Wien (OTS) – Österreichs Tourismus bleibt auf Wachstumskurs. Von
Jänner bis August
wurden laut den heute veröffentlichten vorläufigen Zahlen von
Statistik Austria 117,89 Millionen Nächtigungen gezählt – das ist ein
Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Ankünfte
stieg um 2,9 Prozent auf 35,08 Millionen .
Auch die bisherige Sommersaison entwickelt sich positiv: Von Mai
bis August wurden 63,31 Millionen Nächtigungen verzeichnet, 2,3
Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2025. Die Zahl der Gäste legte
sogar um 3,7 Prozent auf 20,33 Millionen zu. Der August selbst blieb
mit 21,33 Millionen Nächtigungen auf dem hohen Niveau des Vorjahres.
Für Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner sind die Zahlen
kurz vor dem Welttourismustag am kommenden Sonntag ein starkes Signal
für die Branche: „117 Millionen Nächtigungen in acht Monaten zeigen,
wie stark und international gefragt unser Tourismus ist. Dahinter
stehen aber keine abstrakten Rekorde, sondern zehntausende Betriebe
und hunderttausende Menschen, die jeden Tag dafür sorgen, dass Gäste
gerne nach Österreich kommen. Tourismus ist ein Kraftwerk für
Wertschöpfung in unseren Regionen – angefangen vom Familienhotel über
das Wirtshaus bis zur Seilbahn, vom Handel bis zum regionalen
Produzenten.“
Drei von vier Nächtigungen kommen aus dem Ausland
Besonders stark bleibt die internationale Nachfrage. Rund drei
Viertel aller Nächtigungen seit Jahresbeginn entfallen auf Gäste aus
dem Ausland. Die Auslandsnächtigungen stiegen auf 88,79 Millionen,
während auch die Nachfrage aus Österreich mit 29,10 Millionen
Übernachtungen stabil blieb.
Deutschland bleibt mit 43,89 Millionen Nächtigungen mit Abstand
wichtigster Auslandsmarkt. Besonders dynamisch entwickelte sich
Tschechien mit einem Plus von 10,6 Prozent auf 3,59 Millionen
Übernachtungen. „Tourismus ist Dienstleistungsexport vor Ort. Der
Gast kommt zu uns und bringt Kaufkraft in unsere Städte, Täler und
Gemeinden. Gerade in Regionen, in denen es nicht an jeder Ecke einen
Industriebetrieb gibt, schafft der Tourismus Arbeitsplätze, Einkommen
und wirtschaftliche Perspektiven. Diese Stärke müssen wir erhalten“,
so die Staatssekretärin.
„Ein voller August allein reicht nicht“
Gleichzeitig warnt Zehetner davor, touristischen Erfolg
ausschließlich an immer neuen Nächtigungsrekorden zu messen.
Mit der Vision T hat Österreich deshalb erstmals eine
Tourismusstrategie bis 2035 vorgelegt, die stärker auf Wertschöpfung,
Wertschätzung und Werterhalt setzt. Im Mittelpunkt steht ein
Tourismus, der „wertvoll für alle – 365 Tage im Jahr“ sein soll. „Ein
voller August ist erfreulich. Aber ein voller August allein macht
noch keinen wirtschaftlich gesunden Betrieb. Entscheidend ist, was am
Ende bei den Betrieben, den Beschäftigten und in den Regionen
ankommt. Unser Ziel sind nicht einfach immer mehr Gäste. Wir wollen
mehr Wertschöpfung pro Gast, stärkere Betriebe und mehr
wirtschaftliche Chancen über das ganze Jahr.“
Genau deshalb soll die Nachfrage stärker auf Frühling und Herbst
verteilt werden. Das schafft zusätzliche Wertschöpfung außerhalb der
klassischen Hochsaison, stärkt Ganzjahresarbeitsplätze und ermöglicht
den Betrieben eine bessere Auslastung ihrer Investitionen.
Vision T: Wettbewerbsfähig bis 2035
Die politische Leitlinie dafür bildet die Vision T. Sie setzt
neben Ganzjährigkeit und Wertschöpfung auf wettbewerbsfähige
Betriebe, ausreichend Arbeitskräfte, weniger Bürokratie sowie
Innovation und Digitalisierung. „Österreich gehört zu den
erfolgreichsten Tourismusländern der Welt. Unser Anspruch muss sein,
dass das auch 2035 noch so ist. Das gelingt nicht, indem wir uns auf
guten Nächtigungszahlen ausruhen. Wir müssen investieren, Innovation
ermöglichen, unsere Familienbetriebe stärken und Tourismus als echten
Wirtschaftsstandort denken.“