Wien (OTS) – Anlässlich des Weltmädchentags am 11. Oktober betont der
Österreichische Gemeindebund die Bedeutung von Bürgermeisterinnen als
Vorbilder für Mädchen und junge Frauen. Bürgermeisterinnen machen vor
Ort sichtbar, was möglich ist – und ermutigen Mädchen und junge
Frauen, selbst Verantwortung zu übernehmen und ihre Gemeinden
mitzugestalten.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass noch nie so viele Frauen ein
Bürgermeister-Amt bekleidet haben wie heute: Erstmals in der
Geschichte Österreichs gibt es 253 Bürgermeisterinnen in den
heimischen Gemeinden. Damit steigt der Frauenanteil im Amt auf 12
Prozent. Im Vergleich zu vor zehn Jahren ist das ein Zuwachs von rund
64 Prozent oder ein Plus von rund 100 Frauen im Amt (2016 gab es nur
154 Bürgermeisterinnen in Österreich). Seit der Jahrtausendwende hat
sich die Anzahl der Bürgermeisterinnen mehr als verfünffacht (1999:
45 Bürgermeisterinnen).

„Wenn Mädchen schon in jungem Alter Frauen in politischen
Spitzenpositionen erleben, hat das bereits einen nicht zu
vernachlässigenden Nachahm-Effekt. Noch nie waren so viele Frauen in
der Kommunalpolitik tätig wie jetzt. Das ist ein wichtiger Schritt“,
so die Vizepräsidentinnen des Österreichischen Gemeindebundes,
Bürgermeisterin Daniela Kampfl und Bürgermeisterin Bettina Lancaster
. Gleichzeitig betonen sie: „Wir sehen aber auch, dass noch viel Luft
nach oben ist. Es ist wichtig, dass Frauen in den Kommunen
mitbestimmen. Mit der politischen Nachwuchsförderung kann man nicht
früh genug beginnen. Immerhin ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung
weiblich und deren Interessen und Lebensrealitäten sollten
entsprechend in der Politik vertreten sein. Deshalb fordern wir
Mädchen und Frauen in ganz Österreich auf: Macht mit, engagiert euch!
Die Kommunalpolitik ist dafür der beste Einstieg.“

Rund um den Weltmädchentag laden Gemeinden in ganz Österreich gezielt
Mädchen und junge Frauen im Rahmen von „Girls in Politics“ zu einem
„Schnuppern“ in der Kommunalpolitik ein. Damit soll das Interesse der
Mädchen an Politik vor Ort geweckt werden – gleichzeitig können sie
ihre Perspektiven einbringen.

In Niederösterreich wurde Anfang September die 100ste Bürgermeisterin
gewählt. Damit ist Niederösterreich das Bundesland mit dem höchsten
Frauenanteil bei den Bürgermeisterinnen (17,5 Prozent).
Oberösterreich hat mit 56 Bürgermeisterinnen oder 12,8 Prozent den
zweithöchsten Frauenanteil. Salzburgs Gemeinden stehen 14
Bürgermeisterinnen vor – das sind 11,8 Prozent. Burgenland hat 17
Ortschefinnen (9,9 Prozent), Vorarlberg neun (9,4 Prozent) und die
Steiermark hat 25 (8,8 Prozent). An der Spitze der Tiroler Gemeinden
stehen 22 Frauen (7,9 Prozent), in Kärnten sind es zehn (7,6 Prozent)
.

In 25 Gemeinden stehen übrigens gleich zwei Frauen an der Spitze:
Dort gibt es neben einer Bürgermeisterin auch eine (erste)
Vizebürgermeisterin. Wenn man die Gemeinden dazuzählt, wo neben der
Bürgermeisterin eine Frau die Rolle der zweiten Vizebürgermeisterin
bekleidet, so sind es 31.

Informationen über den Österreichischen Gemeindebund:
Der Österreichische Gemeindebund ist seit 1947 die kommunale
Interessensvertretung der österreichischen Gemeinden und Städte auf
Bundesebene und repräsentiert insgesamt rund 70 Prozent der
österreichischen Bevölkerung.