Welt-Nichtrauch Tag 2026: Krebshilfe warnt vor Nikotinabhängigkeit in neuer Form

Wien (OTS) – Zum Welt-Nichtrauch Tag 2026 zeigt die Österreichische
Krebshilfe
eine beunruhigende Entwicklung auf: Während der klassische
Zigarettenkonsum kontinuierlich zurückgeht, holen E-Zigaretten,
Nikotinbeutel und Tabakerhitzer enorm auf – besonders bei Kindern und
Jugendlichen. Österreich steht vor einem Generationenproblem der
Nikotinabhängigkeit in neuer Form.

Zwtl.: Nikotinkonsum bei Jugendlichen wieder im Aufschwung

In Österreich rauchen heute nur mehr 4 – 6 % der 15-Jährigen
klassische Zigaretten – das ist die gute Nachricht. Die schlechte: 8
% dieser Altersgruppe konsumieren täglich E-Zigaretten. Nikotinbeutel
(inkl. Snus und Kautabak) werden von 6 % täglich, sogar von 16 %
monatlich genutzt. Vor allem Buben konsumieren Nikotinbeutel, während
Mädchen verstärkt zu E-Zigaretten greifen. Fasst man alle Produkte
zusammen, steigt der Gesamt-Nikotinkonsum bei Jugendlichen seit 2019
wieder an.* Der durchschnittliche Einstieg in den Nikotinkonsum
erfolgt mit 15 Jahren – in einer Lebensphase, in der Lunge und Gehirn
noch in Entwicklung sind. Wissenschaftlich belegt ist: Wer als
Jugendliche/r zu Nikotinprodukten greift, erhöht das Risiko einer
dauerhaften Sucht. **

„Neue Produkte wie Nikotinbeutel, Vapes und Tabakerhitzer
kompensieren den Rückgang beim klassischen Rauchen mehr als
vollständig. In einem Alter, in dem jede Abhängigkeit besonders tiefe
Spuren hinterlässt. Nikotinsucht ist Nikotinsucht – unabhängig davon,
wie modern verpackt sie daherkommt,“ bekräftigt Univ.-Prof. Dr. Paul
Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe. „ Nikotinbeutel
sollten auch bei uns vom Markt genommen werden. In Ländern wie den
Niederlanden oder Belgien sind sie bereits verboten. Österreich darf
hier kein gesundheitspolitisches Schlusslicht bleiben ,“ so Sevelda.

Genau hier setzt auch die WHO zum Welt-Nichtrauch Tag 2026 an:
Unter dem Motto „Unmasking the appeal – countering nicotine and
tobacco addiction“ werden Werbe- und Aromaverbote sowie strengere
Verpackungsregeln gefordert, um Jugendliche zu schützen. „Österreich
macht gerade das Gegenteil“ , kritisiert Sevelda. „Werbeverbote für
Nikotinbeutel bis 2028 hinauszuzögern und die Gratisabgabe von
Produktproben auszuweiten – das ist kein Jugendschutz. Das ist
Jugendgefährdung.“

Zur Information und Awareness-Bildung hat die Krebshilfe eine
TikTok-Aktion gestartet, um Jugendliche direkt zu erreichen. Mehr
Informationen unter www.dontsmoke.at.

Zwtl.: Rauchen in Österreich: Fortschritt mit Schattenseiten

Rund 24 % der österreichischen Bevölkerung (ca. 2,1 Millionen
Menschen ab 15 Jahren) konsumieren täglich Rauchwaren, elektronische
Inhalationsprodukte oder rauchfreie Nikotinerzeugnisse. Rund 10 %
aller Todesfälle in Österreich sind auf Tabakrauchen (inkl.
Passivrauchen) zurückzuführen.*

Neue Produkte verdrängen klassische Zigaretten, ersetzen sie aber
nicht: 78 % der Konsument:innen von E-Zigaretten rauchen zusätzlich
klassische Rauchprodukte wie Zigaretten oder Zigarren („Dual Use“).
In Summe verzeichneten die neuen Produkte von 2020 bis 2024 einen
mehr als zehnfachen Anstieg bei Verkäufen und Umsätzen.*

„ Rauchen ist für rund 30 Prozent aller Krebstodesfälle
verantwortlich. Gleichzeitig denkt mehr als die Hälfte der Rauchenden
über einen Ausstieg nach. Genau hier setzen wir an: mit
niederschwelligen Angeboten wie dem Risikocheck auf dontsmoke.at.
Aufhören lohnt sich – immer und in jedem Alter,“ erklärt Mag. Martina
Löwe, Krebshilfe Geschäftsführerin & DON’T SMOKE Projektleiterin.

Kostenloser Risikocheck: Unter www.dontsmoke.at bietet die
Krebshilfe allen Raucher:innen einen Online-Symptom-Check mit LUIS
zur individuellen Risikoeinschätzung. Dieser Online Check ist auch
auf Serbokroatisch und Türkisch verfügbar.

Zwtl.: Es ist nie zu spät: Jeder Ausstieg zählt

Die wichtigste Botschaft zum Welt-Nichtrauch Tag: Ein Rauchstopp
wirkt sich unabhängig vom Alter positiv auf die Gesundheit aus.
Bereits kurz nach dem Rauch-Ausstieg sinken das Risiko für Lungen-
und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die Belastung durch
Passivrauchen messbar.**

51 % der täglich Rauchenden in Österreich denken über einen
Ausstieg nach – das Potenzial ist also vorhanden.*

Wer aufhören möchte, muss das nicht alleine schaffen. Auf
www.dontsmoke.at bietet die Österreichische Krebshilfe konkrete
Unterstützungen, gibt Tipps zum Rauchstopp und die kostenlose
Informationsbroschüre „Ratgeber zum Rauchstopp und zum rauchfreien
Leben“ .

Zwtl.: Danke den Partnern

Die DON’T SMOKE Initiative der Österreichischen Krebshilfe wäre
ohne starke Partner nicht möglich. Danke an die Österreichische
Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP), die Österreichische Gesellschaft
für Thoraxchirurgie, das Karl-Landsteiner-Institut für
Lungenforschung und pneumologische Onkologie sowie das Austrian
Comprehensive Cancer Network (ACCN) für ihr großes medizinisches
Engagement. Besonderer Dank auch den Sponsoren, die das breite
Angebot an Information, Früherkennungs- und Unterstützungsmaßnahmen
ermöglichen: MSD, Pfizer, AstraZeneca, Roche und Janssen-Cilag Pharma
GmbH, a Johnson & Jonson company.

* Gesundheit Österreich, Epidemiologiebericht Sucht 2025,
Dezember 2025, https://goeg.at/sites/goeg.at/files/2026-
04/Epidemiologiebericht%20Sucht%202025_BF.pdf (abgerufen am 5. Mai
2026)

** APA OTS der Stadt Wien, „Rauchstopp entscheidend: LEAD-Studie
zeigt Wandel beim Nikotinkonsum in Österreich“, 24. Februar 2026,
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260224_OTS0006/ (abgerufen
am 5. Mai 2026)