Zwischen Hayek und Preisbremse

Wien (OTS) – Energiepreise steigen, Treibstoff wird teurer, die
Belastung für
Unternehmen und Haushalte wächst – und die politische Antwort folgt
immer demselben Muster: Preisbremsen. Strom, Gas, Mieten,
Treibstoffe. Der Staat greift ein, signalisiert Handlungsfähigkeit
und verkauft kurzfristige Entlastung. Doch aus ökonomischer Sicht
beginnt genau hier das eigentliche Problem.

Dr. Christian Joksch, Gründer von IMADEC Executive Education,
warnt vor einer Politik, die nicht die Ursachen bekämpft, sondern
deren Folgen kaschiert. Preisbremsen stehen aus seiner Sicht
exemplarisch für einen gefährlichen politischen Mechanismus: Die
Realität wird nicht gelöst, sondern überdeckt.

Preise werden nicht gesenkt – sie werden verschoben. Und damit
wird das Problem nicht gelöst, sondern systematisch verschärft,
erklärt Dr. Christian Joksch, Gründer von IMADEC Executive Education.
Gerade aus der Perspektive von IMADEC Executive Education, das seit
Jahrzehnten mit Führungskräften, Entscheidern und Top-Managern
arbeitet, wird die Brisanz besonders deutlich. Wer Preise politisch
manipuliert, greift in das zentrale Orientierungssystem einer
Volkswirtschaft ein.

Friedrich August von Hayek verstand Preise als Informations- und
Koordinationssystem des Marktes. Sie zeigen Knappheiten an, erzwingen
Anpassung und steuern wirtschaftliches Verhalten. Werden diese
Signale künstlich verzerrt, verliert der Markt seine Rückkopplung.
Knappheit wird dann nicht beseitigt, sondern politisch verdeckt.

Für IMADEC-Gründer Joksch ist genau das der Kern des Problems.Wir
bekämpfen Symptome und verstärken gleichzeitig die Ursache. Das ist
keine nachhaltige Wirtschaftspolitik, sondern organisierte
Verdrängung ökonomischer Realität, so Joksch. Besonders sichtbar wird
diese Fehlentwicklung im Energiebereich. Wenn Strom oder Treibstoff
künstlich verbilligt werden, sinkt der Anreiz zu sparen, effizienter
zu werden oder strukturell gegenzusteuern. Der reale Mangel bleibt
bestehen, doch das Signal, das zu Anpassung zwingen würde, wird
abgeschwächt oder ausgeschaltet.

Nach Auffassung von IMADEC Executive Education ist das nicht nur
ein ökonomischer Fehler, sondern auch ein Problem politischer
Glaubwürdigkeit. Preisbremsen suggerieren Kontrolle, wo in Wahrheit
keine echte Lösung vorliegt. Sie beruhigen kurzfristig, erzeugen aber
langfristig neue Belastungen – über Budgetdefizite, Inflation,
Verschuldung oder spätere Steuererhöhungen. Was heute als Entlastung
verkauft wird, ist oft nichts anderes als eine verdeckte Rechnung für
morgen, betont Joksch. Der Staat beseitigt die Kosten nicht. Er
verteilt sie nur um – und macht sie für Bürger und Unternehmen
zunächst weniger sichtbar.

Dass dieses Instrument dennoch immer wieder eingesetzt wird,
überrascht für Joksch nicht. Der politische Nutzen liegt auf der
Hand: schnelle Wirkung, öffentliche Sichtbarkeit, kurzfristige
Zustimmung. Die langfristigen Schäden sind hingegen verzögert, diffus
und damit politisch leichter ausblendbar. Gerade darin sieht Dr.
Christian Joksch die eigentliche Brisanz: Nicht der Einzelfall ist
das Problem, sondern das Prinzip. Wir organisieren uns eine
Scheinrealität – und wundern uns dann, wenn die echte Realität umso
härter zurückkommt, so der Gründer von IMADEC Executive Education.

Für IMADEC ist klar: Eine funktionierende Wirtschaftsordnung lebt
von Wahrheit in den Signalen, nicht von politischer Kosmetik. Wer
Preise deckelt, dämpft oder verbiegt, greift nicht bloß in einzelne
Märkte ein, sondern beschädigt die Funktionslogik wirtschaftlicher
Ordnung insgesamt.

Zwischen Hayeks Verständnis von Marktkoordination und der
heutigen politischen Praxis öffnet sich damit ein immer größerer
Graben: auf der einen Seite eine Ordnung, die auf Signalen, Knappheit
und Anpassung beruht – auf der anderen Seite eine Politik, die
Realität überdeckt, statt sie zu lösen. Die entscheidende Frage
lautet daher nicht mehr, ob Preisbremsen kurzfristig populär sind.
Die entscheidende Frage lautet, ob Politik und Öffentlichkeit bereit
sind, die langfristigen Folgen dieser Scheinentlastung zu tragen.

Denn eines bleibt unverändert: Wer Preise bremst, verändert nicht
die Realität – er verschlechtert sie.