Wien (OTS) – Angesichts der Tatsache, dass rund 22 Prozent der
Schüler, im
Schuljahr 2022/2023 waren es immerhin 22.800, in Deutschförderklassen
eine Schulstufe wiederholen müssen, äußerte heute der FPÖ-
Bildungssprecher NAbg. Hermann Brückl, MA, seine Besorgnis über die
Wirksamkeit der aktuellen bildungspolitischen Maßnahmen. „Diese hohe
Zahl ist ein klares Indiz dafür, dass einerseits das System durch die
gescheiterte Multikulti-Politik der Systemparteien überfordert ist
und andererseits die aktuellen Konzepte zur Sprachförderung nicht
ausreichen, um den Kindern eine erfolgreiche Teilnahme am
Regelunterricht zu ermöglichen. Hier zeigt sich ein deutliches
Versäumnis der Bundesregierung“, so Brückl.
Die Pläne des NEOS-Bildungsministers Wiederkehr, Schülern künftig
auch mit mangelhaften Deutschkenntnissen den Aufstieg in die nächste
Schulstufe zu erleichtern, sieht der FPÖ-Bildungssprecher kritisch.
„Anstatt die Fördermaßnahmen zu intensivieren und die Ursachen des
Problems zu bekämpfen, senkt man nun die Anforderungen. Das ist ein
falsches Signal und untergräbt den Leistungsgedanken in unseren
Schulen. Einem Kind ist nicht geholfen, wenn es sprachlich
überfordert in die nächste Klasse versetzt wird. Damit werden die
Probleme nur in die Zukunft verschoben und potenziell vergrößert“,
warnte Brückl.
„Das Ziel muss sein, dass jedes Kind bei Schuleintritt über die
notwendigen Deutschkenntnisse verfügt, um dem Unterricht von Anfang
an folgen zu können. Wir fordern daher einen verstärkten Fokus auf
eine verpflichtende und qualitativ hochwertige Sprachförderung
bereits im Kindergartenalter“, erklärte Brückl. Dies sei die
Voraussetzung für faire Startchancen und eine gelingende Integration,
ohne die Kinder mit deutscher Muttersprache negativ im Unterricht zu
beeinflussen. „Wir benötigen eine ehrliche und leistungsorientierte
Bildungspolitik, die auf die Stärkung von Basiskompetenzen setzt,
anstatt Standards abzusenken“, so Brückl abschließend.