Wien (OTS) – Wirtschaftlicher Austausch, enger Warenverkehr und die
strategische
Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen Österreich und Südtirol
standen im Mittelpunkt des Treffens von Wirtschaftsminister Wolfgang
Hattmannsdorfer und Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher in
Bozen. Ein gemeinsames Anliegen: eine starke europäische Industrie,
resiliente Wertschöpfungsketten, eine verlässliche Energieversorgung
und ein klares Bekenntnis zu „Made in Europe“ .
„Österreich und Südtirol sind wirtschaftlich, historisch und
mental eng verbunden. Gerade deshalb tragen wir gemeinsam
Verantwortung für eine starke europäische Industrie und für faire
Wettbewerbsbedingungen“, betonte Hattmannsdorfer zum Auftakt des
Treffens.
„Made in Europe“ als Leitprinzip für öffentliche Mittel
Hattmannsdorfer unterstrich, dass Europas Wettbewerbsfähigkeit
nur dann nachhaltig gesichert werden könne, wenn öffentliche
Aufträge, Förderungen und Investitionen konsequent an europäische
Wertschöpfung geknüpft werden .
„Wenn wir im internationalen Wettbewerb bestehen wollen, müssen
wir europäische Stärken gezielt ausbauen und Abhängigkeiten von
Drittstaaten reduzieren. Deshalb muss Made in Europe‘ Leitprinzip bei
öffentlichen Aufträgen und EU-Förderungen werden. Wer von
europäischen Steuergeldern profitiert, muss in Europa produzieren,
Arbeitsplätze schaffen und industrielle Kompetenz sichern“, so
Hattmannsdorfer.
Während andere Wirtschaftsmächte – allen voran die USA mit einer
klaren „America first“-Strategie – ihre Schlüsselindustrien aktiv
schützen, müsse Europa seine industriepolitischen Instrumente
entschlossener nutzen.
„Der Austausch hat gezeigt, wie eng viele wirtschaftliche und
gesellschaftliche Fragen miteinander verbunden sind. Südtirol kann
hier eine wichtige Brückenfunktion einnehmen. Entscheidend ist, dass
wir bei Themen wie Energiewende und Verkehr im Gespräch bleiben und
gemeinsame Lösungen weiterentwickeln“, so Landeshauptmann Arno
Kompatscher.
Österreich und Südtirol: Gemeinsame Mentalität, gemeinsame
Verantwortung
Österreich und Südtirol verbinde nicht nur eine enge
wirtschaftliche Verflechtung, sondern auch eine ähnliche Mentalität:
Fleiß, Qualitätsanspruch und internationale Ausrichtung.
„Wie tragfähig diese Partnerschaft ist, zeigt sich ganz konkret
in den Handelszahlen: Südtirol ist ein zentraler Handelspartner
Österreichs. Rund zehn Prozent der österreichischen Exporte gehen
nach Südtirol, jeder zehnte Export-Euro wird hier verdient.
Gleichzeitig entscheiden sich viele österreichische Unternehmen
bewusst dafür, ihre italienischen Niederlassungen in Südtirol
anzusiedeln und regionale Wertschöpfung aufzubauen“, so
Hattmannsdorfer.
Zahlen und Fakten zum Warenverkehr 2024
– Gesamtexport: 7.440 Mio. Ꞓ (+3,2 %)
– Gesamtimport: 6.728 Mio. Ꞓ (-5,1 %)
– Export nach Österreich: 779,1 Mio. Ꞓ (-5,4 %)
– Import aus Österreich: 1.271,86 Mio. Ꞓ (-12,7 %)
Wichtigste Exportmärkte Südtirols sind Deutschland (ca. 32 %) und
Österreich (ca. 9,5 %). Zu den wichtigsten Exportgütern zählen land-
und forstwirtschaftliche Produkte – insbesondere Äpfel – sowie
Maschinen, Traktoren und Transportfahrzeuge.




