Wien (OTS) – Angesichts der massiven Lieferprobleme beim
Influenza-Impfstoff
äußerte der freiheitliche Gesundheitssprecher und Vorsitzende des
parlamentarischen Gesundheitsausschusses NAbg. Mag. Gerhard Kaniak
heute scharfe Kritik am Vorgehen der Bundesregierung. Dass erneut
fast 900.000 Impfdosen zu spät eintreffen, sei ein inakzeptabler
Zustand. „Die aktuellen Lieferengpässe erinnern fatal an ‚täglich
grüßt das Murmeltier‘, denn SPÖ-Gesundheitsministerin Schumann hält
genauso am zentralen Beschaffungssystem fest wie ihre grünen
Vorgänger. Es ist besorgniserregend, dass die Regierung offenbar
keine Lehren aus ihren Fehlern gezogen hat. Die Gesundheit von
Kindern und Risikopatienten darf nicht durch organisatorische Mängel
im Beschaffungswesen gefährdet werden“, so Kaniak.
Die Ursache für die Probleme sieht Kaniak im System der zentralen
Beschaffung durch das Ministerium. „Anstatt die bewährten und
flexiblen Strukturen des pharmazeutischen Großhandels zu nutzen,
übernimmt der Staat Aufgaben, für die er nicht gerüstet ist. Eine
dezentrale Lösung, bei der das Ministerium lediglich für verimpfte
Dosen bezahlt, jedoch Beschaffung und Logistik den Experten
überlässt, wäre weitaus effizienter und krisensicherer. Der
Großhandel kann bei Lieferausfällen schnell reagieren und Ersatz
beschaffen. Das derzeitige staatliche Vorgehen führt hingegen zu
unnötigen Engpässen und vermeidbarer Unsicherheit“, erklärte Kaniak.
Die genannten Ausreden, etwa Produktionsprobleme, sind für Kaniak
nicht ausreichend, um das Ausmaß der Lieferprobleme zu erklären. „Es
ist zu einfach, die Verantwortung auf internationale Lieferketten
oder die WHO abzuschieben. Ein robustes Beschaffungssystem muss genau
solche Eventualitäten einkalkulieren. Die Androhung rechtlicher
Schritte gegen den Lieferanten lenkt vom eigentlichen
Organisationsproblem ab“, kritisierte der FPÖ-Gesundheitssprecher und
erinnerte noch daran, dass in den letzten drei Jahren fast 1.000.000
Influenza-Impfstoffe spurlos verschwunden sind. Diese wurden vom
Ministerium gekauft und ausgeliefert, aber scheinbar nicht verimpft.
„Das kann wohl nicht die richtige Art von einer gesetzeskonformen
Beschaffung sein, sondern zeugt von planwirtschaftlicher Fehlplanung
und Verschwendung von Steuergeld.“
„Es ist dringend notwendig, die Beschaffungsstrategie neu
aufzusetzen und die Expertise des pharmazeutischen Großhandels
stärker einzubinden. Die Versorgungssicherheit der Bevölkerung muss
oberste Priorität haben. Die Österreicher haben ein Recht darauf,
sich darauf verlassen zu können, dass notwendige Impfstoffe
zeitgerecht zur Verfügung stehen. Wir brauchen hier eine
pragmatische, marktorientierte Lösung anstelle eines ineffizienten
staatlichen Systems à la DDR“, so Kaniak.