Gesundheitsrisiken: Neue Studie vom LBI SOAP zeigt besondere Bedeutung von Wissenschaftskommunikation für Risikowahrnehmung

Wien (OTS) – Als im Mai 2026 ein Hantavirus-Ausbruch auf dem
Kreuzfahrtschiff
Hondius für Schlagzeilen sorgte, blieb die Beunruhigung in der
Bevölkerung insgesamt gering. Eine Online-Befragung von 836 Personen
des LBI für Wissenschaftsvermittlung und Pandemievorsorge zeigt
jedoch: Je risikobetonter die öffentliche Kommunikation wahrgenommen
wurde, desto stärker die Verunsicherung – und dieser Zusammenhang war
bei Wissenschaftler:innen rund dreimal so stark wie bei
journalistischer Berichterstattung.

Im Mai 2026 wurde international intensiv über einen Ausbruch des
Andes-Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius berichtet, teils
sogar über ein mögliches Pandemiepotenzial. Gesundheitsbehörden
stuften das Risiko für die Allgemeinbevölkerung jedoch rasch als
gering ein. Ein Team von Psycholog:innen am Ludwig Boltzmann Institut
für Wissenschaftsvermittlung und Pandemievorsorge an der
Medizinischen Universität Wien (LBI SOAP) untersuchte von Ende Mai
bis Anfang Juni 2026, wie die öffentliche Kommunikation wahrgenommen
wurde und wie stark sich Menschen durch das Virus beunruhigt fühlten.
Das Thema war dabei sehr präsent: Fast die Hälfte der Befragten (45 %
) war mehrmals pro Woche oder täglich damit konfrontiert, 6 von 10
suchten aktiv nach Informationen.

Zwtl.: Wissenschaftskommunikation prägt die Risikowahrnehmung stärker
als journalistische Medienberichte

Die durchschnittliche Beunruhigung fiel niedrig aus. Gleichzeitig
hing sie eng damit zusammen, wie die Kommunikation wahrgenommen
wurde: Wer die Berichterstattung als risikobetont empfand, war
stärker beunruhigt. Bemerkenswert ist, dass dieser Zusammenhang für
die Kommunikation durch Wissenschaftler:innen etwa dreimal so stark
ausgeprägt war, als für journalistische Berichterstattung. Das größte
Vertrauen brachten die Befragten insgesamt der Wissenschaft entgegen,
gefolgt von Gesundheitsinstitutionen wie der WHO oder dem Robert Koch
Institut.

„Unsere Ergebnisse zeigen, wie sensibel die Öffentlichkeit darauf
reagiert, in welcher Weise über Gesundheitsrisiken gesprochen wird.
Gerade Wissenschaftler:innen tragen mit ihrer Kommunikation
maßgeblich dazu bei, wie Menschen ein Risiko einordnen – das ist
Verantwortung und Chance zugleich“, so Dr. Julia Holzer, Leiterin der
Forschungsgruppe.

Zwtl.: Psychische Belastungen hängen mit Beunruhigung und Vertrauen
zusammen

Auch die psychische Gesundheit spielte eine Rolle. Personen, die
während der COVID-19-Pandemie stärkere negative Emotionen erlebt
hatten oder aktuell ein geringeres Wohlbefinden aufwiesen,
berichteten von mehr Beunruhigung und bewerteten die
Vertrauenswürdigkeit von Wissenschaftler:innen und Journalist:innen
tendenziell geringer. Die Effekte waren klein, verweisen aber darauf,
dass individuelle Belastungen sowohl mit der Risikowahrnehmung als
auch mit der Bewertung von Informationsquellen zusammenhängen können.
Bei der nicht repräsentativen Studie handelt es sich um eine
Übersicht erster Ergebnisse.

Weitere Informationen zur Studie:
https://soap.lbg.ac.at/news/hantavirus-und-risikowahrnehmung-in-der-
bevoelkerung-erste-ergebnisse-einer-aktuellen-studie/?lang=de

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