Wien (OTS) – In zahlreichen Regionen der Welt drohen in den kommenden
Monaten
schwere Dürren, Ernteausfälle und Überschwemmungen. Besonders
gefährdet sind Länder in Afrika, in denen viele Menschen bereits
jetzt nicht ausreichend zu essen haben. Für dieses Jahr wurde ein
Super-El-Niño prognostiziert, bereits jetzt wurden Rekordwerte
erreicht. „Das ist eine Katastrophe, die sich ankündigt”, warnt
Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. Laut Prognosen des
Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) könnten durch El
Niño bis Ende 2027 zusätzlich mindestens 49 Millionen mehr Menschen
von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein.
„Für Millionen Menschen ist Hunger schon jetzt bittere Realität.
El Niño wird die Situation weiter verschärfen. Wenn Regen ausbleibt
oder Überschwemmungen ganze Felder zerstören, verlieren Familien ihre
gesamte Lebensgrundlage. Dabei leiden viele ohnehin bereits unter den
negativen Auswirkungen des Klimawandels, von dem jene Menschen am
stärksten betroffen sind, die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen
haben“, erklärt Moser.
Zwtl.: Mosambik: Hilfe, bevor die Hungerkrise eskaliert
Besonders gefährdet ist Mosambik. Nachdem schwere
Überschwemmungen Anfang 2026 Ernten zerstört haben, drohen nun in den
zentralen und südlichen Landesteilen weitere Ernteverluste durch
ausbleibende Niederschläge. Viele Familien haben sich von den
vorangegangenen Katastrophen noch nicht erholt. Ihre Vorräte sind
aufgebraucht, Saatgut und landwirtschaftliche Betriebsmittel fehlen.
Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt deshalb gemeinsam mit
lokalen Partnerorganisationen besonders gefährdete Familien in den
Provinzen Sofala und Nampula. 2.360 armutsbetroffene Haushalte
erhalten Nahrungsmittelpakete , um die Versorgung in den kommenden
Monaten sicherzustellen. Zusätzlich werden klimaresistentes Saatgut
und Werkzeuge verteilt sowie Schulungen in klimaangepasster
Landwirtschaft angeboten. Die ADA (Austrian Development Agency)
fördert dieses Projekt im Rahmen von International Partnerships
Austria.
„Wer heute Lebensmittel verteilt, verhindert akuten Hunger. Wer
gleichzeitig Saatgut, Werkzeuge und Wissen zur Verfügung stellt, gibt
Familien die Möglichkeit, morgen wieder selbst für ihre Ernährung zu
sorgen. Genau diese Verbindung von unmittelbarer Hilfe und
langfristiger Vorsorge brauchen wir angesichts der zunehmenden
Klimarisiken“, erklärt Moser.
Zwtl.: Somalia: Mit klimaangepasster Landwirtschaft Hunger bekämpfen
In Somaliland, wo wiederkehrende Dürren die Lebensgrundlagen
vieler Familien zerstören, arbeitet Brot für die Welt, die Aktion für
Entwicklungszusammenarbeit der Evangelischen Kirchen in Österreich,
mit lokalen Partnern am Bau von Brunnen und Wasserspeichern. Durch
dürretolerantes Saatgut und Schulungen in klimaangepasster
Landwirtschaft können Familien ihre Erträge verbessern und sich gegen
zukünftige Wetterextreme besser wappnen.
„Hunger ist kein unabwendbares Schicksal. Unsere
Partnerorganisationen zeigen, dass Menschen ihre Ernährung
langfristig sichern können, wenn sie die notwendige Unterstützung
erhalten. Dafür braucht es Katastrophenvorsorge und Investitionen in
Landwirtschaft und Wasserversorgung“, betont Moser.
Zwtl.: Österreich in der Pflicht, Katastrophenvorsorge und
Agrarökologie mitzufinanzieren
„Katastrophenvorsorge und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit
lokaler Gemeinschaften müssen Priorität erhalten! Denn jeder in
Prävention investierte Euro spart ein Vielfaches an späteren Kosten
und verhindert Hunger und Leid”, appelliert Moser. „Gemeinschaften im
globalen Süden müssen dabei unterstützt werden, Maßnahmen zu setzen
gegen den Klimawandel und zur Ökologisierung ihrer Landwirtschaft, um
die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Österreich ist in der
Pflicht, dafür finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.“