Linz (OTS) – Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat gemeinsam mit
einem
Sachverständigen acht Laufräder unter 100 Euro Kaufpreis für Kinder
ab 1,5 bzw. 2 Jahren getestet. Dafür wurden die Laufräder einem
Härtetest unterzogen und auch der Aufbau wurde bewertet. Testsieger
sind die Laufräder von Hauck und Hudora. Das preisgünstigste Laufrad
um 35,20 Euro erhielt immerhin die Gesamtnote „Gut“.
Auf Laufrädern lernen Kinder spielerisch Koordination, Balance
und das Gefühl für Geschwindigkeit. Laufräder sollen vor allem Spaß
machen, aber auch sicher sein. Um den Eltern die Auswahl zu
erleichtern, hat die Arbeiterkammer Oberösterreich acht Produkte
getestet und nach vier Kategorien bewertet.
Aufbau
Die Ergebnisse beim Zusammenbau fielen sehr unterschiedlich aus. Die
Modelle von BabyOne und Keebike wurden aufgrund der einfachen
Handhabung mit „Sehr gut“ bewertet. Das Modell von XXXLutz ließ sich
erst nach einer Nachbearbeitung des Rahmens mit Säge und Feile
zusammenbauen. Da die Montage ohne zusätzliches Werkzeug nicht
möglich war, wurde das Laufrad insgesamt mit „Nicht genügend“
bewertet.
Belastungstest
Um die Sicherheit der Laufräder zu testen, wurden diese extremer
Belastung ausgesetzt. Mit einem Gewicht von 50 kg beladen liefen sie
eine Stunde durchgängig auf einem Laufband. Das Ergebnis wurde
mittels Videoüberwachung dokumentiert. Das Hauck Balance N Ride Zebra
und das Laufrad von XXXLutz bestanden den Härtetest mit „Sehr gut“,
dreimal gab es ein „Gut“ und je ein „Befriedigend“ und „Genügend“.
Das Laufrad von Baby Walz konnte nicht weiter überprüft werden, da
unter der Belastung die Felge an der vorderen Achse brach.
Kippspiel
Das Kippspiel bei Laufrädern bezieht sich auf den Spielraum zwischen
Achse und Rädern. Je geringer das Kippspiel, desto höher ist der
Fahrkomfort. Vor und nach dem Belastungstest wurde das Kippspiel der
Räder verglichen. Nicht verändert hat es sich bei den Rädern von
Hauck, Hudora, Puky, Chicco und My Baby Lou. Die schlechteste
Bewertung erhielt bei dieser Prüfung das Spiderman-Laufrad von Smyths
Toys.
Fallprobe
Bei der Fallprobe wird das Laufrad fünfzig Mal in jede Richtung zu
Fall gebracht und auf die dadurch entstandenen Schäden untersucht.
Minimale Schäden wurden bei sieben Laufrädern am Rahmen festgestellt.
Nur bei dem Rad von Smyths Toys entstand ein massiver Schaden an der
Lenkstangenabdeckung. Der Gummi hat sich komplett abgelöst und das
Eisen des Lenkers kam zum Vorschein, was zu einem erhöhten
Verletzungsrisiko führt.
Luft- oder Kunststoffreifen
Kunststoffreifen sind recht hart, federn kaum und sind oft rutschiger
als Luftreifen. Dadurch sind sie für unebene Wege eher nicht so gut
geeignet. Auf Schotter, Waldwegen und anderen unebenen Untergründen
sind Luftreifen die bessere Wahl. Je kleiner und ungeübter Ihr Kind,
umso mehr profitiert es vom geringen Gewicht von Gummireifen. Wenn es
größer wird und die Erfahrung steigt, sind Luftreifen eher das
richtige, weil sie besser rollen.
Tipps für den Kauf eines Laufrads
– Wichtig beim Kauf eines Laufrads ist die Größe. Neben dem Gewicht
spielt die Schrittlänge des Kindes und die Sitzhöhe des Laufrads eine
entscheidende Rolle. Das Kind muss im Sitzen mit beiden Fußsohlen
komplett den Boden berühren und die Knie leicht beugen können.
– Das Gewicht entscheidet darüber, ob das Kind das Rad kontrollieren
kann. Als Faustregel gilt: Das Laufrad sollte nicht mehr als 30
Prozent des Körpergewichts Ihres Kindes wiegen.
– Die Griffe sollten an den Außenseiten dicke Prallschützer aus Gummi
haben. Achten Sie auf versenkte Schrauben und abgedeckte Achsen,
damit es zu keinen Verletzungen kommt.
– Kinder wachsen extrem schnell. Achten Sie darauf, dass sich Sattel
und Lenker am besten stufenlos verstellen lassen. Ein tiefer Einstieg
am Rahmen erleichtert zudem das Auf- und Absteigen.
– Lassen Sie sich am besten im Fachhandel beraten und nehmen Sie Ihr
Kind zum Probieren mit.
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