Wien (OTS) – In Österreich besteht für Kinder bis zum 12. Geburtstag
eine
Radhelmpflicht. Doch welche Helme sind empfehlenswert? Ein
internationaler Gemeinschaftstest, den die Stiftung Warentest
zusammen mit dem ADAC und anderen europäischen
Verbraucherorganisationen durchgeführt hat, kann keinen klaren
Favoriten benennen. Kein Modell konnte gleichermaßen bei Unfallschutz
und Handhabung punkten. 15 Helme erhielten eine „durchschnittliche“
Beurteilung, für zwei Modelle gab es sogar nur ein „weniger
zufriedenstellend“. Dennoch gilt: Selbst mit den Schlusslichtern aus
dem Test sind Kinder deutlich sicherer unterwegs als ohne Helm.
Weitere Informationen bietet der Verein für Konsumenteninformation (
VKI) auf www.vki.at/kinderfahrradhelme-2026 .
Deutlich verringertes Risiko für Hirntraumata
Eine groß angelegte US-Studie zeigt, dass Menschen, die bei einem
Fahrradunfall einen Helm tragen, ein um 52 Prozent geringeres Risiko
haben, ein schweres Hirntrauma zu erleiden. Das Risiko, an den Folgen
des Unfalls zu sterben, ist um 44 Prozent niedriger. Wie wichtig
Helme sind, zeigt der Verein für Konsumenteninformation (VKI) auch
anhand eines aktuellen Tests zu Kinderfahrrädern: Im Praxistest
stürzten einige Kinder durch zu starke Vorderbremsen über den Lenker.
Dank der Helme wurde niemand verletzt ( www.vki.at/kinderfahrrad-2026
).
Alle Testkandidaten puffern Aufprall deutlich ab
Alle 17 in Österreich erhältlichen Testmodelle pufferten einen
Aufprall deutlich ab und beugen so schweren Kopfverletzungen vor –
wenn auch manche besser als andere. Schwächen bei der Stoßprüfung
wiesen die getesteten Modelle von Fischer, Poc und Puky auf.
Insgesamt bieten diese Helme aber immer noch einen befriedigenden
Unfallschutz – auch wenn sie insbesondere den Schläfenbereich besser
schützen könnten. Abus YouDrop und Melon Urban Active, die eine
„weniger zufriedenstellende“ Beurteilung erhielten, dämpfen Stöße
zwar ordentlich ab, doch ihre seitlichen Riemen sowie der Kinnriemen
können sich während der Fahrt deutlich lockern. Im schlimmsten Fall
verrutscht bei einem Sturz der Helm auf dem Kopf – und kann ihn dann
nicht mehr zuverlässig schützen.
Risiko Restriemen und mangelnde Sichtbarkeit
Ein weiterer Kritikpunkt: Wenn man die Gurtriemen an den Kopf des
Kindes anpasst, bleibt bei einigen Gurten ein langes, loses Ende
übrig. Besonders bei Abus und Bell lässt sich der Restriemen nicht
gut sichern. Die Gefahr: Kinder könnten daran hängen bleiben.
Insgesamt gibt es bei sechs getesteten Modellen deutlichen
Verbesserungsbedarf bei der Sicherheit von Riemen und Schloss.
Auch die Sichtbarkeit könnte bei einigen Helmen deutlich
verbessert werden. So bleiben die Helme von Bell, Decathlon oder Uvex
im Dunkeln nahezu unsichtbar. Ein Helm, der im Dunkeln gut sichtbar
ist, ersetzt zwar keine Fahrradbeleuchtung, erhöht aber die Chance,
dass andere Verkehrsteilnehmende das Kind rechtzeitig wahrnehmen.
Tipps für den Helmkauf
–
Ausmessen . Den Kopfumfang des Kindes etwa einen Zentimeter über
den Augenbrauen messen. Dieser Wert dient jedoch nur als grobe
Orientierung, da letztlich die Kopfform entscheidend ist.
–
Anprobieren. Der Helm sollte waagerecht sitzen und Stirn,
Schläfen sowie Hinterkopf abdecken, wobei die Vorderkante etwa zwei
Fingerbreit über den Augenbrauen liegt. Das Kind bei der Anprobe den
Verschluss selbst öffnen und schließen lassen, um die
Alltagstauglichkeit zu prüfen.
–
Anpassen. Den Helm sorgfältig anpassen: Er muss fest sitzen, ohne
zu drücken oder zu wackeln. Die seitlichen Gurtbänder sollten
fingerbreit unter den Ohren ein Dreieck bilden, der Kinnriemen etwa
zwei Finger Platz lassen. Ein zu langer Restriemen sollte mit
Schlaufen gesichert werden, damit Kinder nicht daran hängen bleiben.
SERVICE: Die ausführlichen Testergebnisse gibt es online auf
www.vki.at/kinderfahrradhelme-2026 .





