Wien (OTS) – „Seit wann müssen selbstständige Frauen wieder darauf
warten, dass
Männer darüber entscheiden, ob ihnen eine Unterstützung zusteht? Wir
reden ständig über Gleichstellung und die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf. Aber wenn es konkret wird, steht ausgerechnet die SPÖ auf
der Bremse. Gleichstellung darf keine Frage der Beschäftigungsform
sein. Eine Frau ist nicht weniger Frau, ihre Arbeit nicht weniger
wert und ihre Mutterschaft nicht weniger schützenswert, nur weil sie
selbstständig ist. Selbstständige und unselbstständige Mütter
gegeneinander auszuspielen, ist sozial ungerecht und ein Rückschritt
in der Frauenpolitik“, kritisiert Wirtschaftsbund-Generalsekretärin
und Nationalratsabgeordnete Tanja Graf die Blockade beim geplanten
Betriebszuschuss für selbstständige Mütter.
550 Euro aus der eigenen Sozialversicherung und trotzdem wird
blockiert
Dabei geht es um eine einfache und längst notwendige Verbesserung:
Selbstständige Frauen, die während der Schwangerschaft und nach der
Geburt ihren Betrieb weiterführen und ihre
Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, sollen zum Wochengeld einen
einmaligen Betriebszuschuss von 550 Euro erhalten. „Wir
Unternehmerinnen bezahlen unsere Sozialversicherungsbeiträge selbst.
Und genau aus diesem Versicherungssystem soll auch der Zuschuss
finanziert werden. Wir verlangen kein Geschenk und keine
Sonderbehandlung. Wir wollen Gerechtigkeit für Frauen, die
Verantwortung für ihre Familie und ihren Betrieb tragen“, stellt Graf
klar.
Muchitsch blockiert – wo bleibt die Frauenministerin?
Besonders irritiert zeigt sich Graf über die Haltung von SPÖ-
Sozialsprecher Josef Muchitsch: „Herr Muchitsch, die SPÖ spricht bei
jeder Gelegenheit von sozialer Gerechtigkeit. Aber gilt diese
Gerechtigkeit nur für Frauen im Angestelltenverhältnis? Oder auch für
jene, die selbstständig sind, Arbeitsplätze schaffen und ihre
Sozialversicherungsbeiträge selbst bezahlen? Gleichstellung darf doch
nicht an der Tür eines Unternehmens enden!“
Auch Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner nimmt Graf in die
Verantwortung: „Frau Ministerin, jetzt wäre der richtige Zeitpunkt,
zu zeigen, dass Frauenpolitik tatsächlich für alle Frauen gemacht
wird. Nicht nur für Arbeitnehmerinnen, sondern auch für jene, die den
Mut haben, ein eigenes Unternehmen zu führen. Es kann doch nicht
sein, dass ein Sozialsprecher darüber entscheidet, ob selbstständige
Mütter eine längst notwendige Verbesserung bekommen.“
Unternehmerinnen brauchen Unterstützung statt politischer
Machtspiele
Für Graf ist die Situation auch aus ihrer eigenen unternehmerischen
Erfahrung nachvollziehbar: „Ich bin selbst Unternehmerin und weiß,
dass man einen Betrieb nicht einfach auf Pause drücken kann.
Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und laufende
Kosten verschwinden nicht. Und wenn eine Unternehmerin Mutter wird,
trägt sie doppelte Verantwortung – für ihr Kind und für ihren
Betrieb. Genau deshalb brauchen wir Lösungen, die im echten Leben
funktionieren.“
Abschließend fordert Graf ein rasches Ende der Blockade: „Frauen
brauchen keine politischen Machtspiele auf ihrem Rücken. Sie brauchen
Gerechtigkeit und Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen,
Familie und Unternehmertum zu vereinen. Und eines sollte im Jahr 2026
selbstverständlich sein: Selbstständige Frauen sollten nicht darauf
warten müssen, dass Männer ihnen zugestehen, was ihnen zusteht. Herr
Muchitsch, beenden Sie diese Blockade!“