VKI: Sonnencremes von Billig-Onlineplattformen – katastrophales Testergebnis

Wien (OTS) – Extrem niedrige Preise und die riesige Produktauswahl
auf
chinesischen Onlineplattformen sind verlockend. Viele
Österreicher:innen bestellen daher nicht nur Kleidung, sondern
zunehmend auch Kosmetik- und Pflegeprodukte – darunter
Sonnenschutzmittel – auf Plattformen wie Shein, Temu oder AliExpress.
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat nun gemeinsam mit
europäischen Verbraucherorganisationen Sonnencremes von Billig-
Onlineplattformen auf ihre Inhaltsstoffe und ihre Schutzwirkung
untersucht. Das Ergebnis ist alarmierend: Kein einziges Produkt ist
empfehlenswert. Es wurden schwere Mängel beim UV-Schutz sowie
verbotene oder bedenkliche Inhaltsstoffe festgestellt. Weitere Infos
gibt es auf www.vki.at/Sonnencremes-Billigplattform-2026 .

Im Rahmen eines internationalen Gemeinschaftstests unter der
Federführung der französischen Verbraucherorganisation Que Choisir
Ensemble (QCE) wurden 14 No-Name-Sonnencremes auf Plattformen wie
Temu, Shein und AliExpress bestellt. Zum Zeitpunkt des Einkaufs
kosteten die Produkte zwischen 27 Cent und 7,59 Euro pro 100
Milliliter. In Österreich sind einige dieser Produkte auf den
Plattformen Alibaba und Joom erhältlich.

Verbotener Inhaltsstoff 4-MBC

Von den 14 bestellten Produkten konnten letztlich nur sieben
getestet werden. Einige wurden gar nicht oder erst mit erheblicher
Verspätung geliefert und konnten daher nicht mehr berücksichtigt
werden. Drei weitere Produkte enthielten laut Inhaltsstoffliste den
in der EU verbotenen UV-Filter „4-MBC“. Sie hätten in der EU gar
nicht erst in Umlauf gebracht werden dürfen. Diese Produkte wurden
daher von einer weiteren Testung ausgeschlossen. „Für 4-MBC gilt seit
Mai 2026 ein vollständiges Verkaufsverbot, weil ernsthafte
Sicherheitsbedenken bestehen, insbesondere hinsichtlich der
hormonellen Wirkung und unklarer Langzeitrisiken“, erklärt VKI-
Kosmetik- und Chemikalienexpertin Birgit Schiller.

Mehr Bodylotion als Sonnenschutzmittel

Das Testergebnis fällt vernichtend aus: Vier der sieben
untersuchten Produkte sind nicht als Sonnenschutzmittel einzustufen.
Obwohl sie mit Lichtschutzfaktor 50, 50+ oder sogar 90 bzw. 90+
beworben werden, erfüllen sie nicht einmal die Mindestanforderungen
an Sonnenschutzmittel. „Diese Mindestanforderungen liegen bei einem
Lichtschutzfaktor von 6 beziehungsweise einem UVA-Schutzfaktor von
2“, kritisiert Birgit Schiller. „Diese Produkte sind damit eher als
Bodylotions denn als Sonnencremes einzustufen.“

Kein Produkt empfehlenswert

Lediglich ein einziges Produkt erreichte beim UV-Schutz ein
akzeptables Ergebnis. Empfehlenswert ist es dennoch nicht, da es den
UV-Filter OMC enthält. Dieser gilt als potenziell hormonell wirksamer
Stoff (endokriner Disruptor), der auch mit negativen Auswirkungen auf
Korallenriffe und die Meeresumwelt in Verbindung gebracht wird. Somit
ist kein einziges getestetes Produkt empfehlenswert.

„Ein fehlender oder deutlich zu geringer UV-Schutz kann zu
Sonnenbrand, vorzeitiger Hautalterung und langfristig zu einem
erhöhten Hautkrebsrisiko führen“, warnt VKI-Expertin Birgit Schiller
abschließend. „Unsere klare Empfehlung lautet daher: Finger weg von
No-Name-Sonnenschutzmitteln von Billig-Onlineplattformen.“

SERVICE: Weitere Infos zum Thema gibt es auf
www.vki.at/Sonnencremes-Billigplattform-2026 . Der VKI führt in
regelmäßigen Abständen Tests zu Sonnenschutzmitteln durch. Der letzte
Test, zu Sonnencremes für Kinder, ist auf
www.vki.at/sonnenschutzmittel-2026 einsehbar. Hier finden sich auch
zahlreiche empfehlenswerte Sonnenschutzmittel für Groß und Klein.

O-Töne für Journalist:innen sind auf www.vki.at/Presse/PA-
Sonnencremes-072026 verfügbar.

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