Neuer „Fonds zur Armutsbekämpfung und Sozialen Innovation“ startet mit Projekt der Tafel Österreich

Wien (OTS) – Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist für
armutsbetroffene
Menschen alles andere als selbstverständlich und steht nun im Rahmen
des neu gegründeten Armutsfonds durch das BMASGPK im Zentrum der
Bemühungen der Tafel Österreich. Mehr als 90.000 armutsbetroffene
Menschen (darunter mehr als 20% Kinder und Jugendliche) in über 180
sozialen Einrichtungen sollen in diesem geförderten Projekt von der
breiten, kostenfreien Lebensmittelhilfe der Tafel Österreich
nachhaltig profitieren.

Mit 01.08.2026 startet Die Tafel Österreich als erster
ausgewählter gemeinnütziger und mildtätiger Verein im Rahmen des vom
Sozialministerium neu etablierten „Fonds zur Armutsbekämpfung und
Sozialen Innovation“ ihr gefördertes Projekt „Sicherstellung einer
gesunden und ausgewogenen Ernährung für armutsbetroffene Menschen in
sozialen Einrichtungen“.

Zwtl.: Neuer Fonds kombiniert Armutsbekämpfung mit sozialer
Innovation

Der Fonds zur Armutsbekämpfung und Sozialen Innovation (FASI)
wurde geschaffen, um die Lebensbedingungen von armuts- und
ausgrenzungsgefährdeten Menschen sowie von vulnerablen
Personengruppen zu verbessern. Im Fokus stehen dabei die Förderung
der sozialen Teilhabe und Chancengleichheit von Zielgruppen wie u. a.
Alleinerziehenden, Mehrkind-Familien, und von Obdach- oder
Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen oder Kindern und Jugendlichen
mit sozioökonomischen Benachteiligungen.

Die Tafel Österreich versorgt über Sozialeinrichtungen als
Partnerorganisationen treffsicher genau jene Menschen, die in
absoluter Armut leben. Diese Personen hatten bereits vor den
anhaltenden Teuerungswellen extreme Probleme, über die Runden zu
kommen, und drehen bei Lebensmitteln und anderen Ausgaben jeden Cent
zweimal um. Gleichzeitig leidet gerade diese Personengruppe
überdimensional oft an chronischen Erkrankungen (>50%).

Seit 2023 hat sich der Schwerpunkt der Tätigkeit der Tafel
Österreich auf die Umverteilung von Lebensmittelüberschüssen aus der
Landwirtschaft ebenso verlagert wie auf die Versorgung von sozialen
Einrichtungen in ganz Österreich. Dadurch kann eine Vielzahl von
unterschiedlichen, karitativen Organisationen (z.B. Mutter-Kind-
Häuser, Frauenhäuser, Obdachlosenheime, Flüchtlingsherbergen,
Tagesberatungsstellen) mit kostenfreien Lebensmittelspenden versorgt
werden. An dem Erfolg beteiligt ist auch ein breites Netzwerk vieler
hundert Warenspender:innen, von Landwirt:innen,
Erzeugergemeinschaften, Produzent:innen, (Groß-)händler:innen bis hin
zu Gemeinschaftsverpflegern wie z.B. Betriebsküchen.

Zwtl.: Die Tafel Österreich: offenes, vernetztes Ökosystem mit
Skalierungspotential

Der gesellschaftliche Mehrwert der kostenfreien Lebensmittelhilfe
für die eigene Sozialberatung wird von den Sozialeinrichtungen sehr
geschätzt, das bestätigt eine rezente Publikation des Zentrums für
Nonprofit-Organisationen und Social Impactder WU Wien zur in
karitativen Einrichtungen erhobenen Wirkung der Tafel Österreich 1 .
Erst vor kurzem wurde weiters vom Zentrum für Soziale Innovationen
der WU Wien die Bedeutung des offenen, vernetzten Ökosystems der
Tafel Österreich als bedeutender Hebel für die Skalierung
hervorgehoben 2 .

Das vorliegende Projekt baut auf dem multiplen Mehrwert des
erfolgreich in die Breite skalierten Tafelmodells auf und kombiniert
dieses mit innovativen, logistischen und digitalen Strukturen. Damit
sollen noch mehr armutsbetroffene Menschen von der Arbeit der Tafel
Österreich profitieren, die auf diese kostenfreien Lebensmittel für
eine gesunde und ausgewogene Ernährung dringend angewiesen sind.

Zwtl.: Wirkungsorientierung im Zentrum

Im Rahmen des nun geförderten, zweijährigen Projektes soll der
Strukturaufbau für einen noch größeren Durchfluss von geretteten
Lebensmitteln in sozialen Einrichtungen forciert werden. Denn es gibt
noch viel mehr Bedarf an v. a. gesunder Lebensmittelhilfe, es fehlt
in Sozialeinrichtungen allerdings oft an Strukturen, Personal und
Know-how, um (mehr) Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse
anzunehmen. Dabei setzt Die Tafel Österreich auch weiterhin auf das
Erfolgsmodell der HUB (Lager- und Verteilzentren)-Etablierung in
allen neun Bundesländern, genauso wie auf das bewährte System der
kontinuierlichen, digitalen Vernetzung von Warenspender:innen und
karitativen Empfänger:innen über ihre Tafel-Drehscheibe.

Sozialministerin Korinna Schumann zeigt sich erfreut: „ Die
Förderung der Tafel Österreich ist das erste bewilligte Projekt aus
diesem Fonds und ein starkes Signal: Wir bekämpfen Armut, verhindern
Lebensmittelverschwendung und stärken soziale Einrichtungen
gleichzeitig. Ich freue mich, dass wir das aus dem Fonds zur
Armutsbekämpfung und Sozialer Innovation realisieren können. Der
Fonds ist ein wichtiger Baustein einer modernen Sozialpolitik. Bis
2028 stehen dafür insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung. Damit
schaffen wir verlässliche Rahmenbedingungen für innovative Projekte
und geben erfolgreichen Initiativen die Möglichkeit, ihre Wirkung
nachhaltig zu entfalten .“

Alexandra Gruber , Geschäftsführerin Die Tafel Österreich
ergänzt: „ Gemeinsam mit unseren sozialen Einrichtungen soll durch
das neue Projekt der soziale Mehrwert geretteter Lebensmittel
maximiert werden – denn die umverteilten Lebensmittel von heute sind
die Brücke für ein besseres Leben armutsbetroffener Menschen von
morgen. Im gemeinsamen Tun werden wir die so wertvolle Arbeit
karitativer Organisationen in der Armutsbekämpfung nachhaltig weiter
stärken.“

1 Nguyen, B.D.T., Grünhaus, Ch.: Die Bedeutung von Tafeln für
soziale Non Profit Organisationen am Beispiel der Tafel Österreich,
ZGuG, 2025

2 Glinsner, B. Dworsky, L., Schmitz, H., Millner, R.: Wegweiser
zur Skalierung sozialer Innovationen in Österreich, SI Plus –
Kompetenzzentrum für soziale Innovationen der WU Wien, 2026

Bildmaterial finden Sie unter presse.tafel-oesterreich.at

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