Schmuckenschlager: Frühere Auszahlung des Agrardiesels entlastet Betriebe

St. Pölten (OTS) – Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich begrüßt
die Entscheidung
der Bundesregierung, die Auszahlung des Agrardiesels auf Dezember
2026 vorzuziehen. „Das ist ein wichtiger Beitrag zur Entlastung der
heimischen land- und forstwirtschaftlichen Familienbetriebe in einer
wirtschaftlich angespannten Situation“, so Johannes
Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer
Niederösterreich.

Die hohen Kosten für Treibstoff, Dünger und Energie setzen die
heimischen Bäuerinnen und Bauern weiterhin massiv unter Druck.
„Gerade deshalb ist es wichtig, dass notwendige Entlastungen rasch
wirksam werden. Unsere bäuerlichen Familienbetriebe brauchen in
dieser herausfordernden Situation verlässliche und wettbewerbsfähige
Rahmenbedingungen“, betont Schmuckenschlager. Die
Landwirtschaftskammer Niederösterreich hat sich daher konsequent für
die Weiterführung des Agrardiesels eingesetzt. Schmuckenschlager
erklärt: „Der Agrardiesel trägt dazu bei, Wettbewerbsnachteile der
österreichischen Bäuerinnen und Bauern im EU-Vergleich abzufedern.
Wer regionale Lebensmittelproduktion, Versorgungssicherheit und hohe
Standards will, muss auch die wirtschaftliche Grundlage dafür
absichern.“

Versorgungssicherheit und Klimaschutz gemeinsam denken

Für Schmuckenschlager zeigt die aktuelle Diskussion rund um
Agrardiesel und Betriebsmittelkosten vor allem eines:
Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz müssen
gemeinsam gedacht werden. „Klimawandel und Betriebsmittelkrise – das
scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein. Einerseits
wächst der Druck, Emissionen zu reduzieren, andererseits braucht es
Entlastungen bei CO₂-Kosten. Im Kern geht es aber um die Frage, wofür
Energie eingesetzt wird und welchen Nutzen sie für die Gesellschaft
schafft“, erklärt der Kammerpräsident.

Der gezielte Einsatz von Betriebsmitteln auf Basis fossiler
Rohstoffe wie Treibstoff und Dünger ermögliche es der Land- und
Forstwirtschaft, hochwertige Lebensmittel, nachwachsende Rohstoffe
und erneuerbare Energie bereitzustellen. „Diese Effizienz ist Teil
der Lösung und nicht Teil des Problems. Deshalb ist es wichtig, dass
die Bundesregierung die Forderung nach dem Agrardiesel aufgegriffen
hat und damit die Basis für eine wirtschaftlich tragfähige Produktion
stärkt“, so Schmuckenschlager.

Auch bei Düngemitteln braucht es Entlastung

Vor diesem Hintergrund sieht die Landwirtschaftskammer
Niederösterreich auch bei den CBAM-Zöllen auf Düngemittel dringenden
Handlungsbedarf. Durch den CO₂-Grenzausgleich drohen zusätzliche
Kosten für landwirtschaftliche Betriebe, die die ohnehin hohen
Betriebsmittelpreise weiter verschärfen. „Zusätzliche CO₂-Grenzkosten
auf Düngemittel schwächen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe
weiter. Daher braucht es hier rasch praktikable Lösungen seitens der
EU“, fordert Schmuckenschlager.

Positiv bewertet die Landwirtschaftskammer Niederösterreich, dass
auch die EU-Kommission die Problematik erkannt hat und bis 19. Mai
einen Aktionsplan für Düngemittel vorlegen will. Hier bleibt zu
hoffen, dass die Kommission tatsächlich wirksame Maßnahmen ergreift.
„Wer Versorgungssicherheit und hohe Produktionsstandards will, muss
auch wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen sicherstellen“, so
Schmuckenschlager abschließend.