Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler zum Tod von Elfie Semotan

Wien (OTS) – Mit großer Bestürzung reagieren Wiens Bürgermeister
Michael Ludwig
und Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler auf den Tod der Fotografin
Elfie Semotan. „Mit Elfie Semotan verliert Österreich eine seiner
bedeutendsten Fotografinnen. Über Jahrzehnte hat sie mit ihrer
unverwechselbaren Bildsprache die österreichische und internationale
Mode-, Porträt- und Kunstfotografie geprägt und dabei Generationen
von Fotograf*innen inspiriert“, würdigt Bürgermeister Michael Ludwig
die Verstorbene. „Ihre Fotografien verbanden Eleganz mit
Menschlichkeit, Präzision mit Empathie. Sie verstand es wie kaum
jemand, hinter die Oberfläche zu blicken und die Würde,
Individualität und Schönheit ihrer Motive sichtbar zu machen. Mit
ihrem Ableben verliert Österreich eine außergewöhnliche Künstlerin,
deren Werk weit über die Grenzen unseres Landes hinausstrahlt.“

„Elfie Semotan hat die österreichische Fotografie international
sichtbar gemacht und ihr zugleich eine unverwechselbare künstlerische
Handschrift verliehen“, ergänzt Kulturstadträtin Veronica Kaup-
Hasler. Die gebürtige Welserin absolvierte die Modeschule Hetzendorf
in Wien und ging anschließend nach Paris, wo sie zunächst als Model
arbeitete. Schon früh wurde ihr jedoch klar, dass sie ihre
eigentliche Ausdrucksform nicht vor, sondern hinter der Kamera finden
würde. Aus dieser Entscheidung entwickelte sich eine außergewöhnliche
Karriere, die sie zu einer der prägenden Persönlichkeiten der
österreichischen Fotografie machte.

„Mit ihrem Blick verband sie das Glamouröse stets mit dem
Menschlichen“, so Kaup-Hasler weiter. „Ihre Modefotografie wirkte nie
bloß inszeniert, sondern erzählte von echten Menschen, von Haltung,
Persönlichkeit und dem leisen Zauber des Alltäglichen. Sie suchte das
Authentische, das Unverstellte und fand darin eine zeitlose
Bildsprache von großer Kraft.“ Internationale Magazine wie Vogue,
Harper’s Bazaar, Esquire und The New Yorker zählten ebenso zu ihren
Auftraggebern wie zahlreiche renommierte Unternehmen. Besonders ihre
langjährige Zusammenarbeit mit Helmut Lang wurde zu einer der
prägenden Verbindungen zwischen Fotografie und Mode der vergangenen
Jahrzehnte. Auch ihre Kampagnen für Palmers oder Römerquelle sind bis
heute Teil des kollektiven Bildgedächtnisses Österreichs.

Kaup-Hasler erinnert zudem an die persönliche Begegnung mit der
Künstlerin: „Ich hatte mit Elfie Semotan wunderbare Gespräche, bei
denen mir klar wurde, dass Wien ein Haus für Fotografie fehlte. Gerne
erinnere ich mich an ihre Retrospektive ‚Elfie Semotan. Haltung und
Pose‘ im KunstHausWien im Jahr 2021. In gewisser Weise waren die
Begegnungen mit ihr eine Initialzündung für das Foto Arsenal Wien,
das heute als lebendiges Zentrum für Fotografie und Lens-Based Media
wirkt. Ich fühlte mich von Elfie Semotan inspiriert und beschenkt –
dafür bin ich ihr dankbar.“

Zuletzt lebte und arbeitete Elfie Semotan zwischen Wien, New York
und dem Südburgenland, das sie als ihre zweite Heimat bezeichnete.
Dort widmete sie sich zunehmend Landschaften, Bäumen und den stillen
Schönheiten des Alltags. Auch in diesen Arbeiten zeigte sich jene
besondere Fähigkeit, die ihr gesamtes Werk auszeichnete: die
Schönheit des Gewöhnlichen sichtbar zu machen.

„Elfie Semotan hat die österreichische Fotografie nachhaltig
geprägt und ihr internationale Anerkennung verschafft. Ihr Werk wird
weit über ihre Lebenszeit hinauswirken“, betont Bürgermeister Ludwig.
„Sie hat uns gezeigt, dass große Bilder nicht laut sein müssen, um
nachhaltig zu wirken. Wien wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren“,
so Kaup-Hasler abschließend.

Ihren Hinterbliebenen, den vielen Weggefährt*innen und allen, die
durch ihr Werk inspiriert wurden, gilt tief empfundenes Mitgefühl.