Wien/Salzburg/Innsbruck (OTS) – Unter österreichischer Leitung hat
ein internationales Konsortium aus
64 Wissenschaftler*innen von fünf Kontinenten 101 Empfehlungen
vorgelegt, wie Ernährung und Bewegung stärker in Prävention,
Gesundheitsversorgung und Bildung verankert werden können. Darauf
aufbauend wurde ein 10-Punkte-Fahrplan für politisches Handeln
veröffentlicht. Die Publikationen erschienen in Frontiers in
Nutrition und Frontiers in Public Health und richten sich an Politik,
Gesundheitswesen und Bildungseinrichtungen weltweit.
Ausgangspunkt ist eine anhaltend alarmierende Entwicklung: Herz-
Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und andere nichtübertragbare
Erkrankungen verursachen heute rund 75 Prozent aller Todesfälle
weltweit, in Europa etwa 90 Prozent und in Österreich 92 Prozent.
Gleichzeitig steigen die Gesundheitsausgaben weiter – trotz
medizinischer Fortschritte.
Im Mittelpunkt der Empfehlungen steht HEAL (Healthy Eating &
Active Living): eine vollwertige, überwiegend pflanzliche Ernährung
kombiniert mit einem aktiven Lebensstil und regelmäßiger Bewegung.
Die Autor*innen empfehlen, HEAL als wissenschaftlich fundierten
Mindeststandard in Prävention, Gesundheitsversorgung und Bildung zu
etablieren, damit Gesundheitsförderung in der Gesellschaft breiter
wirksam wird. Grundlage ist die überzeugende Evidenz, dass diese
Kombination einen besonders wirksamen Hebel darstellt, um chronischen
Erkrankungen vorzubeugen, Lebensqualität und gesunde Lebensjahre zu
fördern und Gesundheitssysteme langfristig zu entlasten.
„Nachhaltige Gesundheit lässt sich nicht verordnen – sie muss
täglich gelebt werden. Deshalb ist die Verankerung von HEAL auf allen
Bildungsebenen die gesundheitspolitische Priorität unserer
Generation“, sagt Studienkoordinatorin Prof. Dr. Katharina Wirnitzer
von der PH Tirol, Universität Innsbruck und Charité –
Universitätsmedizin Berlin.
Die Wissenschaftler*innen fordern rasches Handeln: Prävention
soll früher und systematischer ansetzen, um Erkrankungen und damit
verbundenem menschlichem Leid entgegenzuwirken. Dafür sind
gesundheitsförderliche Lebensräume und Verpflegungsangebote sowie
eine verbindliche Verankerung grundlegender Gesundheitskompetenzen im
Bildungssystem nötig – von der Schule bis zur Ausbildung in Lehr- und
Gesundheitsberufen.
„Gesundheitskompetenz entsteht nicht zufällig. Wenn wir Ernährung
und Bewegung im Bildungssystem und Alltag verankern und
gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen schaffen, leisten wir einen
wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung“, betont Co-Autor
Dr. Manuel Schätzer von SIPCAN.
Publikationen:
1. Toward a roadmap for addressing today’s health dilemma – The 101-
statement consensus report. Frontiers in Nutrition, 2025.
2. Conquering today’s health paradox with the power of HEAL – an
expert consensus report plus research priorities and policymaker
roadmap. Frontiers in Public Health, 2026 .