Baden (OTS) – Wasser wird in Österreich zum Sorgenkind. Das zeigt
eine neue Studie
des Digital Research Instituts Marketagent: 61 Prozent erwarten
künftig Engpässe, neun von zehn fürchten Folgen für Wälder und
Landwirtschaft. Der Drei-Jahresvergleich macht ein deutlich
gestiegenes Problembewusstsein erkennbar.
Zwtl.: Fact Box
– Trinkwasser als wertvollstes Gut : 84% sehen den Zugang zu sauberem
Trinkwasser als größte Errungenschaft Österreichs – noch vor der
Gesundheitsversorgung und der hohen Luftqualität (jeweils 71%).
– Sorge um Wasserversorgung nimmt deutlich zu : 46% bewerten die
aktuelle Verfügbarkeit von Wasser und Trinkwasser als problematisch (
2023: 24%). 47% sorgen sich um die Trinkwasserversorgung in
Österreich (2023: 33%).
– Mehrheit erwartet Versorgungsprobleme : 61% rechnen damit, dass es
in Österreich innerhalb der nächsten zehn Jahre zu Problemen bei der
Wasserverfügbarkeit kommen wird (2023: 49%).
– Trockenheit wird als langfristige Entwicklung wahrgenommen : Fast 6
von 10 schätzen die diesjährige Niederschlagsmenge im Vergleich zu
den vergangenen fünf Jahren als deutlich geringer ein (57%). 61%
sehen darin keine vorübergehende Erscheinung, sondern eine
nachhaltige Entwicklung.
– Sinkende Pegel bleiben nicht unbemerkt : 43% haben starke
Pegelrückgänge bei heimischen Seen und Flüssen wahrgenommen, weitere
40% zumindest leichte.
– Wälder und Landwirtschaft besonders gefährdet : 9 von 10 erwarten,
dass Wasserknappheit in den nächsten 10 Jahren die Waldbrandgefahr (
92%) erhöht und die Landwirtschaft (90%) beeinträchtigt.
– Wasserverbrauch wird massiv unterschätzt : 86% geben an, zumindest
ein wenig auf den eigenen Wasserverbrauch zu achten. Gleichzeitig
schätzen sie ihren täglichen Verbrauch auf durchschnittlich nur 85
Liter und damit deutlich zu niedrig ein.
– Zustimmung zu Einschränkungen : An Wassersparmaßnahmen stoßen
Autowaschverbot (85%) und Einlassverbot von privaten Pools (78%) auf
die größte Zustimmung.
Zwtl.: Wasser, das wahre Gold
Wasser galt in Österreich lange als Selbstverständlichkeit. Doch
angesichts anhaltender Trockenheit, sinkender Pegelstände und
außergewöhnlicher Hitze gerät dieses Selbstverständnis zunehmend ins
Wanken. Eine aktuelle, repräsentative Studie von Marketagent unter
1.000 Österreicherinnen und Österreichern zeigt: Fast jede zweite
Person macht sich Sorgen um die heimische Trinkwasserversorgung (47%
| 2023: 33%). Für die kommenden Jahre fällt die Einschätzung noch
deutlich pessimistischer aus.
Die Neuauflage einer erstmals 2023 durchgeführten Untersuchung
macht sichtbar, wie stark sich die öffentliche Wahrnehmung innerhalb
von drei Jahren verändert hat. Während damals noch knapp die Hälfte
mit Problemen bei der Wasserverfügbarkeit innerhalb der nächsten zehn
Jahre rechnete (2023: 49%), sind es 2026 bereits 61 Prozent.
Gleichzeitig hat sich der Anteil jener, die die gegenwärtige
Situation als problematisch beurteilen, von rund einem Viertel (24%)
auf 46 Prozent nahezu verdoppelt.
Zwtl.: Trockenheit und Hitze machen Wasserknappheit sichtbar
Die Ergebnisse treffen auf einen Sommer, in dem die möglichen
Folgen der Klimaveränderung für viele Menschen unmittelbar erlebbar
werden. Nach einem trockenen Winter verlief auch das Frühjahr
deutlich zu niederschlagsarm. Darauf folgte bereits im Juni eine
außergewöhnliche Hitzewelle. Diese Entwicklung hinterlässt in der
Wahrnehmung der Bevölkerung deutliche Spuren: 57 Prozent schätzen die
diesjährige Niederschlagsmenge im Vergleich zu den vergangenen fünf
Jahren als deutlich niedriger ein. Für sechs von zehn handelt es sich
dabei nicht nur um eine vorübergehende Wetteranomalie, sondern um
eine nachhaltige Entwicklung.
Auch an Seen und Flüssen wird der Wassermangel aus Sicht der
Bevölkerung zunehmend sichtbar. 43 Prozent berichten, dass ihnen
starke Pegelrückgänge bei heimischen Gewässern aufgefallen sind.
