ist Letzteres der Fall, können auch tolle Designoptionen ausprobiert werden.

Küchen aus Holz sind besonders edel, sind meist jedoch auch anfälliger für Schäden. Wichtig ist außerdem, dass alles im selben Stil gehalten wird, um die edle Ausstrahlung zu behalten. Dunkle Küchen sind ebenfalls im Trend, funktionieren aber nur mit großen, hellen Fenstern. Auch die Energieeffizienz kann eine Priorität sein und mit nachhaltigen Möbeln kombiniert werden.