St. Pölten (OTS) – Am morgigen 20. Juli richtet sich der Blick
traditionell in den
Himmel. Der Weltraumforschungstag erinnert an historische
Meilensteine der Raumfahrt – von der ersten Mondlandung bis zur
Marsmission Viking 1. Niederösterreich schreibt dabei längst seine
eigene Erfolgsgeschichte: Mit Europas erstem ESA Phi-Lab, der neuen
Space Factory, innovativen Satellitenprojekten und einem stetig
wachsenden Space-Ökosystem entwickelt sich das Land zu einem der
bedeutendsten Raumfahrtstandorte Europas. Bereits mit Franz Viehböck
stellte Niederösterreich den ersten Österreicher im All. Heute wird
diese Geschichte fortgeschrieben – durch zahlreiche
Forschungseinrichtungen, Start-ups und Technologieunternehmen, die
täglich an den Innovationen von morgen arbeiten. Raumfahrt ist damit
längst kein Zukunftstraum mehr, sondern ein bedeutender Wirtschafts-
und Innovationsmotor für Niederösterreich.
„Raumfahrt ist eines der spannendsten Zukunftsfelder unserer
Zeit. Niederösterreich hat sich in den vergangenen Jahren zu einem
starken Innovationsstandort für Space-Technologien entwickelt. Mit
dem ESA Phi-Lab Austria, der neuen Space Factory und innovativen
Unternehmen schaffen wir die besten Voraussetzungen dafür, dass aus
Spitzenforschung wirtschaftlicher Erfolg wird. In Niederösterreich
greifen wir nach den Sternen und unsere Betriebe erreichen sie auch“,
betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
„Forschung im Weltraum hilft uns, die Welt hier unten besser zu
verstehen – von Wetterextremen über Naturgefahren bis zu Fragen, die
unseren Alltag und unsere Zukunft betreffen. Die gewonnenen
Erkenntnisse fließen in Umwelt- und Klimaforschung, moderne
Technologien und neue Anwendungen ein, die den Menschen in
Niederösterreich direkt zugutekommen. Sie zeigen, wie wichtig
Wissenschaft für ein gutes, sicheres und zukunftsfähiges Leben ist“,
so der für die Wissenschaft zuständige LH-Stellvertreter Stephan
Pernkopf.
Ein zentraler Baustein dieser Entwicklung ist das ESA Phi-Lab
Austria am Flughafen Wien-Schwechat. Seit seiner Eröffnung im Jahr
2024 – als erstes ESA Phi-Lab Europas – unterstützt es Unternehmen
und Forschungseinrichtungen dabei, innovative Raumfahrttechnologien
zur Marktreife zu bringen. Bisher wurden bereits neun Projekte
aufgenommen, mehr als 50 neue Arbeitsplätze geschaffen und über 3,6
Millionen Euro an ESA-Phi-Lab-Mitteln investiert. Mit der Eröffnung
der Space Factory im Juni 2026 wurde das Angebot nochmals
entscheidend erweitert: Start-ups, Forschungseinrichtungen und
Technologieunternehmen erhalten dort Zugang zu modernster
Entwicklungs-, Prototyping- und Testinfrastruktur.
Allein in den vergangenen Monaten hat sich der
niederösterreichische Space-Standort rasant weiterentwickelt. Mit
Unternehmen wie Enpulsion, Confident Space, Fantana, tenics und GG
Goes 2Space wächst das Space-Ökosystem kontinuierlich weiter.
Enpulsion zählt mit mehr als 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu
den international erfolgreichsten Raumfahrtunternehmen Österreichs
und entwickelt am Standort im Office Park am Flughafen Wien-Schwechat
elektrische Antriebssysteme für Mikro- und Kleinsatelliten, die
weltweit im Einsatz sind. Gemeinsam stärken diese Unternehmen
Niederösterreichs Kompetenzen in den Bereichen Satellitentechnologie,
Erdbeobachtung, Flight Software, Sensorik und Hightech-Komponenten
für den Einsatz im All. Rund um den Flughafen Wien-Schwechat entsteht
damit ein international sichtbarer Space Hub, der Forschung,
Wirtschaft und internationale Partner an einem Standort verbindet.
Dass diese Strategie bereits konkrete Ergebnisse hervorbringt,
zeigen aktuelle Satellitenprojekte. R-Space entwickelt mit der
Mission IOD-01 den ersten vollständig in Österreich entwickelten und
gefertigten kommerziellen Satelliten. Enpulsion liefert dafür als
Technologiepartner das elektrische Antriebssystem, der Start der
Mission ist für den Spätsommer 2026 geplant. Das aufstrebende Space-
Tech Unternehmen GATE Space kann mit dem renommierten EIC Grant einen
großen nächsten Skalierungsschritt setzen und wird Ihre innovative
Antriebstechnologie in den nächsten Monaten ins All bringen. All
diese Unternehmen stehen beispielhaft dafür, wie aus
niederösterreichischer Forschung marktfähige Spitzentechnologie mit
internationaler Strahlkraft entsteht.
„Vor wenigen Jahren war vieles noch Vision, heute arbeiten in
Niederösterreich Start-ups, Forschungseinrichtungen und
Industriepartner gemeinsam an Technologien für die Raumfahrt von
morgen. Diese Dynamik ist einzigartig. Das ESA Phi-Lab Austria und
die Space Factory bieten genau jene Infrastruktur und internationale
Vernetzung, die innovative Unternehmen brauchen, um ihre Ideen bis in
den Orbit zu bringen“, sagt Michael Moll, Geschäftsführer von accent
und Leiter des ESA Phi-Lab Austria.
Neben dem Space Hub in Schwechat trägt auch Wiener Neustadt
wesentlich zur Erfolgsgeschichte bei. Mit der Fachhochschule Wiener
Neustadt, der FOTEC sowie weiteren Forschungs- und
Technologieeinrichtungen verfügt Niederösterreich über
jahrzehntelange Erfahrung in der Luft- und Raumfahrtforschung. Diese
enge Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Infrastruktur macht
den Standort europaweit einzigartig und schafft ideale
Voraussetzungen für neue Unternehmensgründungen und internationale
Kooperationen.
„Der Weltraumforschungstag zeigt, welche Kraft in Forschung,
Technologie und Unternehmergeist steckt. In Niederösterreich
entstehen aus Ideen konkrete Innovationen, aus Forschung marktfähige
Technologien und aus visionären Projekten erfolgreiche Unternehmen.
Genau diesen Weg wollen wir weitergehen: Wir stärken unsere
Forschungseinrichtungen, unterstützen innovative Betriebe und
schaffen die Rahmenbedingungen, damit Spitzentechnologie aus
Niederösterreich weltweit und künftig auch im Orbit eingesetzt wird.
Damit positionieren wir unser Bundesland Schritt für Schritt als
einen der führenden New-Space-Standorte Europas“, so Landeshauptfrau
Johanna Mikl-Leitner.