Linz (OTS) – In Österreich gerät das Steuersystem immer mehr in
Schieflage. Nach
wie vor zahlen Beschäftigte und Konsument:innen rund 80 Prozent aller
Steuern: Rund 56 Prozent stammen aus Lohnabgaben, weitere 21 Prozent
leisten Konsumentinnen und Konsumenten. Die Steuerstruktur muss daher
reformiert und fairer werden. „ Es kann nicht sein, dass
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Konsumentinnen und Konsumenten
den Großteil der Steuerlast tragen. Wir brauchen endlich mehr
Steuergerechtigkeit. Wer viel hat, soll auch mehr beitragen “, sagt
AK-Präsident Andreas Stangl.
Steuern finanzieren wichtige Leistungen. Ohne sie würden zentrale
öffentliche Aufgaben, von der Pflege bis zur sozialen Absicherung,
nicht verlässlich funktionieren. Gleichzeitig sollen aus Sicht der
Arbeiterkammer Menschen mit mehr Vermögen auch mehr Steuern
beitragen. Das soll soziale Ungleichheit abbauen und die Finanzierung
dort stärken, wo der Bedarf wächst.
2025 machten vermögensbezogene Steuern, wie Grunderwerbsteuer und
Grundsteuer, nur noch 1 Prozent aller Abgaben und Steuern aus. Auch
die Steuern auf Gewinne und Kapitalerträge sind zurückgegangen. Sie
machten 14,2 Prozent aller Abgaben und Steuern aus. Alleine die
beiden Senkungen der Körperschaftsteuer in den Jahren 2023 und 2024
kostete den Staat im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden Euro an
Einnahmen.
Anhebung der Körperschaftssteuer bleibt hinter Erwartungen
Dazu kommt: Die von der Bundesregierung ab dem Jahr 2028 geplante
Anhebung der Körperschaftsteuer für Unternehmen mit Gewinnen von mehr
als 1 Million Euro stellt zwar einen Schritt in die richtige Richtung
dar. Mit einem Volumen von rund 300 Millionen Euro erreicht sie
jedoch nicht einmal ein Drittel des Umfangs der beiden jüngsten
Senkungen der Körperschaftsteuer. Sie bleibt damit deutlich hinter
den Erwartungen zurück. Auch Erbschaften sind in Österreich eine
wichtige Ursache für die hohe Vermögensungleichheit. Reiche Haushalte
erben häufiger, wertvoller und völlig steuerfrei. In Summe fehlt
somit Geld zur Finanzierung von wichtigen Leistungen des
Sozialstaates wie Bildung, Pflege und Gesundheit.
AK-Präsident Stangl fordert Entlastung der Arbeitnehmer:innen
Die Arbeitnehmer:innen müssen aus Sicht der AK Oberösterreich
entlastet und die Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern erhöht
werden. Im Bereich der vermögensbezogenen Steuern tritt die AK
Oberösterreich für eine Besteuerung von Nettovermögen ab 1 Million
Euro und für eine reformierte Erbschaftssteuer für Erbschaften ab 1
Million Euro netto ein. Zudem müssen die Senkungen der
Körperschaftssteuer der letzten Jahre vollständig zurückgenommen
werden.





