Wirtschaftsministerium startet Potenzialstudie für mehr Wasserkraft und schnellere Verfahren

Wien (OTS) – „Wasserkraft ist das Rückgrat unserer Stromversorgung
und ein
entscheidender Grund, warum Österreich bei erneuerbarem Strom Europas
Nummer eins ist. Diesen Vorsprung wollen wir ausbauen. Mit der
Potenzialstudie prüfen wir konkret, wo neue Wasserkraft- und
Pumpspeicherkraftwerke möglich sind, wie wir mehr Leistung aus
bestehenden Anlagen holen und Genehmigungsverfahren einfacher,
schneller und rechtssicherer machen können. Mehr heimische
Wasserkraft kann Stromimporte und den Einsatz von Gaskraftwerken
verringern. Das stärkt unsere Versorgungssicherheit, unsere Industrie
und den Standort Österreich“

Zwtl.: Studieninhalt: Wasserkraftpotenziale heben und Ausbau
beschleunigen

– Die Studie prüft,

– welche Potenziale durch den Neubau bzw. die Erweiterung von
bestehenden Wasserkraft- und Speicheranlagen bis 2030 und 2040 in
Österreich realisierbar sind

– wie Genehmigungsverfahren (UVP, WRG etc.) bis 2030 und 2040
einfacher, schneller und rechtssicherer werden können.

Mit der Beauftragung ist ein zentraler Teil der Maßnahme 27 aus
der Industriestrategie in Umsetzung.

Die Ergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet.

Zwtl.: Ziel: Fünf Terawattstunden mehr Wasserkraftstrom bis 2030

Im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz ist festgelegt, dass Österreich im
Jahr 2030 aus Wasserkraft fünf Terawattstunden mehr Strom erzeugen
soll als im Jahr 2020. Das entspricht rechnerisch dem
Jahresstromverbrauch von rund 1,4 Millionen Haushalten.

– Für das Jahr 2024 ergibt sich bei einer gleichmäßigen Verteilung
des Ausbauziels ein Vergleichswert von zwei Terawattstunden
zusätzlich gegenüber 2020. Die E-Control weist für 2024 bereits 2,634
Terawattstunden zusätzlichen Wasserkraftstrom aus – rechnerisch genug
für rund 750.000 Haushalte.

Zwtl.: Zentrale Fakten über Wasserkraft

– Österreich liegt bei erneuerbarem Strom an der europäischen Spitze:
2024 stammten laut Eurostat 90,1 Prozent des Bruttostromverbrauchs
aus erneuerbaren Quellen – der höchste Anteil aller EU-Staaten.
Österreich lag damit deutlich vor Schweden mit 88,1 Prozent und
Dänemark mit 79,7 Prozent sowie um 42,6 Prozentpunkte über dem EU-
Durchschnitt von 47,5 Prozent. Den größten Beitrag leistet die
Wasserkraft; ihr Anteil an der heimischen Stromerzeugung lag in den
vergangenen Jahren je nach Wasserangebot zwischen 54 und 67 Prozent.
Im EU-Durschnitt ist der Wasserkraftanteil bei rund 13,2 Prozent.

– Wasserkraft liefert nicht nur erneuerbaren, sondern auch
verlässlichen Strom . Laufkraftwerke erzeugen abhängig von der
Wasserführung über lange Zeiträume Strom. Speicherkraftwerke können
Energie zwischenspeichern und bei hoher Nachfrage oder geringer Wind-
und PV-Erzeugung innerhalb kurzer Zeit bereitstellen. Dadurch
stabilisieren sie das Stromnetz.

– Österreich verfügt über mehrere tausend Wasserkraftwerke. Ende 2024
waren rund 3.260 Wasserkraftwerke mit einer installierten
Gesamtleistung von über 15 GW in Betrieb – der Großteil davon
Laufkraftwerke. Auch viele kleine Anlagen leisten einen wichtigen
Beitrag zur regionalen Stromversorgung

– Insbesondere Pumpspeicherkraftwerke sind der ideale Partner für
Windkraft und Photovoltaik . Pumpspeicherkraftwerke können bei
Stromüberschüssen Energie aufnehmen und bei höherem Bedarf wieder
Strom erzeugen. Zudem stellen sie wichtige Leistungen für die
Stabilität des Stromnetzes bereit.

Redaktioneller Anspruch

Bauguide erklärt komplexe Bau- und Wohnthemen verständlich, praxisnah und mit Blick auf österreichische Rahmenbedingungen.