Spezialeinheit WEGA: Fast 1000 Zugriffe bei Risikoeinsätzen pro Jahr

Wien (OTS) – Die Ausrüstungsoffensive bei Österreichs Spezial- und
Sondereinheiten
geht weiter. Neben zuletzt in den Dienst gestellten neuen gepanzerten
Fahrzeugen erhält die Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) nun
300 neue taktische Plattenträger. Damit wird die persönliche
Schutzausrüstung der rund 250 WEGA-Beamten weiter verbessert. Die
neuen Plattenträger bieten Schutz nach VPAM 6, während gleichzeitig
die Beweglichkeit und damit auch die Durchhaltefähigkeit der
Einsatzkräfte gewährleistet wird. VPAM6 bietet beispielsweise Schutz
vor dem weltweit stark verbreiteten Sturmgewehr Kalaschnikow (AK47).

„Die Sicherheit aller Polizistinnen und Polizisten hat oberste
Priorität. Gerade Einheiten wie die WEGA, die tagtäglich bei
gefährlichen Einsätzen einschreiten, benötigen moderne
Schutzausrüstung. Die neuen ballistischen Westen bieten Schutz und
zugleich Beweglichkeit bei Angriffen mit Langwaffen“, so
Innenminister Gerhard Karner, der ergänzt: „Natürlich ist es am
besten, wenn die Schutzausrüstung niemals benötigt wird“.

Binnen weniger Minuten am Einsatzort – fast 1000 Zugriffe pro
Jahr

Die WEGA, die der Landespolizeidirektion Wien untersteht, ist mit
mehreren sogenannten Sektorwägen rund um die Uhr im Wiener
Stadtgebiet im Einsatz und wird bei Einsätzen mit erhöhtem
Gefährdungsgrad hinzugezogen. Gerade diese Tatsache ermöglicht ein
Einschreiten binnen weniger Minuten, wenn Polizistinnen und
Polizisten der Polizeiinspektionen Unterstützung benötigen.

Die WEGA unterstützt bei Einsätzen, bei denen Waffen im Spiel
sind, bei größeren Raufereien, bei Festnahmen besonders gefährlicher
oder aggressiver Personen sowie bei Hausdurchsuchungen. Ein
Einsatzschwerpunkt liegt auch auf Großveranstaltungen mit erhöhtem
Gefahrenpotential, Risikofußballspielen in ganz Österreich oder
Demonstrationen und Kundgebungen. Teilweise unterstützten WEGA-Beamte
auch Großeinsätze im Ausland, zuletzt beispielsweise beim G7-Gipfel
in Ellmau oder beim G20-Gipfel in Hamburg. Die WEGA hat auch die
bundesweite Einsatz- und Ausbildungskompetenz anderer Einheiten im
GSOD-Bereich, also bei Großeinsätzen.

Im Jahr 2025 führte die WEGA knapp 1000 Zugriffe durch. Im ersten
Halbjahr 2026 waren es über 400. Bei 78 Prozent der Zugriffe war im
Vorhinein nicht bekannt, ob die betroffene Person bewaffnet ist. 93
Prozent der durchgeführten Zugriffe dauerten weniger als eine Minute
– eine weitere große Stärke der WEGA.

Hochselektives Auswahlverfahren und anspruchsvolle Ausbildung

Für eine Verwendung bei der WEGA müssen Polizeibedienstete nach
der zweijährigen polizeilichen Grundausbildung zumindest zwei weitere
Jahre praktische Diensterfahrung im exekutiven Außendienst vorweisen
und danach ein selektives mehrstufiges Auswahlverfahren absolvieren.
Dieses beinhaltet körperliche Leistungs- und Schießtests,
psychologische Eignungsdiagnostik und verschiedene einsatztaktische
Aufgaben.

Jene Beamten, die das Auswahlverfahren positiv absolvieren und
sich unter den vielen Bewerbern durchsetzen, absolvieren
anschließende eine neunmonatige Spezialausbildung. Diese besteht aus
einer sechsmonatigen Basisausbildung sowie einer dreimonatigen
Praxisphase in einer Einsatzkompanie. Darüber hinaus gibt es
zahlreiche Spezialausbildungen, unter anderem in den Bereichen
Seiltechnik, Einsatzsanitätsdienst, Drohnen, Sicherungsschützen sowie
Einsatzmittel- und Öffnungstechnik.

WEGA mit langer Tradition

Die Geschichte der heutigen Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung
reicht bis in die Erste Republik zurück. 1928 wurde bei der damaligen
Bundespolizeidirektion Wien die „Bereitschaftsabteilung“ gegründet,
die kurze Zeit später in „Alarmabteilung“ umbenannt wurde. Nach der
neuerlichen Gründung 1955 erfolgte 1959 die endgültige Umbenennung in
Alarmabteilung.

Heute ist die WEGA ein Teil der Abteilung Sondereinheiten der
Landespolizeidirektion Wien. Mit rund 250 Bediensteten ist sie 24
Stunden am Tag, sieben Tage die Woche im Wiener Stadtgebiet präsent
und steht bei besonderen Gefahrenlagen rasch zur Verfügung.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at

Redaktioneller Anspruch

Bauguide erklärt komplexe Bau- und Wohnthemen verständlich, praxisnah und mit Blick auf österreichische Rahmenbedingungen.