WKO: Lohnnebenkosten senken und heimische Jobs sichern!

Wien (OTS) – „Der Wirtschaftsstandort Österreich hat in den
vergangenen Jahren
massiv an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Das gefährdet heimische
Arbeitsplätze. Neben anderen Faktoren sind die im europaweiten
Vergleich extrem hohen Lohnnebenkosten ein wesentlicher Grund dafür,
deren Senkung daher jetzt rasch auf den Weg gebracht werden muss“,
betonen Martha Schultz, Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich,
sowie WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger. Denn weniger
Wettbewerbsfähigkeit bedeutet weniger Aufträge, weniger
Investitionen, Abwanderung von Produktion und kostet daher Jobs.
Berechnungen von EcoAustria zeigen: Jeder Prozentpunkt, um den die
Lohnnebenkosten gesenkt werden, bringt 10.000 bis 12.000 Jobs.

Die Formel ist einfach: Hohe Lohnnebenkosten = weniger
Wettbewerbsfähigkeit. Und weniger Wettbewerbsfähigkeit = weniger
Jobs. Gerade angesichts äußerer Krisen, die Österreich nicht
beeinflussen kann, gelte es umso mehr, nationale
Gestaltungsspielräume auszuschöpfen und das kommende Doppelbudget für
erste Schritte einer substanziellen Entlastung heimischer Betriebe
und ihrer Mitarbeiter:innen zu nutzen. Vor diesem Hintergrund richten
die Vertreterinnen und Vertreter der heimischen Wirtschaft in Form
eines Offenen Briefes einen dringenden Appell an Finanzminister
Markus Marterbauer, durch eine rasche und spürbare Senkung der
Lohnnebenkosten heimische Arbeitsplätze zu sichern. (PWK177)

Der Offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bundesminister Marterbauer,

Österreichs Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren massiv an
Wettbewerbsfähigkeit verloren. Ein wesentlicher Grund sind hohe
Lohnnebenkosten. Zum Bruttolohn kommen rund 29,6 Prozent hinzu – das
ist international ein Spitzenwert.

Für die Unternehmen bedeutet das eine enorme Belastung, die
Arbeitsplätze gefährdet und den Standort schwächt. Daher fordern wir:
Lohnnebenkosten jetzt senken – und heimische Jobs sichern!

DORT UNTERSTÜTZEN, WO WIR ES IN DER HAND HABEN

Das wirtschaftliche und geopolitische Umfeld ist und bleibt
angespannt. Die vor wenigen Monaten für 2026 erwartete Erholung ist
nach aktuellen Prognosen nicht zu halten. Für viele Betriebe ist das
ein Alarmsignal: Steigt die Unsicherheit und bleiben die Kosten hoch,
werden Investitionen verschoben.

Österreichs Wirtschaft braucht jetzt wieder Schwung. Dafür müssen
die Betriebe entlastet, nicht zusätzlich belastet werden.

Externe Krisen können wir nicht steuern. Umso wichtiger ist es,
bestehenden Gestaltungsspielraum auf nationaler Ebene zu nutzen. Sie
haben es in der Hand, die Betriebe dort zu entlasten, wo Kosten
hausgemacht sind und im Inland entstehen. Eine Senkung der
Lohnnebenkosten würde den Betrieben in dieser schwierigen Lage
wichtigen Rückenwind verleihen.

Es geht uns um Entlastung, nicht um Leistungskürzungen. Das ist
möglich, wie schon frühere Schritte bei den Lohnnebenkosten gezeigt
haben. Der Unfallversicherungsbeitrag wurde seit 2014 von 1,4 auf 1,1
Prozent gesenkt, ohne Leistungen einzuschränken.

EINSPARUNGSPOTENZIALE SIND VORHANDEN

Uns ist bewusst, dass der budgetäre Spielraum eng ist. Gerade
deshalb müssen bestehende Einsparungspotenziale gehoben werden – etwa
durch mehr Effizienz und einen zielgenaueren Mitteleinsatz in den
öffentlichen Systemen wie z.B. in der Verwaltung, durch die gezielte
Verhinderung von Leistungsmissbrauch, aber auch bei Förderungen und
im Föderalismus.

Ziel muss sein, bei den Lohnnebenkosten schrittweise auf
deutsches Niveau zu kommen. Ein erster spürbarer Schritt auf diesem
Weg muss im nächsten Doppelbudget verankert werden.

Eine Senkung der Lohnnebenkosten sichert Beschäftigung, stärkt
Konsum und Investitionen und erhöht damit das Steueraufkommen.

UNSER APPELL: Setzen Sie mit einer Senkung der Lohnnebenkosten
ein klares Signal für die österreichische Wirtschaft, für
Wettbewerbsfähigkeit am Standort Österreich – und damit für heimische
Jobs!

Martha Schultz
Präsidentin der WK Österreich

Andreas Wirth
Präsident der WK Burgenland

Jürgen Mandl, MBA
Präsident der WK Kärnten

KR Wolfgang Ecker
Präsident der WK Niederösterreich

Mag.a Doris Hummer
Präsidentin der WK Oberösterreich

KR Peter Buchmüller
Präsident der WK Salzburg

Ing. Josef Herk
Präsident der WK Steiermark

Barbara Thaler
Präsidentin der WK Tirol

KR Karlheinz Kopf
Präsident der WK Vorarlberg

DI Walter Ruck
Präsident der WK Wien

Den Offenen Brief als PDF finden Sie HIER

Weitere Informationen: https://www.wko.at/lohnnebenkosten