Wien, 10.07.2026 (OTS) – Bei einer Wanderung zum Peilstein-Haus im
Wienerwald informierten
Vertreter der alpinen Vereine Bundesminister Norbert Totschnig wie
Fördermittel dringend notwendige Sanierungen von Wegen und
Schutzhütten ermöglichten. Sie betonten bei dem Treffen, dass alpine
Infrastruktur im öffentlichen Interesse nur dann erhalten werden
könne, wenn auch in Zukunft eine Unterstützung aus öffentlicher Hand
gesichert sei.
Mit Beginn der Sommerferien zieht es wieder viele Menschen in die
Berge, um Bergsport zu betreiben, um die Natur zu erleben und um sich
zu erholen. Ohne Wanderwege und Schutzhütten wäre dies nicht möglich.
Bei einer Wanderung am 10. Juli zum Peilstein-Haus im Wienerwald
tauschte sich daher Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig mit
Vertretern der alpinen Vereine über aktuelle Herausforderungen aus.
Wege und Hütten werden zumeist von Ehrenamtlichen und
Freiwilligen alpiner Vereine betreut. Immer öfter stoßen sie mit
dieser Aufgabe aber an ihre Grenzen. Steigende Bau- und
Sanierungskosten erschweren die Instandhaltung. Ebenso werden
behördliche Auflagen komplexer und Extremwetterereignisse,
hervorgerufen durch den Klimawandel, verursachen immer häufiger
Schäden.
Zwtl.: Zusätzliche Fördermittel
„Schutzhütten und Wege sind ein wichtiger Bestandteil für den
Tourismus und für die österreichische Berg- und Freizeitkultur. Durch
gezielte Förderungen unterstützen wir jene, die diese Infrastruktur
mit großem Engagement erhalten. Wichtig ist, dass die Mittel dort
ankommen, wo der Bedarf am größten ist – bei konkreten Projekten in
den Regionen“, betont Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und
Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft .
Für 2025 und 2026 hat der Bund jährlich jeweils 7,72 Mio. Euro
bereitgestellt. Diese Förderoffensive hat im letzten Jahr Tourismus-
Staatssekretärin Elisabeth Zehetner angekündigt. 2,72 Millionen Euro
werden davon regulär vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie
und Tourismus (BMWET) finanziert. Weitere fünf Mio. Euro kommen aus
dem EU-Förderprogramm zur Ländlichen Entwicklung (LE) für deren
Verteilung das Ministerium von Norbert Totschnig zuständig ist und
die vom Tourismusressort des BMWET kofinanziert werden.
Insgesamt wurden für 2025 und 2026 um vier Mio. Euro mehr als in
den Jahren zuvor bereitgestellt. Die Regierung reagierte damit auf
die von den alpinen Vereinen initiierte Petition „Notruf aus den
Alpen“, hinter der sich 2025 über 100.000 Unterstützer:innen
stellten. Der neue Call für die LE-Förderung wird kommende Woche
erwartet. Die alpinen Vereine setzen sich konsequent dafür ein, dass
die Förderung der alpinen Infrastruktur über das EU-Programm
jedenfalls bis 2034 gesichert bleibt.
Die Förderoffensive hatte im letzten Jahr Tourismus-
Staatssekretärin Elisabeth Zehetner angekündigt. Im Engagement der
alpinen Vereine sehe sie einen „Gewinn für die Gäste, für die
Menschen in den Regionen und den heimischen Tourismus insgesamt“.
Ziel der Unterstützung sei laut Zehetner auch, die regionale
Wertschöpfung dort anzukurbeln, wo sie entsteht, nämlich direkt in
den Tourismusregionen.
Im laufenden Jahr 2026 können mit den Mitteln Projekte wie die
Generalsanierung des Schneealpen-Hauses (Steiermark) und der Peter-
Anich-Hütte (Tirol) des Österreichischen Alpenvereins umgesetzt
werden. Außerdem wird damit auch der Umbau des Roseggerhauses (
Steiermark) der Naturfreunde Österreich sowie die nach einem
Sturmschaden dringend erforderliche Erneuerung der Materialseilbahn
zum Graf-Meran-Haus (Steiermark) des Österreichischen Touristenklubs
ermöglicht.
Zwtl.: Zielgerichteter Einsatz
„Die Förderungen kommen dort an, wo die Mittel am dringendsten
gebraucht werden“, erklärt Leopold Füreder, Landesvorsitzender der
Naturfreunde Tirol : bei der Sanierung von Schutzhütten, bei
Maßnahmen zur Energie- und Wasserversorgung sowie beim Erhalt von
Wegen und sicherheitsrelevanter Infrastruktur.
Jeder Euro, der in Schutzhütten investiert werde, wirke mehrfach,
so Clemens Matt, Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins :
„Die Alpine Infrastruktur sorgt für Sicherheit am Berg, für
naturverträgliche Besucherlenkung, für regionale Wertschöpfung und
für den freien Zugang zur Bergwelt. Entscheidend ist jetzt, diese
Wirkung nicht als einmalige Entlastung zu verstehen, sondern als
Auftakt für eine langfristige Finanzierung“.
Zwtl.: Alpine Infrastruktur ist öffentliches Interesse
Aus Sicht des Verbandes alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ) ist
klar: Die nun erhöhten Förderungen seien ein wichtiger Meilenstein
zum Erhalt der alpinen Infrastruktur, sagt VAVÖ-Präsident Gerald-
Dunkel Schwarzenberger , aber zur Sanierung und zur Bewahrung des
rund 50.000 Kilometer lange Wegenetzes und der 272 Schutzhütten in
alpiner Lage sind insgesamt 95 Mio. Euro erforderlich: „Die alpinen
Vereine beweisen seit Jahrzehnten, dass sie mit öffentlichen Mitteln
verantwortungsvoll und wirkungsorientiert umgehen. Die aktuellen
Förderungen lösen konkrete Probleme und sichern Schutzhütten und
Wege, die allen Erholungssuchenden dienen. Damit das auch in Zukunft
möglich bleibt, braucht es über 2027 hinaus Verlässlichkeit.“
Gerald Dunkel-Schwarzenberger verweist auf den Nationalen und
Regionalen Partnerschaftsplan der EU für den Budgetzeitraum 2028 bis
2034. Hier müssten Wege und Schutzhütten entsprechend der Petition
„Notruf aus den Alpen“ berücksichtigt werden. Dies wäre ein Schritt
in die richtige Richtung, um die alpine Infrastruktur langfristig
abzusichern und für kommende Generationen zu erhalten.
Link: notruf-aus-den-alpen.at
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