Weitere 40 Prozent haben zumindest leichte Rückgänge wahrgenommen.
Damit registrieren insgesamt 83 Prozent Veränderungen bei den
Wasserständen.
„ Wasserknappheit ist für viele Menschen mittlerweile kein
abstraktes Zukunftsszenario mehr. Ausgetrocknete Böden, niedrige
Pegelstände und außergewöhnliche Hitze machen die Entwicklung
unmittelbar sichtbar. Das schlägt sich deutlich in den Ergebnissen
nieder: Die Sorge um die Wasserversorgung ist seit unserer ersten
Erhebung stark gestiegen, und eine klare Mehrheit rechnet damit, dass
Österreich innerhalb der nächsten zehn Jahre mit Problemen
konfrontiert sein wird “, erklärt Thomas Schwabl , Gründer und
Geschäftsführer von Marketagent.
Zwtl.: Waldbrandgefahr und Landwirtschaft als größte Sorgenfelder
Groß sind die Befürchtungen auch hinsichtlich der ökologischen
und wirtschaftlichen Folgen. Neun von zehn Befragten halten es für
wahrscheinlich, dass die Wasserknappheit in den kommenden zehn Jahren
die Gefahr von Waldbränden erhöht. Mit 92 Prozent liegt dieses
Szenario an der Spitze der erwarteten Konsequenzen. Fast ebenso viele
(90%) rechnen mit Beeinträchtigungen der Landwirtschaft. Selbst eine
Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch fehlendes Trinkwasser
hält mittlerweile mehr als die Hälfte für wahrscheinlich (56%).
„ Wasserknappheit ist weit mehr als ein Thema der
Trinkwasserversorgung. Die Menschen sehen sehr klar, welche
Kettenreaktionen damit verbunden sein können: Die große Mehrheit
rechnet mit einer steigenden Waldbrandgefahr, Beeinträchtigungen für
die Landwirtschaft aber auch die Energieversorgung. Damit wird
deutlich, dass Wasser als zentrale Ressource für unsere Umwelt,
unsere Versorgungssicherheit und letztlich unseren Alltag
wahrgenommen wird “, erläutert Andrea Berger , Research &
Communications Manager bei Marketagent
Zwtl.: Sauberes Trinkwasser ist Österreichs wertvollste
Errungenschaft
Welchen Stellenwert Wasser im Bewusstsein der Bevölkerung
besitzt, zeigt die Umfrage ebenfalls klar: Der Zugang zu sauberem
Trink- und Quellwasser führt mit 84% Zustimmung klar das Ranking der
wertvollsten Errungenschaft Österreichs an – noch vor der umfassenden
Gesundheitsversorgung (71%) und der guten Luftqualität (71%).
Zwtl.: Hoher Anspruch, aber wenig Wissen über den eigenen Verbrauch
Die zunehmende Sensibilisierung zeigt sich auch im persönlichen
Verhalten. 86 Prozent geben an, zumindest ein wenig auf ihren
alltäglichen Wasserverbrauch zu achten (sehr: 26% | ein wenig: 60%).
Gegenüber 2023, als dieser Anteil bei 82 Prozent lag, ist das
Bewusstsein damit weiter gestiegen.
Wie viel Wasser tatsächlich verbraucht wird, können viele jedoch
nur schwer einschätzen. Im Durchschnitt gehen die Befragten von einem
persönlichen Tagesverbrauch von 85 Litern aus. Damit wird der
tatsächliche Verbrauch von ca. 130 Litern pro Tag (laut
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft) nach wie vor deutlich
unterschätzt.
Zwtl.: Breite Zustimmung zu Einschränkungen nicht notwendiger
Wassernutzung
Sollte eine akute Mangelsituation konkrete Sparmaßnahmen
notwendig machen, zeigt sich die Bevölkerung zu Einschränkungen
bereit. Insbesondere dort, wo Wasser nicht zur Deckung grundlegender
Bedürfnisse verwendet wird. Ein Autowaschverbot würde von 85 Prozent
unterstützt (2023: 78%). Auch ein Befüllverbot für private Pools
stößt mit 78 Prozent auf breite Zustimmung (2023: 75%).
Zwtl.: Vom gefühlten Überfluss zur schützenswerten Ressource
Die neue Marketagent-Studie zeichnet insgesamt ein klares Bild:
Wasser besitzt in Österreich einen außerordentlich hohen Stellenwert,
gleichzeitig schwindet das Vertrauen in seine dauerhaft
uneingeschränkte Verfügbarkeit. Innerhalb von drei Jahren ist sowohl
die Einschätzung der aktuellen Lage als auch der Blick in die Zukunft
deutlich kritischer geworden.