Wien (OTS) – Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ)
verurteilt
jeden der im aktuellen Bericht der Antisemitismus-Meldestelle
dokumentierten Vorfälle. „Jede Bedrohung, jeder Angriff auf Jüd:innen
in Österreich ist eine/r zu viel. Dass ein gewichtiger Teil dieser
Vorfälle einen muslimischen Hintergrund hat, bedrückt uns und wird
von uns ernst genommen. Als Gesellschaft tragen wir alle
Verantwortung“, sagt Präsident Ümit Vural.
Die IGGÖ hat 2019 als erste muslimische Religionsgemeinschaft in
Europa die IHRA-Arbeitsdefinition zum Antisemitismus angenommen.
Gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde reisten
Vertreter:innen der IGGÖ, darunter Imame und Religionslehrkräfte,
nach Auschwitz-Birkenau. Aus dieser Reise entstanden unter anderem
Unterrichtsmaterialien für den islamischen Religionsunterricht, die
mittlerweile auch fächerübergreifend von Lehrer:innen verwendet
werden. Seit Jahren läuft das interreligiöse Projekt von Imam Ramazan
Demir und Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister, die gemeinsam Schulen
besuchen, mit Jugendlichen über Judentum, Islam und das Zusammenleben
in Österreich sprechen und gemeinsam gegen Antisemitismus auftreten.
Zudem sind Funktionär:innen der IGGÖ maßgeblich an den Projekten und
der Gründung des Muslim Jewish Leadership Council im Jahre 2016
beteiligt.
„Antisemitismus lässt sich nicht religiös begründen. Wer das
versucht, missbraucht den Islam“, so Vural. „Wir laden die
Bundesregierung dazu ein, die Erfahrungen der IGGÖ in die Nationale
Strategie gegen Antisemitismus einzubringen, und werden unsere Arbeit
gemeinsam mit unseren jüdischen Partner:innen fortsetzen.