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Essbare Insekten: Zubereitung beseitigt potenzielle Allergene nicht

Wien (OTS) – Essbare Insekten werden zunehmend als alternative
Proteinquelle
eingesetzt. Einige ihrer Proteine ähneln jedoch Allergenen aus
Garnelen und Hausstaubmilben und können daher vom Immunsystem bereits
sensibilisierter Menschen erkannt werden. Ein internationales
Forschungsteam der Universität Porto, der Universität Wien und der
Medizinischen Universität Wien hat nun untersucht, wie sich gängige
Zubereitungs- und Verarbeitungsmethoden auf diese Proteine im
Buffalowurm (Alphitobius diaperinus) auswirken. Die Ergebnisse
zeigen, dass sich die Proteine durch die Verarbeitung zwar verändern,
die Bindung allergierelevanter Antikörper dadurch aber nicht
verhindert wird. Die Studie wurde im Journal of the Science of Food
and Agriculture veröffentlicht.

Buffalowürmer sind die Larven des Getreideschimmelkäfers und
werden aufgrund ihres hohen Proteingehalts zunehmend als Lebensmittel
bzw. Zutat in proteinreichen Produkten genutzt. Untersucht wurden
handelsübliche Buffalowürmer nach verschiedenen Zubereitungsarten,
darunter Kochen, Backen, Mikrowellenerhitzen, Dämpfen, Braten und
Grillen. Anschließend wurden die verarbeiteten Insektenproteine mit
Blutproben von Menschen mit Krustentier- beziehungsweise
Hausstaubmilbenallergien getestet.

Zwtl.: Verarbeitung verändert Proteine, verhindert Antikörperbindung
aber nicht

Die Laboranalysen zeigten, dass die Verarbeitung die an
allergischen Reaktionen beteiligten Proteine deutlich verändern kann.
Ihre Fähigkeit, Immunglobulin E (IgE) zu binden – Antikörper, die bei
allergischen Reaktionen eine zentrale Rolle spielen –, blieb jedoch
erhalten. In mehreren Fällen wurden nach der Verarbeitung sogar
stärkere oder zusätzliche Antikörperbindungen beobachtet. Beim Kochen
gelangten bestimmte dieser Proteine außerdem ins Kochwasser.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit einer Garnelen- oder
Hausstaubmilbenallergie nicht davon ausgehen sollten, dass essbare
Insekten allein durch Kochen oder andere Verarbeitungsmethoden
unproblematisch werden“, sagt Michelle Epstein von der
Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien. „Einige jener
Proteintypen, die bei Garnelen und Milben allergische Probleme
verursachen, kommen auch in essbaren Insekten vor.“

Zwtl.: Klinische Bedeutung muss noch untersucht werden

Die Studie zeigt nicht, dass jede Person mit einer Garnelen- oder
Hausstaubmilbenallergie auch auf Buffalowürmer allergisch reagiert.
Nachgewiesen wurde, dass Proteine des Insekts selbst nach der
Zubereitung weiterhin mit allergierelevanten Antikörpern im Blut
reagieren können. Klinische Studien müssen nun klären, wie häufig
sich dieser Laborbefund tatsächlich in allergischen Reaktionen
äußert.

Mit der zunehmenden Verwendung von Insektenbestandteilen in
Lebensmitteln weisen die Ergebnisse darauf hin, dass Menschen mit
Krustentier- oder Hausstaubmilbenallergien mögliche Kreuzreaktionen
berücksichtigen sollten.

Publication: Journal of the Science of Food and Agriculture
Extraction-dependent changes in IgE-binding profiles of processed
lesser mealworm (Alphitobius diaperinus) proteins.
Michelle M. Epstein, Isabel Mafra, Carla S. S. Teixeira, Bruno
Carriço-Sá, Anna-Laura Mettinger, Caterina Villa, Sahar Kazemi, Oskar
Hoffmann, Joana Costa
Journal of the Science of Food and Agriculture, 2026
http://doi.org/10.1002/jsfa.71060