Automobilität im Fokus

Baden (OTS) – Wenn Österreich im Sommer wieder zur Baustelle wird,
wird auch die
Geduld vieler Autofahrer*innen auf die Probe gestellt. Dennoch bleibt
das eigene Auto für viele Österreicherinnen und Österreicher ein
Symbol für Freiheit, Flexibilität und spürbare Erleichterung im
Alltag. Eine aktuelle Studie des Online Research Instituts
Marketagent unter 1.088 Personen zwischen 17 und 75 Jahren zeigt: Das
Auto ist weiterhin ein zentraler Bestandteil der individuellen
Mobilität. Gleichzeitig wächst der Druck durch zunehmende Staus und
die schwierige Parkplatzsituation in Ballungsräumen.

Zwtl.: Fact Box:

– Auto bleibt zentral : 8 von 10 Österreicher*innen (79,7%) nutzen
ein Auto in ihrem täglichen Leben.

– Alltagshelfer und Freiheitssymbol : Das Auto ist für Fahrer*innen
nicht nur eine praktische Erleichterung im Alltag (56,4%) sondern für
jede*n Zweite*n auch ein Stück persönliche Freiheit (49,7%, Gen Z:
55,6%). Nur 2,3% würde es ohne ihr Fahrzeug an nichts fehlen.

– Verkehrslage verschlechtert sich : Mehr als die Hälfte (56,3%)
nimmt eine Zunahme an Staus in Ballungsräumen wahr. Als Hauptursachen
werden Baustellen (49,5%) und Pendlerverkehr (46,8%) identifiziert.

– Anpassung an Verkehr statt Verzicht aufs Auto : 78% setzen
Strategien zur Stauvermeidung ein, vor allem das Umgehen
stauanfälliger Zeiten (44,1%) bzw. Strecken (33,3%).

– Parkplatzsuche als Glücks- und Geduldsspiel : 6 von 10 (63,5%)
bemerken eine Verschlechterung der Parkplatzsituation in
Ballungsräumen. 29,6% bezeichnen die Parkplatzsuche als Glücksspiel,
28,3% sehen sie als Geduldsspiel.

– Lösungen gefragt : Gewünscht werden günstigere Öffis (36,9%), mehr
Parkhäuser (35,4%) sowie Park-and-Ride Angebote (33,9%).

Zwtl.: Gen Z schätzt Freiheit auf vier Rädern besonders

8 von 10 Österreicher*innen (80%) nutzen ein Auto für private
und/oder berufliche Wege. In erster Linie nimmt das KFZ die Rolle des
praktischen Helfers zur Erleichterung des Alltags ein (56%), für jede
*n Zweite*n bedeutet es jedoch auch ein Stück persönliche Freiheit
und Unabhängigkeit (50%). In der Generation Z ist diese Assoziation
besonders stark (56%), als reines Transportmittel wird das Auto hier
nur von 36 Prozent empfunden (Gesamt: 48%).

Ein Leben ohne Auto wäre für die meisten kaum vorstellbar. Nur
2,3 Prozent würde es an nichts fehlen, wenn ihnen ihr Auto nicht mehr
zu Verfügung stehen würde. Für die Mehrheit wären vor allem die
praktische Mobilität im Alltag (54%), die Flexibilität des
zeitunabhängigen Fahrens (53%) und die Möglichkeit des einfachen
Transports von Einkäufen oder Gepäck (51%) die größten Einbußen. Der
Gen Z würde zudem der Verlust der Unabhängigkeit stärker zu schaffen
machen als den älteren Generationen. So würde jede*r Zweite dieser
Altersgruppe die Freiheit, spontan zu entscheiden wohin gefahren wird
(51%) bzw. jederzeit Ausflüge machen zu können (49%) stark vermissen.

Zwtl.: Anpassung an Verkehrssituation statt Verzicht aufs Auto

Während sich eine Hälfte der Autofahrer*innen im Alltag nur wenig
oder gar nicht von Staus belastet fühlt (52%), tut die andere Hälfte
dies zumindest teilweise (48%). 16 Prozent klagen über eine eher bis
sehr starke Belastung. Wenig überraschend: am Spitzenplatz liegen
hier mit großem Abstand die Wiener*innen (27%). Hinsichtlich der
Verkehrssituation in Ballungsräumen nimmt die Bevölkerung im
Allgemeinen eine Verschlechterung wahr (56%), 30 Prozent spüren diese
deutlich. Die Hauptursachen werden in Baustellen (50%), dem
Pendlerverkehr zu Stoßzeiten (47%) und einer zu hohen Gesamtanzahl an
Autos (43%) gesehen.

