Wien (OTS) – Anlässlich des Tags der Bildung unterstreichen die
österreichischen
Volkshochschulen die unverzichtbare Rolle der gemeinnützigen
Erwachsenenbildung für den gemeinsamen sozialen, digitalen und
ökologischen Wandel. Damit alle Menschen aktiv an der Gestaltung der
Zukunft teilhaben können, müsse Bildung als öffentliches Gut gestärkt
und langfristig abgesichert werden.
„Bildung ist ein Grundpfeiler sozialen Zusammenhalts,
demokratischer Teilhabe und nachhaltiger Entwicklung. Gerade in
Zeiten tiefgreifender Veränderungen braucht es eine starke,
gemeinnützige Erwachsenenbildung, die Menschen dort abholt, wo sie
stehen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Bildungsweg“, betont VÖV
-Generalsekretär Dr. John Evers, aktuell auch Vorsitzender der
„Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs“ (KEBÖ).
Trotz steigender gesamtstaatlicher Bildungsausgaben bleiben viele
gemeinnützige Bildungsanbieter – darunter auch die Volkshochschulen –
strukturell unterfinanziert . Dies erschwert insbesondere die
Bildungsarbeit mit Menschen, die geringe Grundkompetenzen aufweisen.
In Österreich betrifft dies bis zu 1,7 Millionen Erwachsene , die
Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen haben. Diese
Situation beeinträchtigt nicht nur individuelle Lebensperspektiven,
sondern auch gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Prozesse.
Zwtl.: Industriestrategie braucht Erwachsenenbildung
Auch für die Umsetzung der jüngst veröffentlichten
Industriestrategie, insbesondere zur Entwicklung des
Fachkräftepotentials (Ziel 6), braucht es die Erwachsenenbildung.
Gemeint sind damit nicht nur etwa berufsbegleitende Weiterbildung,
Zweiter Bildungsweg sowie die Anerkennung non-formaler Kompetenzen.
„Nachhaltige Innovationsfähigkeit und Resilienz entstehen nämlich vor
allem dort, wo alle Bevölkerungsgruppen Zugang zu Bildung haben.
Programme für formal geringqualifizierte Erwachsene, ältere
Erwerbstätige sowie Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung sind
daher nicht sozialpolitische Randthemen, sondern wirtschaftliche
Notwendigkeiten. Und Resilienz umfasst mehr als Energie- und
Lieferkettenstabilität. Politische Bildung, Medien- und
Digitalkompetenz sowie Orientierung in Transformationsprozessen sind
entscheidend für gesellschaftliche Akzeptanz und demokratische
Stabilität“, so KEBÖ-Vorsitzender Evers, der in diesem Sinne die
gemeinnützige Erwachsenenbildung als einen zentralen Erfolgsfaktor
für die Industriestrategie 2035 bezeichnet.




