Wer sich für eine Immobilie als Kapitalanlage entscheidet, der muss berücksichtigen, dass im Zuge der Auswahl nicht dieselben Kriterien gelten, die etwa im Rahmen der privat genutzten Immobilie gelten würden. Wer in Immobilien investieren will, der muss auf die Lage, den Zustand, die Größe, die Kosten und auch auf die Renditechancen achten.

Lage, Größe und Zustand sind entscheidend

Das wohl wichtigste Kriterium, wenn man eine Immobilie als Kapitalanlage nutzen möchte? Die Lage. Nur dann, wenn die Lage stimmt, darf man sich einerseits über eine hohe Mietauslastung und andererseits über eine positive Wertentwicklung freuen, sodass der Anleger auch vom späteren Verkauf profitieren kann. Immobilienmakler und Geldanlageberater müssen also ein entsprechendes Fachwissen besitzen, sodass der Anleger optimal beraten werden kann. Ein weiterer Punkt, der nicht außer Acht gelassen werden darf: die Ausstattung. Natürlich hängt die Bezeichnung (beispielsweise „gut ausgestattet“) vom Alter, von der Objektart und auch von den Vermietungsmöglichkeiten ab. Einerseits kann man in ein noch gar nicht vorhandenes Objekt investieren, andererseits besteht auch die Möglichkeit, dass ein älteres Objekt erworben, saniert und weitervermietet wird. Wichtig ist, dass gewisse Standards bereits erfüllt sind – ist das nicht der Fall, können hohe Anfangsinvestitionen für böse Überraschungen sorgen. Vor allem dann, wenn Zu- und Abwasserleitungen oder die ganze Elektrik erneuert werden müssen. Des Weiteren müssen Heizungsanlage, Wärmedämmung und Schalldämmung überprüft werden. Auch ein feuchter Keller kann zum Problem werden und die Kosten in die Höhe treiben. Nur dann, wenn der Anleger im Vorfeld die wesentlichen Faktoren berücksichtigt, kann er auch tatsächlich abwägen, ob es sich um eine lukrative oder sogenannte „Schrottimmobilie“ handelt.

Die Objektgröße hängt von der finanziellen Situation ab

Auch Objektart und Objektgröße spielen natürlich wesentliche Aspekte – jedoch hängen diese vom finanziellen Verfügungsrahmen des Anlegers ab. Einsteiger werden sich vorwiegend für Wohnungen in Mehrparteienhäusern interessieren. Der Vorteil einer derartigen Anlage? Das Mehrfamilien- bzw. Mehrparteienhaus wird von einem Verwalter betreut, sodass das finanzielle Risiko eher gering ausfällt. Verwalter- und Renovierungskosten werden in einem Fonds abgesichert, in den die Wohnungseigentümer einbezahlen. Einfamilienhäuser sind für Anfänger – sofern die Immobilie nicht geerbt wurde oder frei von Lasten ist – nicht empfehlenswert. Bleibt das Objekt ungenutzt, so muss weiterhin der Hypothekarkredit bedient werden. Im schlimmsten Fall können die monatlichen Kreditraten nicht mehr bezahlt werden, sodass es zum Notverkauf oder zur Zwangsversteigerung kommt.

Anleger dürfen keinesfalls die Kosten möglicher Sanierungen oder Renovierungen außer Acht lassen

Zu Beginn wird sich der Anleger natürlich mit dem Preis der Immobilie befassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Objekt privat genutzt oder als Kapitalanlage angeschafft werden soll. In beiden Fällen sollte man nicht den Rücklagenaufwand ignorieren; Anleger, die davon ausgehen, dass in den kommenden 10, 15 oder 20 Jahren keine Renovierungen notwendig sind, können oftmals böse Überraschungen erleben. Vor allem dann, wenn es sich um einen Altbau handelt, sind Renovierungen immer möglich.