Winterzeit ist Ruhezeit: WWF gibt Tipps zum Schutz von Wildtieren

Wien (OTS) – Anlässlich der aktuellen Minusgrade ruft der WWF
Österreich zu
besonders rücksichtsvollem Verhalten in der Natur auf. Denn die
derzeitigen Tiefsttemperaturen stellen viele heimische Wildtiere vor
große Herausforderungen. „ Energiesparen ist jetzt überlebenswichtig.
Stress oder unnötiges Fluchtverhalten sind in dieser Phase besonders
schädlich. Wir bitten daher, den Tieren ihren Raum und ihre Ruhe zu
geben” , sagt WWF-Experte Christian Pichler. Konkret empfiehlt der
WWF, bei Spaziergängen und Wanderungen auf markierten Wegen zu
bleiben, sich ruhig zu verhalten und ausreichend Abstand zu
Wildtieren zu halten. Hunde sollten zudem an die Leine genommen
werden. „Wer diese einfachen Regeln beachtet, leistet einen wichtigen
Beitrag zum Erhalt unserer heimischen Artenvielfalt”, sagt Christian
Pichler vom WWF.

Seeadler: Balzzeit unter schwierigen Bedingungen
Eine heimische Art, die derzeit besonders gefordert ist, ist der
Seeadler. Die Tiere befinden sich derzeit am Höhepunkt der Balzzeit.
Die Paare werben dabei in gemeinsamen Balzflügen über ihren Revieren
und verteidigen diese gegen Eindringlinge. Dabei kommt es im Flug
auch zu heftigen Auseinandersetzungen mit Artgenossen. Nach der Balz
folgt rasch die Paarung und bereits Ende Jänner oder Anfang Februar
legen die ersten Paare ihre Eier. Gerade in dieser sensiblen Phase
ist Ruhe im Brutrevier entscheidend. Jede Störung beim Horst kann
dazu führen, dass die Seeadler das Nest verlassen und die Eier oder
Jungvögel nicht überleben.

Luchse kurz vor der Paarungszeit
Mit nur 30 bis 35 Individuen ist der Luchs in Österreich weiterhin
vom Aussterben bedroht. Die Tiere sind zwar hervorragend an die
Winterkälte angepasst – ihre breiten Pfoten wirken wie Schneeschuhe
und ihr dichtes Fell schützt sie vor Kälte. Doch auch Luchse müssen
im Winter sparsam mit ihrer Energie umgehen. Jede Störung bedeutet
Stress und kostet wertvolle Kraft. Ab Februar beginnt zudem die
Paarungszeit – eine besonders kritische Phase. Die im Mai geborenen
Jungtiere ziehen noch mit ihren Müttern umher, doch nur etwa jeder
zweite Luchs schafft später den Sprung in ein eigenständiges Leben
mit eigenem Revier. „Auch wenn der Luchs extrem selten ist, bitten
wir auch hier um besondere Rücksichtnahme – vor allem in der nieder-
und oberösterreichischen Grenzregion zu Bayern und Böhmen, wo mit bis
zu 25 Tieren die größte heimische Population lebt”, sagt Christian
Pichler vom WWF.

Biber und Fischotter zusätzlich durch Abschüsse bedroht
Im Fall von Biber und Fischotter kommen zu den Entbehrungen des
Winters wie Nahrungsmittelknappheit und Stress noch rechtswidrige
Tötungsverordnungen als weitere Belastung hinzu. In Bundesländern wie
Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg wurden zuletzt
entsprechende Rechtsnormen gegen den Biber erlassen. Auch beim
Fischotter gelten mittlerweile in fünf Bundesländern aus Sicht des
WWF rechtswidrige Tötungsverordnungen. Da sich Fischotter ganzjährig
fortpflanzen und somit auch im Winter Nachwuchs haben können, treffen
Abschüsse die Tiere besonders hart: Jungtiere bleiben dann schutzlos
zurück und verhungern. „Die Bundesländer müssen ihre populistische
Abschuss-Politik sofort beenden und für eine konfliktarme Koexistenz
auf wissenschaftlich fundierte Lösungen setzen: Das heißt auch, den
Tieren den nötigen Raum in der Natur zuzugestehen.”, sagt WWF-Experte
Christian Pichler.

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