Totschnig: Holzeinschlag und Schadholz rückläufig, Borkenkäfergefahr weiterhin hoch

Wien (OTS) – Die Holzeinschlagsmeldung ist eine jährliche,
österreichweite
Erhebung zur Entwicklung der geernteten Holzmengen sowie des
Schadholzanteils in den österreichischen Wäldern. Mitte April wurde
der aktuelle Bericht zur Holzeinschlagsmeldung für das Jahr 2025 vom
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) veröffentlicht.

Bundesminister Norbert Totschnig: „Die Schadholzmenge in unseren
Wäldern ist mit 6,38 Mio. Erntefestmetern im Vergleich zum Vorjahr
deutlich gesunken. Gleichzeitig bleiben die Borkenkäferschäden auf
einem hohen Niveau. Das verdeutlicht, wie wichtig ein
vorausschauender Waldumbau ist, um unsere Wälder langfristig
widerstandsfähiger zu machen. Als BMLUK treiben wir daher den Einsatz
klimaresilienter Baumarten und den Umbau zu stabilen Mischwäldern im
Rahmen des Waldfonds gezielt voran.“

Im Jahr 2025 betrug die Holznutzung im österreichischen Wald
insgesamt 19,56 Mio. Erntefestmeter ohne Rinde. Das bedeutet einen
Rückgang von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2024: 20,03
Millionen Erntefestmeter).

Die Schadholzmenge ist zwar deutlich gesunken, beträgt mit 6,38 Mio.
Erntefestmetern jedoch immer noch 32,6 Prozent des Holzeinschlages.
Dieser Rückgang ist insbesondere auf das Ausbleiben größerer Windwurf
– und Schneedruckschäden zurückzuführen.

Zu trocken: Borkenkäfergefahr bleibt konstant hoch
Die durch Borkenkäfer verursachten Schadholzmengen bleiben weiterhin
auf hohem Niveau und machen mit 2,91 Mio. Erntefestmetern nahezu 50
Prozent des gesamten Schadholzanfalles aus. Dies unterstreicht den
anhaltenden Handlungsbedarf in der Borkenkäferbekämpfung.
Entscheidend sind dabei eine konsequente Überwachung der Wälder und
der gezielte Einsatz von Monitoringfallen, um Massenvermehrungen
frühzeitig zu erkennen und rasch zu handeln.

Der insgesamt trockene Winter 2025/2026 – mit rund 22 Prozent weniger
Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt – verschärft die Lage
zusätzlich. Die Niederschläge im Februar konnten das Defizit nur
teilweise ausgleichen. Gerade der Wasserhaushalt im Frühjahr ist
jedoch entscheidend für die Widerstandskraft unserer Wälder in den
Sommermonaten und damit auch für die Resilienz der Bäume gegen den
Borkenkäferbefall.

Politische Maßnahmen zeigen Wirkung
Positiv hervorzuheben ist, dass die Förderprogramme der vergangenen
Jahre Wirkung zeigen. Die Wiederbewaldungsmaßnahmen entwickeln sich
gut und die Aufforstungen sind erfolgreich angewachsen. Dennoch
verdeutlicht sich die Notwendigkeit des vorrausschauenden Waldumbaus,
um die Widerstandsfähigkeit gegenüber Schadereignissen langfristig zu
erhöhen.

Stabilitätsverbessernde Maßnahmen werden im Rahmen des Waldfonds
sowie des GAP-Strategieplans umgesetzt. Eine Intensivierung der
Waldpflege und der verstärkte Einsatz von Mischbaumarten sind dabei
zentrale Ansätze.

Investitionen zur Förderung der Resilienz der Wälder sind
unumgänglich, um den positiven Trend fortzusetzen und die Funktionen
der Wälder langfristig zu sichern.

Weitere Ergebnisse der HEM 2025:
Von der geernteten Holzmenge entfällt mit 11,02 Millionen Festmeter
oder 56,3 Prozent des Einschlags der größte Anteil auf Sägerundholz,
5,9 Prozent davon als Sägeschwachholz. Auf Industrieholz entfallen
3,22 Millionen Festmeter oder 16,5 Prozent des Einschlages, im
Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert relativ konstant.

5,32 Millionen Erntefestmeter oder 27,2 Prozent des Einschlags gehen
in die energetische Nutzung, der Großteil davon als Waldhackgut.

Holz aus Vornutzungen im Zuge von stabilisierenden Pflegemaßnahmen
machte einen Anteil von 25,3 Prozent aus, das bedeutet einen Anstieg
von 17,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024.

Die aktuelle Publikation mit detaillierten Zahlen ist auf der
Webseite des BMLUK zu finden:
https://www.bmluk.gv.at/themen/wald/wald-in-oesterreich/wald-und-
zahlen/holzeinschlagsmeldung-2025.html