Wien (OTS) – Zu festlichen Anlässen füllen immer häufiger
alkoholfreie
Alternativen die Gläser. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI)
hat aktuell 16 alkoholfreie Aperitifs getestet: Elf alkoholfreie
Bitter-Aperos, die meist als „Spritz” mit entalkoholisiertem
Schaumwein und/oder Soda getrunken werden, vier alkoholfreie Gin-
Alternativen sowie ein alkoholfreies Getränk, das – unter anderem
aufgrund eines erhöhten Koffeingehalts – mit einer speziellen
„Wirkung” beworben wird. Überprüft wurde, welche Zutaten und
Zusatzstoffe laut Kennzeichnung in den Getränken enthalten sind sowie
die Angaben zu Nährwerten und Allergenen. Ein großes Augenmerk lag
zudem auf der Verkostung. Insgesamt fiel das Ergebnis positiv aus:
Achte Produkt wurden mit „gut“, acht mit „durchschnittlich“ bewertet.
Geschmacklich überzeugten viele Alternativen. Kritikpunkte gab es
jedoch bei den oft zahlreich enthaltenen Farbstoffen. Alle Details
zum Test gibt es im Jänner-KONSUMENT sowie auf
www.vki.at/alkoholfreie-aperitifs-2025 .
Viele Farbstoffe enthalten
Für eine ansprechende rote oder gelborange Farbwirkung greifen
Hersteller zu Farbstoffen. Etliche Produkte enthalten Azofarbstoffe (
etwa E110, E122), teils gleich mehrere pro Getränk. Bei sieben
Produkten werden Azofarbstoffe am Etikett angeführt. „Azofarbstoffe
stehen im Verdacht, zu Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen zu
führen“, erklärt VKI-Ernährungswissenschafterin Nina Eichberger.
„Lebensmittel, die die Farbstoffe E 102, E 104, E 110, E 122, E 124
und E 129 enthalten, müssen daher einen entsprechenden Warnhinweis
tragen, dass sie die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern
beeinträchtigen können.“ Fünf Produkte erfüllen diese Anforderung,
bei den alkoholfreien Aperos von Lyre’s und Rebels fehlt dieser
Hinweis hingegen. „Kinder sollten derartige alkoholfreie Alternativen
aber ohnehin nicht konsumieren – einerseits, um sie nicht an den
Geschmack zu gewöhnen, andererseits, weil kritische Azofarbstoffe und
Koffein enthalten sein können“, warnt Nina Eichberger.
Zwei getestete Produkte enthalten zudem den Farbstoff „Echtes
Karmin” (E120). Dieser sorgt für eine rote Farbgebung und wird aus
getrockneten weiblichen Cochenille-Schildläusen gewonnen. Aufgrund
des tierischen Ursprungs eignen sich karminhaltige Lebensmittel nicht
für Veganer:innen. Neben Farbstoffen enthalten die geprüften Getränke
häufig weitere Zusatzstoffe wie Konservierungs- und Säuerungsmittel
sowie Aromen.
Kalorienarm genießen
„Für Erwachsene, die auf Alkohol verzichten und Kalorien
einsparen wollen, können diese Produkte jedoch eine interessante
Alternative sein“, so Nina Eichberger weiter. Alkoholfreie
Alternativen enthalten deutlich weniger Kalorien: Während
alkoholische Bitter-Aperitifs wie Aperol- oder Campari-Spritz meist
etwa 160 bis 250 kcal pro Portion beinhalten, liegen die
alkoholfreien Aperos bei rund 60 bis 90 kcal pro fertig gemischtem
Drink. Die getesteten alkoholfreie Gin-Alternativen von Gordon’s,
Seedlip oder Rick haben nahezu keine Kalorien, da sie fast
ausschließlich aus aromatisiertem Wasser bestehen. Zum Vergleich:
Klassischer Gin mit rund 40 Prozent Alkohol kommt auf etwa 240 kcal
pro 100 ml. Gemischt als Gin Tonic ergibt dies etwa 150 kcal pro
Getränk. Die alkoholfreie Version kommt auf knapp 60 kcal pro
Getränk.
Bei der Verkostung überzeugten vor allem jene alkoholfreien
Aperitifs, die eine ausgeprägt bittere Geschmacksnote, ähnlich wie
Campari, aufweisen. Süße oder künstlich wirkende Alternativen stießen
hingegen auf weniger Akzeptanz. Ein hoher Preis garantiert dabei
keine bessere Qualität: Einige der teuersten Produkte schnitten im
Test nicht besser ab als günstige Eigenmarken.
SERVICE: Die ausführlichen Testergebnisse gibt es ab heute in der
Jänner-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und auf
www.vki.at/alkoholfreie-aperitifs-2025 .




