Verein GEDENKDIENST kritisiert Verlängerung auf 15-Monate

Wien (OTS) – Die Österreichische Wehrdienstkommission empfiehlt in
ihrem aktuellen
Bericht eine
Verlängerung des Gedenkdienstes auf 15 Monate. Der Verein
GEDENKDIENST, der seit über 30 Jahren zu einer kritische Aufarbeitung
der NS-Vergangenheit beiträgt, kritisiert diesen Vorschlag
entschieden. Was als „Belastungsausgleich“ dargestellt wird, entpuppt
sich als erhebliche Schwächung zivilgesellschaftlichen Engagements
und als existenzielle Bedrohung für den Verein GEDENKDIENST als
Trägerorganisation.
Eine Verlängerung des Gedenkdienstes auf 15 Monate wäre ein
finanzieller und organisatorischer Mehraufwand, der mit der ohnehin
angespannten Fördersituation nicht
umsetzbar ist. Zudem orientieren sich die weltweiten Einsatzstellen
an einem 12-Monats-
Rhythmus. Viele Gedenkdienstleistende wollen nach ihrem Dienstende im
September ein
Studium oder eine Ausbildung beginnen; eine Anhebung auf 15 Monate
würde diesen
Übergang erschweren und den Dienst für viele unzugänglich machen.
Grundsätzlich begrüßt der Verein GEDENKDIENST bessere Bedingungen für
Wehrdienstleistende, diese dürfen aber nicht auf dem Rücken der
Entsendetätigkeit des
Vereins ausgetragen werden: Wer Erinnerungskultur ernst nimmt, darf
sie nicht durch Laufzeitverlängerungen und finanzielle Hürden
aushöhlen. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass ziviles Engagement
zugunsten der Attraktivierung des Wehrdienstes sanktioniert werden
soll.