Wien (OTS) – Mit 28,3 Prozent (+1,6 Prozentpunkte gegenüber 2024) war
die
„ehemalige Selbständigkeit“ 2025 erstmals seit 2019 wieder die
häufigste Insolvenzursache bei Privatkonkursen. Knapp dahinter folgt
„persönliches Verschulden“ (27,8 %), wobei insbesondere die
Überschätzung der eigenen finanziellen Leistungsfähigkeit häufig in
eine prekäre Lage führt. Das zeigt eine aktuelle KSV1870 Analyse von
rund 8.000 Privatkonkursen aus dem Jahr 2025. Trotz leichter
Verschiebungen im Vorjahr bleibt im Mehrjahresvergleich seit 2019
„persönliches Verschulden“ (28,5 %) die häufigste Insolvenzursache
bei Privatpersonen.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich für viele
Privathaushalte in Österreich 2025 kaum verbessert. Das hohe
Kostenniveau, die Folgen der Inflation und die hohe Zinsbelastung
setzten viele Menschen finanziell unter Druck. Dennoch stieg die Zahl
der Privatkonkurse nicht: Österreichweit wurden 8.766
Schuldenregulierungsverfahren (-0,6 % gegenüber 2024) eröffnet.
Häufigste Insolvenzursache (Anm.: siehe Tabelle Seite 3) war die
„ehemalige Selbständigkeit“ (28,3 %, +1,6 Prozentpunkte) – in Tirol
und Salzburg (jeweils 35 %) war dies besonders häufig der Fall. Knapp
dahinter folgt „persönliches Verschulden“ (27,8 %, -3,2 Prozentpunkte
) – dazu zählen vor allem die Überschätzung der eigenen finanziellen
Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum hinweg und ein
problematisches Konsumverhalten. „Die finanziellen Folgen einer
früheren Selbständigkeit und persönliches Verschulden prägen seit
Jahren die Ursachenstatistik. Positiv ist, dass zuletzt einige
Betroffene sorgsamer mit ihren Finanzen umgegangen sind, weshalb
„persönliches Verschulden“ als Hauptgrund im Vorjahr etwas seltener
aufgetreten ist“, erklärt MMag. Karl-Heinz Götze, MBA, Leiter KSV1870
Insolvenz. Darüber hinaus ist die Einkommensreduktion (16 %)
unverändert die dritthäufigste Insolvenzursache. Werden nur jene
Fälle analysiert, die „echte“ Privatkonsumenten betreffen, also all
jene, die nicht auf eine ehemalige Selbständigkeit zurückzuführen
sind, war „persönliches Verschulden“ 2025 die häufigste Ursache.
Lebensphase prägt die Insolvenzursache
Wie die aktuelle KSV1870 Analyse zeigt, unterscheiden sich die
Hauptgründe für einen Privatkonkurs je nach Altersgruppe. Während im
Vorjahr bei den über 60-Jährigen (36,9 %) und den 41- bis 60-Jährigen
(30,0 %) die „ehemalige Selbständigkeit“ die häufigste
Insolvenzursache war und persönliches Verschulden deutlich dahinter
platziert ist, zeigt sich bei den Jüngeren ein entgegengesetztes
Bild: Sowohl bei den 25- bis 40-Jährigen (31,8 %) als auch bei den
unter 25-Jährigen (35,2 %) war persönliches Verschulden mit Abstand
der häufigste Grund für einen Privatkonkurs. „Es ist ein
alarmierendes Signal, dass sich viele junge Menschen bereits früh im
Leben verschulden und sich damit eine finanzielle Hypothek für ihre
Zukunft auferlegen. Das unterstreicht einmal mehr, wie wichtig es
ist, finanzielle Bildung bereits in jungen Jahren zu stärken“, so
Götze. Auch deshalb verstärkt der KSV1870 seine Aktivitäten im
Bereich der Finanzbildung und begrüßt die Entscheidung der
Bundesregierung, das Thema in den Lehrplänen fix zu verankern.
Darüber hinaus bleibt festzuhalten, dass eine Einkommensreduktion –
insbesondere infolge von Arbeitslosigkeit – bei jüngeren Betroffenen
tendenziell etwas häufiger als Hauptursache auftritt als bei älteren
Generationen.
Seit 2019: „Persönliches Verschulden“ an erster Stelle
Während es im Jahr 2025 zu leichten Verschiebungen im Ranking
gekommen ist, bleibt im Mehrjahresvergleich „persönliches
Verschulden“ mit 28,5 Prozent an erster Stelle und ist damit die
häufigste Insolvenzursache von Privatpersonen in Österreich seit dem
Jahr 2019. „Wie sich gezeigt hat, wird in zahlreichen dieser Fälle
über einen längeren Zeitraum hinweg schlecht gewirtschaftet. Doch
insbesondere in Zeiten hoher Kosten ist ein bewusster Umgang mit den
eigenen Finanzen entscheidend. Jede Ausgabe sollte gut überlegt und
die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit realistisch eingeschätzt
werden, um einer Überschuldung vorzubeugen“, so Götze. Auf den
weiteren Plätzen im Mehrjahresvergleich folgen die „ehemalige
Selbständigkeit“ (27,6 %) und mit deutlichem Abstand die
Einkommensreduktion (17 %). Tendenziell eher wenig Bewegung zeigt
sich bei den weiteren Ursachen: Lebenskrisen (12,2 %), persönliche
Probleme (8,8 %) und Lasten aus der Familie (6 %) führen auch über
die Jahre hinweg bedeutend seltener in einen Privatkonkurs.
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