Standortabsicherungsgesetz: Chemische Industrie kritisiert unsachliche Ungleichbehandlung bei Förderungen

Wien (OTS) – Der Fachverband der chemischen Industrie Österreichs
(FCIO) fordert
eine rasche Ausweitung der Entlastungsmaßnahmen des
Standortabsicherungsgesetzes (SAG) auf alle energieintensiven
Chemiesektoren. Es ist für den FCIO völlig unverständlich, warum die
auf EU-Ebene bereits erfolgte Ausweitung auf energieintensive
Chemiesektoren national noch nicht umgesetzt wurde. Das Untätigsein
des zuständigen Wirtschaftsministers führt zu Wettbewerbsverzerrungen
und einer Ungleichbehandlung der betroffenen Unternehmen ohne
sachliche Begründung. „ Wir erwarten uns hier rasches Handeln “, so
Ulrich Wieltsch, FCIO-Obmann. Die aktuelle Ausgestaltung führt dazu,
dass einige Branchen entlastet werden, während andere weiterhin die
vollen Kosten tragen müssen. Aus Sicht der chemischen Industrie ist
diese Ungleichbehandlung sachlich nicht nachvollziehbar und rechtlich
höchst problematisch.

Gerade jene Branchen, die aktuell besonders stark unter den
Auswirkungen geopolitischer Krisen, hoher Energie- und Rohstoffpreise
und massiver internationaler Konkurrenz stehen – darunter
Düngemittel, Chemiefasern und Kunststoffe – werden im Stich gelassen.
Damit werden wegen der fehlenden Anpassung des SAGs ausgerechnet jene
Branchen benachteiligt, die ohnehin bereits massiv durch die
Auswirkungen des Iran-Kriegs unter Druck stehen. „ Es kann nicht
sein, dass nach Gutdünken des Wirtschaftsministers einzelne Sektoren
entlastet werden und andere leer ausgehen. Industriepolitik darf
nicht dazu führen, dass nun einzelne Sektoren auch noch gegenüber den
europäischen Konkurrenten benachteiligt werden. Genau das passiert
derzeit “, warnt Wieltsch.

Zwtl.: Industriepolitische Weichenstellung für den Standort
Österreich

Die chemische Industrie gehört zu den Branchen mit dem höchsten
Energiebedarf. Strom und Gas sind zentrale Produktionsfaktoren.
Bereits kleine Kostenunterschiede entscheiden darüber, wo investiert,
produziert oder erweitert wird.

Zurecht kommt daher aus wichtigen Industriestandorten wie Linz
bereits deutliche Kritik aus der Stadtpolitik an der fehlenden
Anpassung an die EU-Leitlinien. Die chemische Industrie ist eine
Schlüsselbranche: Sie liefert 96 % der Vorprodukte der industriellen
Wertschöpfung in der EU und bildet damit die Grundlage zahlreicher
Industriezweige – von Pharma über Bau bis zur Energie- und
Umwelttechnik. Entwicklungen in der Chemieindustrie wirken daher
direkt auf große Teile der gesamten Industrie und
Wertschöpfungsketten.

„ Die Ausgestaltung des Standortabsicherungsgesetzes ist daher
letztlich eine Entscheidung darüber, ob industrielle Wertschöpfung,
Investitionen und Arbeitsplätze auch in Zukunft noch in Österreich
stattfinden “, betont Wieltsch.

Zwtl.: Über den FCIO

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist
die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in
Österreich. Die etwa 230 Mitgliedsunternehmen produzieren in
unterschiedlichen Sektoren z.B. Pharmazeutika, Kunststoffe und
Kunststoffwaren, Fasern, Lacke, Düngemittel oder auch organische und
anorganische Chemikalien. Die mehr als 50.000 Beschäftigten der
Branche stellten 2024 Waren im Wert von 19,3 Milliarden Euro her.
www.fcio.at