WB-Graf: Beschäftigung entsteht durch Anreize, nicht durch Zwang

Wien (OTS) – „Wir alle wissen: Österreich altert. Und ja, wir
brauchen ältere
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer länger im Job – sie bringen
Erfahrung, Know-how und Stabilität in die Betriebe. Das wissen
Unternehmen und schätzen sie auch. Viele Betriebe – gerade KMU –
wollen erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten. Ein Bonus-
Malus-System, das auf Zwang und Bestrafung setzt, ist jedoch der
falsche Weg. Dazu sagen wir klar Nein. Beschäftigung lässt sich nicht
per Quote oder Strafandrohung erzwingen, sondern entsteht durch
wirtschaftlich sinnvolle Rahmenbedingungen, wirksame Anreizsysteme
und ein wertschätzendes Miteinander von Betrieben und Beschäftigten.
Nachhaltige Lösungen gelingen dort, wo Zusammenarbeit und
gegenseitiges Verständnis im Mittelpunkt stehen“, sagt
Wirtschaftsbund-Generalsekretärin Tanja Graf auf die neuerliche
Forderung der Arbeiterkammer nach einem Bonus-Malus-System für ältere
Beschäftige.

Ältere Beschäftigung gelingt dann, wenn Arbeit gesund machbar
bleibt, wenn Teilzeitmodelle, gleitende Übergänge und flexible
Arbeitszeiten freiwillig möglich sind und Qualifizierung praxisnah
sowie unbürokratisch unterstützt wird. „Entscheidend ist dabei das
Vertrauen zwischen Betrieben und Beschäftigten. Dieses Miteinander
ist die Grundlage dafür, dass Lösungen gemeinsam und ohne Zwang von
außen gefunden werden. Was nicht hilft, sind pauschale
Schuldzuweisungen oder Bonus-Malus-Systeme, die am Ende vor allem
jene Betriebe treffen, die ohnehin mit Mitarbeitermangel, hohen
Lohnnebenkosten und wachsender Bürokratie kämpfen. Unternehmerinnen
und Unternehmer sind Partner, keine Gegner. Als Wirtschaftsbund
stehen wir klar für Anreize statt Strafen, für Flexibilität statt
Zwang und für eine Arbeitsmarktpolitik, die die Realität in den
Betrieben ernst nimmt. Denn eines darf man nicht vergessen: Jeder
Arbeitsplatz entsteht zuerst in einem Unternehmen – nicht in einer
Verordnung“, so Graf abschließend.