Wien (OTS) – UNOS: Vertrauensabsturz der Wirtschaftskammer ist
Weckruf für echte
Strukturreform

Bernhard: „Präsidentin Martha Schultz muss jetzt umbauen statt
weiter über kosmetische Maßnahmen zu reden.“ UNOS fordern drei
Regionalkammern und 500 Millionen Euro Entlastung pro Jahr.

Wien, 16. Oktober 2026. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO)
verliert im aktuellen APA-OGM-Vertrauensindex gegenüber dem Vorjahr
26 Punkte beim Saldo aus Vertrauen und Nichtvertrauen. Während das
Vertrauen in Institutionen insgesamt vergleichsweise hoch bleibt und
die Polizei weiter zulegt, zählt die Wirtschaftskammer zu den
auffälligsten Verlierern. Für UNOS sind die Ergebnisse ein Weckruf an
die Kammerleitung: Sie muss eine tiefgreifende Strukturreform
unverzüglich beginnen, statt sich in kosmetischen Maßnahmen zu
verlieren.

OGM-Experte Johannes Klotz führt den Vertrauensverlust unter
anderem auf die Debatte über Gehälter und Funktionsbezüge, den
Rücktritt des früheren WKÖ-Präsidenten Harald Mahrer, kritische
Rechnungshofberichte und die Affären um den zurückgetretenen Wiener
Kammerpräsidenten Walter Ruck zurück.

„Die Betriebe zahlen Pflichtbeiträge und erwarten eine Kammer,
die ihre Interessen wirksam vertritt. Der Vertrauensverlust zeigt,
wie dringend der Umbau ist. Das Tempo der Kammerleitung reicht nicht
aus. Der Wirtschaftsbund und weite Teile der Verantwortlichen müssen
endlich Verantwortung gegenüber den Mitgliedern übernehmen und die
Kritik des Rechnungshofes ernst nehmen“, sagt UNOS Bundessprecher
Michael Bernhard.

Der Rechnungshof hat die komplexe Organisation der
Wirtschaftskammer kritisiert und empfohlen, grundlegende
Strukturreformen zügig einzuleiten sowie Parallelstrukturen zu
verringern. Die angekündigte Entlastung um jährlich 100 Millionen
Euro müsse mit dauerhaft wirksamen Strukturreformen einhergehen, hält
er fest.

„100 Millionen Euro jährlich sind angesichts des Reformbedarfs
nicht genug. UNOS fordern eine Entlastung der Mitgliedsbetriebe um
500 Millionen Euro pro Jahr. Dafür müssen wir Doppelgleisigkeiten
abbauen und die Kammerorganisation grundlegend neu aufstellen“, so
Bernhard. UNOS fordern, die neun Landeskammern durch drei
Regionalkammern zu ersetzen. Die Interessenvertretung für Betriebe
soll dabei vor Ort erreichbar bleiben.

„Wer nur an der Oberfläche spart, gewinnt kein Vertrauen zurück.
Die Kammerleitung muss jetzt einen verbindlichen Plan für den
Strukturumbau vorlegen und die Entlastung der Betriebe ins Zentrum
stellen“, sagt Bernhard.