Wien (OTS) – Etwa 10-15 Kinder und Jugendliche werden täglich in der
onkologischen
Tagesklinik des St. Anna Kinderspitals behandelt und können
anschließend wieder nach Hause. Die Tagesklinik ermöglicht es,
Patient*innen mit Krebserkrankungen tagesklinisch weiterzubetreuen,
und schafft damit zugleich Kapazitäten für Kinder und Jugendliche,
die eine intensive stationäre Therapie benötigen.
Der internationale Kinderkrebsmonat im September macht auf
Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter aufmerksam.
Österreichweit erhalten jedes Jahr etwa 300 Kinder und Jugendliche
eine Krebsdiagnose. Rund 80-85 Prozent der Betroffenen überleben
heute ihre Krebserkrankung.
Zwtl.: Früher nach Hause, Kapazität für intensive stationäre
Behandlung
„Für unsere jungen Patient*innen und ihre Familien macht es einen
großen Unterschied, ob eine Behandlung einen längeren
Krankenhausaufenthalt bedeutet oder ob sie am Nachmittag wieder nach
Hause in ihr vertrautes Umfeld können“, sagt Tanja Anzengruber, DGKP
und pflegerische Leitung der Tagesklinik.
Sobald es ihr Gesundheitszustand zulässt, können sie aus der
stationären Behandlung in die tagesklinische Weiterbetreuung
wechseln. Die sieben Betten der onkologischen Tagesklinik sind voll
ausgelastet und für jene reserviert, die für die Behandlung liegen
müssen. Die anderen Patient*innen erhalten die Therapien in weiteren
Bereichen der Tagesklinik oder in den ärztlichen Untersuchungsräumen.
Je nach Therapie verbringen die Kinder mehrere Stunden in der
Tagesklinik und können anschließend wieder nach Hause.
Fortschritte in der Kinderkrebsforschung und neue, besser
verträgliche Therapien haben die Möglichkeiten der tagesklinischen
Behandlung erweitert. Therapien, für die früher eine stationäre
Aufnahme notwendig war, können heute teilweise tagesklinisch
durchgeführt werden. Das St. Anna Kinderspital arbeitet dabei eng mit
der St. Anna Kinderkrebsforschung zusammen.
Zwtl.: Umfassende Behandlung in der Tagesklinik
Das Behandlungsspektrum reicht von Chemotherapien, Blut- und
Plasmaprodukten sowie Antikörper- und Antibiotikatherapien bis zu
Schmerztherapien, Knochenmark- und Lumbalpunktionen. Hinzu kommen
klinische Begutachtungen und regelmäßige Laborkontrollen.
„Unser Ziel ist, die Kinder medizinisch und pflegerisch
bestmöglich zu versorgen und ihnen gleichzeitig so viel Zeit wie
möglich zuhause zu ermöglichen“, sagt Pflegedirektorin Susanne
Wieczorek. Medizin und Pflege arbeiten dabei eng mit psychosozialer
Betreuung, Pädagogik und weiteren therapeutischen Berufsgruppen
zusammen.
Da viele Familien über längere Zeit regelmäßig in die Tagesklinik
kommen, entsteht auch ein besonderes Miteinander: Kinder und Eltern
tauschen sich aus, unterstützen einander – und nicht selten entstehen
Freundschaften.
„Wir möchten, dass sich die Kinder bei uns wohlfühlen – manche
sagen, die Tagesklinik sei ihr zweites Zuhause. Während der
Behandlung wird Pizza gebacken oder UNO gespielt, die Familien
fiebern bei wichtigen Untersuchungsergebnissen miteinander mit. So
rückt die Erkrankung zumindest für Momente in den Hintergrund und das
Schicksal wird miteinander geteilt“, sagt Anzengruber.
Zur kinderonkologischen Versorgung gehört auch die
Palliativbetreuung von Kindern und Jugendlichen, deren Erkrankung
nicht mehr heilbar ist – auch dies erfolgt mitunter in der
onkologischen Tagesklinik.
Zwtl.: Über das St. Anna Kinderspital
Das St. Anna Kinderspital ist ein Tochterunternehmen des
Österreichischen Roten Kreuzes, Landesverband Wien, eine
eigenständige, an das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien –
Medizinischer Universitätscampus angebundene Krankenanstalt und
gleichzeitig Klinische Abteilung für allgemeine Pädiatrie und
pädiatrische Hämato-Onkologie der Universitätsklinik für Kinder- und
Jugendheilkunde. Neben seiner Spezialisierung in der pädiatrischen
Hämatologie, Onkologie und Immunologie und einem Schwerpunkt im
operativen HNO-Bereich leistet das St. Anna Kinderspital im Rahmen
seines Versorgungsauftrags einen wichtigen Beitrag in der Akut- und
Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen in Wien. Mehr als
50.000 Besuche verzeichneten die onkologischen Spezialambulanzen,
internen Schwerpunktambulanzen und die Allgemeine Ambulanz im Jahr
2025. Das St. Anna Kinderspital wird finanziert aus Mitteln des
Wiener Gesundheitsfonds.
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