Wien (OTS) – Mit der KI-Assistenz ida startet die Public AI
Initiative ihre erste
breit verfügbare Anwendung für Bürgerinnen und Bürger. ida ermöglicht
es, Fragen zu digitalen Verwaltungsangeboten in natürlicher Sprache
zu stellen und unmittelbar verständliche Antworten zu erhalten.
Österreich setzt damit einen weiteren Schritt bei der KI-gestützten
Modernisierung der Verwaltung – mit dem Ziel, öffentliche Services
einfacher, zugänglicher und serviceorientierter zu gestalten.
„Mit ida bekommt jede Bürgerin und jeder Bürger einen digitalen
Assistenten vom Staat – rund um die Uhr, in einfacher Sprache und
vollständig in Österreich betrieben. Das ist Digitalisierung, die
Nutzen bringt und das Leben vereinfacht“, so
Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll.
ida: Verwaltungswissen in verständlicher Sprache
Unter dem Namen „ida“ – kurz für intelligente digitale Assistenz –
ist ab sofort ein KI-basierter Chatbot auf oesterreich.gv.at, id-
austria.gv.at sowie in der App „ID Austria“ verfügbar. Bürgerinnen
und Bürger können ihre Fragen frei formulieren und erhalten rund um
die Uhr Antworten in verständlicher Alltagssprache.
ida unterstützt etwa bei Fragen zur Registrierung der ID Austria,
zu eAusweise, zur digitalen Signatur, zu Wohnsitzangelegenheiten oder
zu weiteren Verwaltungsleistungen. Die KI-Assistenz bereitet komplexe
Informationen allgemein verständlich auf, reduziert den Suchaufwand
und führt direkt zu den passenden offiziellen Inhalten. Dadurch
werden Zugangshürden gesenkt und häufig wiederkehrende Anliegen
einfacher beantwortet.
„Auf oesterreich.gv.at und id-austria.gv.at stehen umfassende
Informationen für unterschiedliche Lebenslagen und Verwaltungsthemen
zur Verfügung. Wer eine konkrete Frage hat, muss sich künftig nicht
mehr selbst durch eine Vielzahl von Seiten arbeiten: Mit ida kann die
Frage einfach so gestellt werden, wie man sie auch im Alltag
formulieren würde“, so Pröll.
Was ida kann – und was (noch) nicht
ida ist ein Informations- und Orientierungsangebot. Die KI-Assistenz
beantwortet allgemeine Fragen auf Basis der veröffentlichten Inhalte
von oesterreich.gv.at und id-austria.gv.at und zeigt die verwendeten
Quellen transparent an. Sie hat jedoch keinen Zugriff auf persönliche
Konten, Register, Akten oder laufende Verfahren. ida kann keine
Anträge einbringen, Daten ändern, Bescheide erlassen oder
rechtsverbindliche Auskünfte erteilen. Bei persönlichen, rechtlich
komplexen oder verfahrensbezogenen Anliegen bleiben die
Originalquellen und die zuständige Behörde maßgeblich. Persönliche,
telefonische und digitale Beratungsangebote werden durch ida ergänzt,
aber nicht ersetzt.
Durch mehrwöchige Fachtests mit mehr als 4.600 Testanfragen wurde
die Antwortqualität von ida vor dem Start umfassend geprüft und
laufend fachlich sowie technisch optimiert. Damit wurden Genauigkeit
und Verlässlichkeit der Antworten bestmöglich erhöht. Da generative
KI im Einzelfall dennoch unvollständige oder fehlerhafte Antworten
liefern kann, weist ida die zugrunde liegenden offiziellen Quellen
transparent aus.
Sicher, souverän und datenschutzkonform
Das technische Fundament bildet die „Large Language Model as a
Service“-Plattform des Bundesrechenzentrums, die speziell für
Einsatzszenarien im öffentlichen Sektor konzipiert wurde. ida greift
ausschließlich auf qualitätsgesicherte Inhalte von oesterreich.gv.at
und id-austria.gv.at zurück.
Die Konzeption folgt konsequent den Prinzipien digitaler
Souveränität, des Datenschutzes und der IT-Sicherheit. Als Basis
dient eine europäische KI-Technologie von Mistral AI. Die
vollständige technische Infrastruktur wird durch das
Bundesrechenzentrum in Österreich betrieben; eine Verarbeitung auf
ausländischen Cloud-Infrastrukturen findet nicht statt.
ida erstellt keine Nutzerprofile und verwendet Eingaben nicht zum
Training von KI-Modellen. Es werden technische Schutzmechanismen zur
Wahrung des Datenschutzes angewendet . Die bereinigten Chatverläufe
werden ausschließlich zur Qualitätssicherung und zur Bearbeitung von
Auskunftsbegehren für höchstens 90 Tage gespeichert und anschließend
gelöscht. Tracking und Profiling finden nicht statt.
Ausblick: Vom Informations-Chatbot zum persönlichen Public AI
Agenten
Der nächste Entwicklungsschritt ist klar: ida soll Bürgerinnen und
Bürger künftig nicht nur informieren, sondern sie personalisiert
durch digitale Amtswege führen. Mit der AVG-Novelle wird der
verfahrensrechtliche Rahmen geschaffen, damit Anbringen und Anträge
künftig auch über Chatbots eingebracht werden können, sofern die
zuständige Behörde diese technische Möglichkeit anbietet. Nutzerinnen
und Nutzer sollen ihr Anliegen in natürlicher Sprache formulieren,
die erforderlichen Angaben schrittweise erfassen und den Amtsweg nach
ausdrücklicher Bestätigung sicher übermitteln können.
Die Weiterentwicklung soll schrittweise auf Basis der
Nutzungserfahrungen sowie nach fachlicher, rechtlicher, technischer
und sicherheitsbezogener Prüfung erfolgen. Perspektivisch soll jede
Nutzerin und jeder Nutzer der ID Austria einen persönlichen Public AI
Agenten zur Seite haben, der Verwaltungsservices individuell
zugänglich macht und auf Wunsch durch den gesamten digitalen Amtsweg
begleitet.
„Mit ida starten wir heute bei verständlichen und leicht
zugänglichen Verwaltungsinformationen. In einem der nächsten Schritte
sollen Amtswege personalisiert über den Chatbot ermöglicht werden –
von der ersten Frage bis zum eingebrachten Antrag. Unser Ziel ist,
dass jede Nutzerin und jeder Nutzer der ID Austria künftig einen
persönlichen Public AI Agenten zur Seite hat, der sicher durch
digitale Verwaltungsservices führt. Die Entscheidung und Kontrolle
bleiben dabei immer beim Menschen“, so Pröll abschließend.
Public AI: Gemeinsame Infrastruktur für die Verwaltung
ida ist die erste breit verfügbare Bürgerinnen- und Bürgeranwendung
der Public AI Initiative. Die Initiative verfolgt das Ziel,
Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll, sicher und an den
Bedürfnissen der Menschen orientiert in der öffentlichen Verwaltung
einzusetzen. Mit ida wird dieser Anspruch erstmals unmittelbar für
eine breite Öffentlichkeit nutzbar.
Public AI setzt dabei auf das Prinzip „Shared Service First“:
Statt einzelner Insellösungen werden gemeinsame KI-Infrastrukturen
und wiederverwendbare Anwendungen für die Verwaltung entwickelt.
Dadurch werden technologische Souveränität, einheitliche
Sicherheitsstandards und ein effizienter Einsatz öffentlicher
Ressourcen gestärkt.