St. Pölten (OTS) – Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen
Jahr veranstaltete
Notruf Niederösterreich in Melk zum zweiten Mal eine
organisationsübergreifende Fortbildung für medizinisches
Fachpersonal. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Roten Kreuz St.
Pölten und der Feuerwehr Melk. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus
unterschiedlichen Einsatzorganisationen beschäftigten sich dabei mit
Situationen, die im Einsatzalltag selten vorkommen, im Ernstfall aber
höchste Professionalität, klare Kommunikation, klare Abläufe und ein
präzises Zusammenspiel aller Beteiligten verlangen. Polizei,
Österreichisches Bundesheer, ziviler Rettungsdienst, Acute Community
Nurses (ACN) und Feuerwehr brachten dafür ihre unterschiedlichen
Kompetenzen und Erfahrungen ein.

Ein besonderes Zeichen für die Bedeutung der
organisationsübergreifenden Zusammenarbeit setzte auch der im Rahmen
der Veranstaltung stattfindende Inspektionstermin mit hochrangigen
Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und der
Sicherheitsfamilie Niederösterreichs. Vor Ort waren etwa die
Landesräte Eva Prischl und Martin Antauer.

„Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen – auch über die Grenzen
der einzelnen Organisationen hinweg. Wer gemeinsam übt, kann
gemeinsam rasch und sicher helfen. Dieses Training stärkt unsere
Einsatzkräfte und kann im Ernstfall Leben retten. Mein Dank gilt
allen, die sich darauf vorbereiten, für andere da zu sein, wenn es
darauf ankommt“, betont Landesrat Martin Antauer.

„Medizinische Großübungen sind unverzichtbar, um auf
außergewöhnliche und lebensbedrohliche Einsatzlagen bestmöglich
vorbereitet zu sein. Klare Abläufe und ein eingespieltes
Zusammenspiel aller beteiligten Einsatzorganisationen schaffen
Sicherheit, stärken die Zusammenarbeit und tragen dazu bei, im
Krisenfall rasch und bestmöglich helfen zu können. Ich danke allen
beteiligten Organisationen, Einsatzeinheiten und Mitwirkenden für ihr
großes Engagement und die hervorragende Kooperation“, strich
Gesundheitslandesrätin Eva Prischl den professionellen Verlauf der
Einsatzsimulation hervor.

Ebenso vor Ort waren die Leiterin der Abteilung Gesundheitsrecht
des Landes Niederösterreich, Astrid Weber, die Bezirkshauptleute
Daniela Obleser (Melk) und Andreas Riemer (Tulln), der Melker
Bürgermeister Patrick Strobl, Landesmilitärkommandant Georg
Härtinger, Landespolizeidirektor Franz Popp, Samariterbund-Präsident
Hannes Sauer, Wasserrettungs-Präsident Markus Schimböck,
Bezirksfeuerwehrkommandant Manfred Babinger,
Bezirksrettungskommandant Lukas Dangl sowie die Rotkreuz-
Geschäftsführer Sebastian Frank (St. Pölten) und Dominik Gruber (Melk
). Gemeinsam mit zahlreichen weiteren hochrangigen Vertreterinnen und
Vertretern der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben
machten sie sich vor Ort ein Bild von der professionellen
Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einsatzorganisationen und der
Versorgung durch Sanitäterinnen und Sanitäter unter besonders
herausfordernden Einsatzbedingungen.

Im Mittelpunkt standen die besonderen Herausforderungen bei Amok-
und Terrorlagen sowie bei Ereignissen mit mehreren Schwerverletzten.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartete ein praxisnahes Programm
aus Fachvorträgen, medizinischen Skilltrainings und realitätsnahen
Einsatzszenarien im Stationsbetrieb. Dabei ging es nicht nur um
einzelne medizinische Maßnahmen.

Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf den Schnittstellen zwischen
den Organisationen: Wer übernimmt in welcher Phase welche Aufgaben?
Wie kann die medizinische Versorgung in einer dynamischen und
möglicherweise weiterhin gefährlichen Lage organisiert werden? Und
wie müssen Einsatzkräfte unterschiedlicher Organisationen
zusammenarbeiten, damit Patientinnen und Patienten möglichst rasch
und bestmöglich versorgt werden können?

Gerade bei außergewöhnlichen Einsatzlagen kann sich die Situation
innerhalb kürzester Zeit verändern. Informationen sind zu Beginn oft
unvollständig, gleichzeitig müssen Sicherheitsmaßnahmen,
Einsatzführung und medizinische Versorgung eng aufeinander abgestimmt
werden.

„Außergewöhnliche lebensbedrohliche Einsatzlagen können wir nur
gemeinsam bewältigen. Entscheidend ist, dass die Zusammenarbeit nicht
erst dann beginnt, wenn der Ernstfall eintritt. Wir müssen die
Abläufe, Möglichkeiten und Arbeitsweisen der anderen Organisationen
kennen und bereits vorher gemeinsam trainiert haben. Genau dafür
schaffen wir mit dieser Fortbildung einen Rahmen: voneinander lernen,
miteinander üben und damit gemeinsam besser vorbereitet sein, wenn es
darauf ankommt“, erklärt Josef Schmoll, Geschäftsführer von Notruf
Niederösterreich.

Weitere Informationen: Notruf Niederösterreich, Telefon:
02742/24700-25144, E-Mail: [email protected]