Knapp 8 von 10 Autofahrer*innen (78%) setzen daher Strategien zur
Senkung des Staurisikos ein und versuchen, vor allem stauanfällige
Zeiten (44%) als auch Strecken (33%) zu meiden. Ein Drittel plant
grundsätzlich mehr Zeit für Fahrten ein (32%), ein Viertel nutzt
Navigations-Apps zur Stauvermeidung (26%) und 17 Prozent steigen zu
Stoßzeiten bzw. für bestimmte Strecken auf die Öffis um (Wien: 32%).
Lässt sich dem Stau nicht entkommen, fahren Herr und Frau
Österreicher laut eigener Aussage mehrheitlich gelassen im Verkehr
mit (57%), während 35 Prozent auf eine alternative Route wechseln.
Für fast ein Viertel (23%) muss die Zeit während eines Staus nicht
zwingend verloren sein, sondern wird für Musik, Podcasts und Co.
genutzt. Doch nicht alle Österreicher*innen lassen Blechlawinen kalt:
21 Prozent geben zu, dass Stillstand auf der Straße sie rasend macht.

Zwtl.: Parkplatzsuche: Ein Spiel aus Glück und Geduld

Nicht nur der Verkehr, sondern auch die Parkplatzsituation in
Ballungsräumen wird als zunehmend kritischer empfunden (64%). 4 von
10 (42%) sprechen von einer deutlichen Verschlechterung. Die
überwiegende Mehrheit der Autofahrer*innen (87%) hat zumindest
fallweise Schwierigkeiten einen Parkplatz in der Stadt zu finden, 29
Prozent stehen (sehr) häufig vor dieser Problematik. Für jeweils rund
3 von 10 gleicht die Parkplatzsuche einem Glücksspiel (30%) bzw.
einem Geduldsspiel (28%). 14 Prozent fühlen sich wie in einem
Strategiespiel, das viel Planung und Erfahrung erfordert.

Als sinnvolle Lösungen zur Reduzierung des Parkplatzmangels
werden kostengünstigere öffentliche Verkehrsmittel (40%), mehr
Parkhäuser bzw. Tiefgaragen (35%) sowie Park-and-Ride Angebote am
Stadtrand (34%) erachtet. Auch eine bessere Nutzung bestehender
Parkflächen (32%) und ein Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel (30%)
wird befürwortet.

„ Das Auto ist für die meisten Österreicherinnen und Österreicher
weit mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Es steht für
Selbstbestimmung, Flexibilität und die Freiheit, den Alltag nach den
eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Umso deutlicher zeigt unsere
Studie aber auch: Genau dieses Freiheitsgefühl gerät durch Staus und
Parkplatzmangel zunehmend unter Druck. Die Mobilität der Zukunft wird
deshalb nicht allein durch neue Antriebe entschieden, sondern auch
durch intelligente Infrastruktur und effiziente Verkehrslenkung “, so
Thomas Schwabl , Gründer und Geschäftsführer von Marketagent.

Zwtl.: Freiheit mit Grenzen

Auch wenn das Auto für viele ein Symbol der Freiheit ist, steht
im Alltag klar der funktionale Nutzen im Vordergrund. Mehr als die
Hälfte (55%) sieht in ihrem Fahrzeug in erster Linie ein praktisches
Verkehrsmittel, nur jede elfte Person (9%) nimmt es primär als
Statussymbol wahr. Insgesamt wird deutlich: Das Auto bleibt sowohl
unverzichtbarer Begleiter als auch Ausdruck persönlicher
Unabhängigkeit. Doch gleichzeitig wird genau diese Freiheit durch
zunehmende Verkehrs- und Parkplatzprobleme immer stärker ausgebremst.

Redaktioneller Anspruch

Bauguide erklärt komplexe Bau- und Wohnthemen verständlich, praxisnah und mit Blick auf österreichische Rahmenbedingungen.