Wiener Gesundheitsverbund stellt geriatrische Versorgung für die Zukunft neu auf

Wien (OTS) – Der Wiener Gesundheitsverbund richtet seine geriatrische
Versorgung
neu aus. Künftig werden die 9 Pflegewohnhäuser entsprechend ihrer
jeweiligen Schwerpunkte als 4 Geriatrische Kliniken und 5
Pflegewohnhäuser geführt. Der Wiener Gesundheitsverbund reagiert
damit auf die Vorgaben des Regionalen Strukturplans Gesundheit 2030
und die Herausforderungen des demografischen Wandels sowie die
steigende Komplexität in der Behandlung älterer Menschen.

„Die Menschen werden älter und leben länger. Gleichzeitig nehmen
chronische und mehrfach bestehende Erkrankungen zu. Deshalb müssen
wir die Versorgung älterer Menschen weiterentwickeln und noch
gezielter auf ihre individuellen Bedürfnisse ausrichten“, erklärt
Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Generaldirektorin des Wiener
Gesundheitsverbundes. „Mit den neuen Geriatrischen Kliniken und
Pflegewohnhäusern schaffen wir eine zukunftsfähige Struktur, in der
ältere Menschen genau jene medizinische, therapeutische und
pflegerische Unterstützung erhalten, die sie benötigen.“

Die neue Organisationsstruktur wird schrittweise umgesetzt. Die
Umstellung erfolgt über mehrere Jahre hinweg, in enger Zusammenarbeit
mit dem Fonds Soziales Wien (FSW). Die neue Rechtsform der
Einrichtungen ist ab Ende 2027 vorgesehen.

Zwtl.: Geriatrische Kliniken für komplexe medizinische Versorgung

Die neuen Geriatrischen Kliniken bündeln medizinische,
therapeutische und pflegerische Expertise für schwer erkrankte,
betagte Patient*innen, die rund um die Uhr medizinische Behandlung
neben der Pflege und Betreuung brauchen. Dazu zählen etwa Menschen
mit komplexen neurologischen oder gerontopsychiatrischen Erkrankungen
oder Patient*innen, die eine Langzeit-Beatmung oder Wachkoma-
Betreuung benötigen.

Auch eine optimale Weiterbehandlung nach einem Aufenthalt in
einer Akutklinik ist hier möglich. Hierzu werden nach den Vorgaben
des Regionalen Strukturplans Gesundheit 2030, kurz RSG, gezielt
Betten aus den Akutkliniken in die Geriatrischen Kliniken verlagert
und die Bereiche Akutgeriatrie, Rehabilitation und Nachsorge gezielt
stärkt.

Die 4 Standorte werden künftig als Geriatrische Klinik
Leopoldstadt, Geriatrische Klinik Simmering, Geriatrische Klinik
Baumgarten und Geriatrische Klinik Donaustadt geführt. Sie haben den
Status einer Sonderkrankenanstalt.

Das Therapiezentrum Ybbs wird weiterhin die gerontopsychiatrische
Versorgung übernehmen und bleibt unverändert.

Zwtl.: 5 Pflegewohnhäuser mit Fokus auf Demenz, Langzeitpflege und
Gemeinschaft

Die Pflegewohnhäuser konzentrieren sich künftig auf die
professionelle Versorgung älterer Menschen mit hohem Pflegebedarf.
Hier stehen neben der pflegerischen Krankheitsversorgung,
Lebensqualität, Gemeinschaft und individuelle Unterstützung im
Vordergrund. Ein Schwerpunkt wird die Betreuung von Menschen mit
Demenz sein. Die medizinische Versorgung erfolgt nach Bedarf, die
pflegerische Betreuung steht im Mittelpunkt.

Die fünf Pflegewohnhäuser werden weiterhin als Pflege
Floridsdorf, Pflege Innerfavoriten, Pflege Liesing, Pflege Meidling,
und Pflege Rudolfsheim-Fünfhaus geführt. Sie besitzen den Status
einer Pflegeeinrichtung nach dem Wiener Wohn- und Pflegeheimgesetz,
kurz WWPG. Das bedeutet, dass die Pflege rund um die Uhr, ärztliches
Personal zu bestimmten Zeiten und nach Bedarf vor Ort ist.

Zwtl.: Versorgung durchgehend sichergestellt

„Für Bewohner*innen und Angehörige bleibt die Versorgung
selbstverständlich auch während der Neuausrichtung in gewohnt hoher
Qualität durchgehend sichergestellt“, betont Günter Bauer, Direktor
der Teilunternehmung Pflege des Wiener Gesundheitsverbundes.
„Deswegen wird die Umstellung schrittweise und in enger
Zusammenarbeit mit dem FSW, den Mitarbeiter*innen, Bewohner*innen und
Angehörigen erfolgen.“

Die neue Struktur entspricht den Zielsetzungen des Regionalen
Strukturplans Gesundheit 2030, der die Bereiche Akutgeriatrie,
Rehabilitation und Nachsorge gezielt stärkt.

Zwtl.: Enge Zusammenarbeit mit dem FSW

„Uns ist wichtig, dass die Menschen die Pflege und Betreuung
bekommen, die sie ganz individuell brauchen. Für jene, bei denen das
im eigenen Zuhause nicht mehr möglich ist, fördert der FSW in Wien
rund 17.200 stationäre Pflegeplätze. Auch hier gilt: Da, wo
Selbstständigkeit möglich ist, wollen wir sie mit bedarfsgerechter
Pflege und Betreuung auch stärken. Darum setzen wir auf eine
abgestufte Versorgung, die der Wiener Gesundheitsverbund mit seiner
Neuaufstellung sicherstellt. Im gesamten Prozess stehen wir den
Bewohner*innen als verlässlicher Partner zur Seite, unser FSW-Kund*
innen-Service wird proaktiv Kontakt mit den Betroffenen aufnehmen“,
betont FSW-Geschäftsführerin Anita Bauer.

Grundsätzlich unterscheidet der FSW anhand des individuellen
Versorgungsbedarfs zwischen Pflegeplätzen und Pflegeplätzen mit
ärztlicher Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Allgemeine Pflegeplätze stehen
jenen Wiener*innen zur Verfügung, deren Pflege- und Betreuungsbedarf
so hoch ist, dass ein Leben im eigenen Zuhause und mit mobilen
Pflegeleistungen nicht mehr möglich ist. Ärztliche Rund-um-die-Uhr-
Betreuung erhalten Menschen mit komplexem und hohem Betreuungsbedarf,
die zusätzlich eine durchgängige medizinische Versorgung benötigen.
Durch die neue Struktur werden Plätze mit durchgängiger ärztlicher
Versorgung den Geriatrischen Kliniken, und allgemeine Pflegeplätze
den Pflegewohnhäusern zugeordnet.

Die Versorgung bleibt während der schrittweisen Umsetzung
unverändert sichergestellt.

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die wichtigsten Fragen:

Neuausrichtung geriatrische Versorgung im Wiener Gesundheitsverbund