Wien (OTS) – Auch die heutige 4. Gesprächsrunde zum Kollektivvertrag
für die
Beschäftigten in Hotellerie und Gastronomie zwischen der Gewerkschaft
vida und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) verlief ohne
Ergebnis. „Es spießte sich an ganzen 4 Euro mehr für die unterste
Lohngruppe. Trotz leichter Bewegung nach oben war die WKÖ nicht
bereit, hier noch mitzuziehen“, zeigt sich Eva Eberhart,
Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft vida empört. „Noch dazu haben
wir schon in der letzten KV-Runde ein neues Modell vorgelegt, das
insbesondere niedrige Einkommen absichern soll. Beschäftigte, die
ohnehin nahe an der Armutsgrenze arbeiten, müssen zumindest einen
Inflationsausgleich erhalten“, unterstreicht Eberhart, dass sich die
Gewerkschaft von der WKÖ kein Ultimatum setzen lässt.
Die Arbeitgeberseite lasse mit ihrer Ansage die Katze aus dem
Sack, dass sie an weiteren konstruktiven Verhandlungen und einem
fairen Abschluss gar kein Interesse mehr habe. „Das ist uns absolut
unverständlich. Schließlich wissen wir von einigen Betrieben der
Branche, dass sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits IST
-Lohnerhöhungen über der Inflation ausbezahlt haben. Und auch
Tourismusstaatssekretärin Zehetner hat heute die erfolgreichste
Wintersaison der Geschichte im Tourismus bekanntgegeben. Ist das der
WKÖ entgangen?“, so Eberhart weiter.
Konkret fordert die vida eine Erhöhung von mindestens 73 Euro
brutto in der untersten Lohngruppe sowie 65 Euro brutto in der
obersten Lohngruppe. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten fällt in
die Lohngruppe 5, die am niedrigsten entlohnt wird. „Wenn deswegen
den Beschäftigten die ihnen zustehende Lohnerhöhung weiter
vorenthalten wird, dass ein Hilfskellner auf seine 2.026 Euro im
Monat statt 73 Euro nur 69 mehr im Monat draufbekommen soll, dann
kann man sich eigentlich nur mehr kopfschüttelnd wundern, wie die WKÖ
dies in sozialer Hinsicht überhaupt verantworten kann“, so die vida-
Gewerkschafterin.
Kritisch sieht die vida auch das stetige Argument der
Arbeitgeberseite, wonach die Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre
bereits außergewöhnlich hoch gewesen seien. „Die Branche floriert,
aber die Beschäftigten profitieren davon nur begrenzt“, so Eberhart.
Während die Preise in Restaurants und Hotels seit 2022 kumuliert um
rund 38,4 Prozent gestiegen seien und damit deutlich stärker als die
allgemeine Inflation von rund 24,8 Prozent, zähle der Tourismus trotz
der vergangenen KV-Abschlüsse weiterhin zu den Niedriglohnbranchen.
Der aktuelle Mindestlohn im Tourismus-KV liegt seit November 2025 bei
lediglich 11,70 Euro pro Stunde.
„Wir sind jederzeit bereit an den Verhandlungstisch
zurückzukehren. Wir sind jedoch entsetzt, dass die WKÖ heute ihr
wahres Gesicht gezeigt hat, indem sie Kolleginnen und Kollegen, die
hart an der Armutsgrenze arbeiten müssen, 4 Euro im Monat
vorenthalten will“, so Eberhart abschließend.





