Linz (OTS) – Trotz eines steigenden Anteils von Vätern in Karenz,
liegt die
Betreuung von Kindern in Oberösterreich weiterhin überwiegend bei den
Frauen. Das Wiedereinstiegsmonitoring zeigt, dass Männer zwar
insgesamt häufiger Kinderauszeit in Anspruch nehmen, ihre
Erwerbsarbeit dafür aber nur kurz oder gar nicht unterbrechen. „ Für
echte Gleichstellung braucht es Rahmenbedingungen, die längere
Karenzzeiten von Vätern fördern und Frauen strukturell entlasten “,
so AK-Präsident Andreas Stangl.
Trotz steigender Väterbeteiligung bleibt Kinderbetreuung in
Oberösterreich weiterhin überwiegend Frauensache. Das
Wiedereinstiegsmonitoring 2026 zeigt zwar einen Anstieg des
Männeranteils in Kinderauszeit von 5,7 Prozent im Jahr 2006 auf 13,3
Prozent im Jahr 2023. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass noch immer
fast neun von zehn Frauen (86,7 Prozent) die Hauptverantwortung für
die unbezahlte Sorgearbeit übernehmen und dafür
Erwerbsunterbrechungen in Kauf nehmen. „ Die steigende Beteiligung
von Vätern darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kinderbetreuung
und Karenz sowie die damit verbundenen beruflichen Nachteile
weiterhin überwiegend von Frauen getragen werden “, so AK-Präsident
Andreas Stangl.
Besonders deutlich wird die ungleiche Verteilung bei der Dauer der
Karenz. So unterbrechen knapp zwei Drittel (63,7 Prozent) der Männer
ihre Erwerbstätigkeit für höchstens drei Monate, knapp ein Viertel (
23,7 Prozent) unterbricht trotz Kinderbetreuungsgeld-Bezug die
Erwerbsarbeit überhaupt nicht und nur 5,7 Prozent der Väter bleiben
länger als sechs Monate in Kinderauszeit. Das sind in absoluten
Zahlen 102 Männer.
Es zeigt sich auch ein Zusammenhang zwischen Einkommen und
Karenzbeteiligung. Während bei niedrigen Einkommen besonders häufig
gar keine Erwerbsunterbrechung erfolgt, nehmen Männer mit höheren
Einkommen zwar öfter kurze Karenzzeiten in Anspruch, längere
Erwerbsunterbrechungen bleiben aber auch in dieser Gruppe die
Ausnahme.
Die Folgen dieser ungleichen Aufteilung sind langfristig gravierend:
Frauen reduzieren bei Elternschaft häufiger ihre Arbeitszeit,
unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit länger und tragen dadurch ein
deutlich höheres Risiko für Einkommensverluste und Altersarmut.
Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher:
– eine gerechtere Verteilung unbezahlter Sorgearbeit
– gleiches Einkommen für gleichwertige Arbeit
– familienfreundlichere Arbeitszeitmodelle und Rahmenbedingungen
– Ausbau der Kinderbildungs- und -betreuungsplätze