Stadtrat Hacker (SPÖ) tritt Behindertenrechte mit Füßen

Wien (OTS) – Persönliche Assistenz umfasst alle Hilfe- und
Unterstützungsleistungen, die für Menschen mit Behinderungen
notwendig sind, um selbstbestimmt in eigenen Wohnungen leben zu
können. 380 Personen in Wien beziehen vom Fonds Soziales Wien – FSW
diese Leistung, damit sie trotz ihrer Behinderung nicht im Pflegeheim
leben müssen und z.B. eine Berufstätigkeit ausüben können.

Der FSW finanziert diese Persönliche Assistenz mit 24 Euro pro
Stunde. Mit dieser Förderung können die Betroffenen ihre
Assistent:innen als Arbeitgeber:innen direkt beschäftigen.
Das Problem: eine Gehaltsstunde kostet laut Kollektivvertrag ohne
Zulagen 29 Euro. Die 5 Euro Differenz müssten Menschen mit
Behinderung aus ihrer eigenen Tasche bezahlen. Bei einem
durchschnittlicher Stundenbedarf von 285 Stundenpro Monat belaufen
sich die Zusatzkosten auf 1.425 Euro.

Der Betrag kann nicht aus dem Pflegegeld gedeckt werden, da dies
bei Bewilligung der Leistung bereits abgezogen wird. Zum Vergleich
dazu bezahlt das Land Tirol für dieselbe Leistung 41 Euro pro Stunde.
Daher fordert Selbstbestimmt Leben Österreich – SLIÖ , sowie die
gesetzlich eingerichtete Wiener Interessensvertretung für Menschen
mit Behinderungen – IVMB eine sofortige Erhöhung des Stundensatzes
auf das Mindestniveau des Kollektivvertrages.

Bernadette Feuerstein, Vorsitzende des Dachverbands SLIÖ, ist
empört:

„ Die Stadt Wien gibt Milliarden für Bauprojekte aus, hat aber
kein Geld um die Arbeitnehmerrechte von Persönlichen Assistent:innen
zu wahren und Menschen mit Behinderungen ein Leben außerhalb des
Heimes zu ermöglichen. Auch Heimplätze und das dort notwendige
Personal müssen von der öffentlichen Hand bezahlt werden. Wird die
Finanzierung für die Persönliche Assistenz nicht sofort
sichergestellt, müssen die Betroffenen in ohnehin schon überfüllte
Krankenhäuser und Heime. Wie soll das gehen? “

Die Vorsitzende der IVMB Christina Holmes ergänzt weiter:

„ Seit Jahren ignoriert Stadtrat Hacker dieses Problem und
belächelt die Bedarfe von Menschen mit Behinderung. Jegliche
Gespräche mit ihm und der zuständigen SPÖ Regierung sind gescheitert
und werden ihrerseits blockiert. Das führt dazu, dass die betroffenen
Menschen mit Behinderung in Kürze ihre Jobs kündigen, ihre
Assistent:innen entlassen und helfende Hände in Ketten gelegt werden.
Dabei wäre die Lösung so einfach: 5 Euro mehr pro Stunde und Menschen
mit Behinderung schaffen weiterhin Arbeitsplätze, sind selbst im
Arbeitsmarkt integriert und Teil der Gesellschaft. “

#HelfendeHändeInKetten

1. ^

Sämtliche Daten wurden der Begleitevaluierung_Harmonisierung+
PA_Zwischenbericht.pdf entnommen. Autor:innen (WU Wien, NPO-
Kompetenzzentrum): Mag. Selma Sprajcer, Katharina Wankat MSc, Laura
Stephan, Dr. Christian Grünhaus
Gesamtumsetzung: BMASGPK, Stand: Dezember 2025