St. Pölten (OTS) – LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und
Infrastrukturminister Peter
Hanke informierten gemeinsam mit Expertinnen und Experten bei einer
Bootsbefahrung auf der Donau über den aktuellen Stand des
Hochwasserschutzes sowie der Renaturierungsprojekte an den
niederösterreichischen Flüssen. Dabei betonten der LH-Stellvertreter
und der Bundesminister die Bedeutung dieser Maßnahmen und gaben einen
Ausblick auf bevorstehende Vorhaben.
Seit 2002 haben Hochwasserereignisse in Niederösterreich Schäden
in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht. Allein beim
Hochwasser im Herbst 2024 entstanden Schäden von rund einer Milliarde
Euro. Gleichzeitig wurde massiv in den Schutz vor künftigen
Hochwasserereignissen investiert. Seit 2002 wurden
niederösterreichweit rund 800 Projekte umgesetzt und damit die
Sicherheit in 300 Gemeinden erhöht. „Wir wollen Überflutungen
vermeiden und Menschen schützen. Deswegen geht der Ausbau weiter, das
wurde heute vereinbart. Durch weitere Hochwasserschutz-Projekte und
indem wir unseren Flüssen wieder mehr Platz geben. Entlang der Donau
wurden seit 2002 bereits 62 Projekte umgesetzt, die sich gerade bei
den letzten Hochwässern allesamt bezahlt gemacht haben. Für 2027 und
2028 sind vier weitere Projekte mit einem Investitionsvolumen von 17
Millionen Euro in der Pipeline“, so Pernkopf, der auf Vorhaben in Bad
Deutsch-Altenburg, Melk, Neustadtl an der Donau und Krems-Stein
verwies.
Neben dem Hochwasserschutz mit Dämmen und mobilen Elementen
unterstrich der LH-Stellvertreter die Bedeutung von
Renaturierungsprojekten: „Dadurch entsteht mehr Platz für den Fluss,
aber auch wertvolle Auenlandschaften und attraktive
Naherholungsräume“, meinte er und verwies exemplarisch auf die
Auenwildnis Wachau, eines von rund 20 bereits umgesetzten EU-LIFE-
Projekten. Drei weitere Renaturierungsprojekte seien derzeit in
Umsetzung – an der Donau in Schallemmersdorf, an der Pielach und an
der Leitha. Ein weiteres Projekt an der Großen Tulln befinde sich
bereits in Vorbereitung.
Bundesminister Peter Hanke sagte, dass die „Donau einerseits eine
Lebensader für uns alle in Österreich ist. Auf der anderen Seite geht
es natürlich auch um das Thema Sicherheit und Hochwasser, aber auch
um die Natur. Und mittlerweile gibt es Verfahren, Prozesse, um all
das zusammenzudenken und auch in die Umsetzung zu bringen. Das ist
ein großartiges Beispiel, wie die Auen-Naturierung hier in der Wachau
wirklich über Jahrzehnte funktioniert. Und wenn der Fischbestand
zurückkommt, wenn Vogelarten sich wieder hier heimisch fühlen, aber
auf der anderen Seite auch der Hochwasserschutz großgeschrieben wird
und damit ein Beitrag für die Natur, für die Wirtschaft, aber
insbesondere für die Österreicher zu Buche steht, dann ist das ein
Erfolg.“ Hanke bekannte sich zudem dazu, bestehende Projekte
fortzuführen und „dass wir uns um die Donau entsprechend auch in den
nächsten Jahren kümmern werden. Wir sorgen dafür, dass die
Investitionen auf die Donau kommen und das tut uns allen gut.“
„Jede Naturierung bringt einen Vorteil“, brachte es
Universitätsprofessor Helmut Habersack auf den Punkt und ergänzte:
„Während man früher ganz kleine Maßnahmen gesetzt hat, ist das hier
in der Wachau eine Gewässervernetzung größeren Umfangs – sicher ein
Leuchtturmprojekt – auch im europäischen Kontext. Wir haben ja das
Problem, dass die Donau vielfach eingeengt worden ist, dass die
Überflutungsflächen weggeschnitten wurden und eigentlich die
Hochwasserwelle beschleunigt wurde. Und jetzt im Zusammenhang mit dem
Klimawandel, wo wir damit rechnen müssen, dass mehr Extremereignisse
auftreten, ist das Gegenteil schon ganz wichtig, nämlich dass wir
wieder mehr Fläche zur Verfügung stellen und das Wasser langsamer
abfließen kann.“