Wien (OTS) – Öffentliche Beschaffung ist ein entscheidender Hebel für
die
Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bahnindustrie. Wie
Vergaberegeln dazu beitragen können, Innovation zu fördern,
industrielle Wertschöpfung in Europa zu sichern und faire
Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, stand im Mittelpunkt der
gemeinsamen Veranstaltung „Europe First: Reforming Public Procurement
to boost the European Rail Supply Industry“ des Verbands der
Bahnindustrie (VBI) und des europäischen Bahnindustrieverbandes UNIFE
bei der ÖBB in Wien.
Die am 14. Oktober 2026 unterzeichnete „Made in Europe
Declaration“ der österreichischen Bundesregierung unterstreicht die
politische Bedeutung dieses Themas. Im Austausch zwischen Politik,
Europäischer Kommission, öffentlichen Auftraggebern und Industrie
ging es darum, wie dieser Anspruch in der Vergabepraxis konkret
umgesetzt werden kann.
Christian Diewald, Präsident des VBI, betont:
„Die Made in Europe Declaration ist ein wichtiges Signal für den
Industriestandort Europa. Jetzt müssen Taten folgen: Öffentliche
Beschaffung muss europäische Wertschöpfung, Innovation und Qualität
stärker berücksichtigen. Nur so können wir unsere Bahnindustrie und
Europas industrielle Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken.“
Bundesminister Peter Hanke unterstreicht:
„Unsere öffentlichen Infrastrukturinvestitionen schaffen nicht
nur moderne Mobilität und Versorgungssicherheit, sondern sind auch
ein wichtiger Motor für die heimische Wirtschaft und die europäische
Bahnindustrie. Mit der „Made in Europe“-Initiative wollen wir die
öffentliche Beschaffung gezielt nutzen, um Innovation zu fördern,
faire Wettbewerbsbedingungen zu stärken und heimische Wertschöpfung
langfristig zu sichern. Denn es geht nicht nur um einzelne Aufträge,
sondern um hochwertige Arbeitsplätze, technologische Kompetenz und
die wirtschaftliche Unabhängigkeit Europas. Dafür braucht es auch
eine gemeinsame europäische Bahnindustriestrategie.“
Enno Wiebe, Director General von UNIFE, erklärt:
„Die Reform der EU-Vergaberichtlinie ist eine entscheidende
Weichenstellung für Europas industrielle Zukunft. Sie bietet die
Chance, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und unsere
strategische Souveränität zu stärken. Öffentliche Beschaffung muss
faire Wettbewerbsbedingungen gewährleisten und europäische
Wertschöpfung sowie Innovation gezielt fördern. Jetzt werden die
Weichen für Europas industrielle Zukunft gestellt.“
Manuela Waldner, CFO der ÖBB-Holding AG, betont die Perspektive
der öffentlichen Auftraggeber:
„Bei Beschaffungsentscheidungen zählt nicht nur der
Anschaffungspreis, sondern der langfristige Nutzen. Qualität,
Lebenszykluskosten und Innovation sind entscheidend für ein
leistungsfähiges und zukunftssicheres Bahnsystem. Als öffentlicher
Auftraggeber tragen wir Verantwortung dafür, dass unsere
Investitionen nachhaltig wirken und auch Europas Wettbewerbsfähigkeit
stärken.“
Anil W. Rai, Geschäftsführer des VBI, fordert die konsequente
Umsetzung:
„Entscheidend ist, dass sich diese Ziele in konkreten
Vergaberegeln widerspiegeln. Europäische Präferenz und strategische
Kriterien müssen dort wirksam werden, wo öffentliche Aufträge
vergeben werden – im Einklang mit den geltenden rechtlichen
Rahmenbedingungen.“
Zwtl.: Von der politischen Zielsetzung zur praktischen Umsetzung
Wie strategische Beschaffung in der Praxis funktionieren kann,
wurde in einem anschließenden Workshop mit Vertreterinnen und
Vertretern von ÖBB, Siemens Mobility und voestalpine Rail Technology
vertieft. Im Mittelpunkt standen europäische Präferenz, nicht-
preisliche Zuschlagskriterien und Sicherheitsaspekte sowie die
Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung.
Für VBI und UNIFE ist klar: Die Stärkung der europäischen
Bahnindustrie erfordert ein Zusammenspiel von Politik, öffentlichen
Auftraggebern und Industrie. Die Weiterentwicklung des Vergaberechts
bietet die Chance, langfristige industrielle Interessen stärker zu
berücksichtigen und damit Europas Innovationskraft und
Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.
Zwtl.: Über den Verband der Bahnindustrie in Österreich (VBI)
Der Verband der Bahnindustrie in Österreich (VBI) ist die größte
Interessenvertretung der österreichischen Schienenzulieferindustrie.
Er vertritt rund 60 Unternehmen entlang der gesamten
Wertschöpfungskette – von Fahrzeugherstellern und
Komponentenlieferanten über Systemtechnik bis hin zu Digitalisierung
und Service. Gemeinsam engagieren wir uns für faire
Wettbewerbsbedingungen, Innovationsförderung, Nachhaltigkeit und eine
starke industrielle Basis für den Bahnstandort Österreich. Damit
leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Mobilitäts-
und Klimawende – mit österreichischen Innovationen.
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