Brisantes Dossier der AK Oberösterreich zeigt auf: Babys kommen schon vor der Geburt mit Mikroplastik in Kontakt

Linz (OTS) – Babys sind bereits vor ihrer Geburt Mikroplastik
ausgesetzt –
gleichzeitig besteht immer mehr Babykleidung, Spielzeug und
Babyzubehör ganz oder teilweise aus Polyester, also Kunststoff. Ob
Strampler, Fleecedecke, Kuscheltier oder Spielteppich: Synthetische
Materialien sind längst fester Bestandteil vieler Babyprodukte. Die
AK Oberösterreich hat Tipps für Eltern, wie sie die Belastung ihrer
Kinder mit einfachen Maßnahmen reduzieren können.

Polyester ist die weltweit am häufigsten verwendete Textilfaser
und findet sich in zahlreichen Babyprodukten. Durch Abrieb und
Waschen werden laufend Mikrofasern freigesetzt, die sich im Hausstaub
und in der Raumluft anreichern. Gerade Babys sind besonders
betroffen, weil sie sich überwiegend in Bodennähe aufhalten und mehr
Luft pro Kilogramm Körpergewicht einatmen als Erwachsene. Sie weisen
somit im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht eine deutlich höhere
Belastung auf als Erwachsene.

Belastung beginnt bereits im Mutterleib
Internationale Studien haben Mikroplastik bereits in der menschlichen
Plazenta, im ersten Stuhl von Neugeborenen sowie in Muttermilch
nachgewiesen. Die Forschung zeigt außerdem, dass Babys Mikroplastik
nicht nur über Nahrung bzw. Kunststoff-Babyflaschen aufnehmen,
sondern auch über Polyestertextilien, die Atemluft und den Hausstaub.

Forschung läuft – Vorsorge ist dennoch sinnvoll
Zwar sind viele gesundheitliche Langzeitfolgen beim Menschen noch
Gegenstand der Forschung. Labor- und Tierstudien zeigen jedoch
Hinweise auf Entzündungsreaktionen, hormonelle Störungen und mögliche
Auswirkungen auf Darm, Atemwege und Immunsystem. Aus Sicht der AK
spricht deshalb das Vorsorgeprinzip dafür, vermeidbare Belastungen
möglichst zu reduzieren.

AK-Tipps: Was Eltern tun können
Mikroplastik lässt sich zwar nicht vollständig vermeiden, Eltern
können die Belastung ihrer Kinder jedoch durch bewusste
Kaufentscheidungen deutlich reduzieren. Denn Polyester ist eine der
größten vermeidbaren Mikroplastikquellen im Alltag von Babys.

– Babykleidung aus Naturfasern wie Bio-Baumwolle, Lyocell oder
Merinowolle bevorzugen.

– Glasflaschen statt Kunststoffflaschen verwenden oder heißes Wasser
nicht direkt in Plastikflaschen füllen.

– Polyester-Kuscheltiere und Fleecedecken möglichst durch Produkte
aus Naturmaterialien ersetzen.

– Regelmäßig feucht wischen und gut lüften, um Mikrofasern im
Hausstaub zu reduzieren.

– Beim Waschen von Polyestertextilien Mikrofaser-Waschbeutel
verwenden und möglichst niedrige Waschtemperaturen wählen.

AK fordert strengere Regeln für Babyprodukte
Die Arbeiterkammer Oberösterreich sieht Politik und Hersteller in der
Verantwortung. Sie fordert strengere Grenzwerte für hormonell
wirksame Chemikalien in Babyprodukten, eine verpflichtende
Kennzeichnung synthetischer Fasern in Kindertextilien sowie einen
schrittweisen Ausstieg aus Polyester als Hauptmaterial für Baby- und
Kinderprodukte.

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