Wien (OTS) – Lärm zählt laut WHO zu den größten
Umwelt-Krankheitsauslösern unserer
Zeit. Zu viel Lärm stört den Schlaf, erhöht das Risiko für Herz-
Kreislauf-Erkrankungen, kann Tinnitus begünstigen und beeinflusst die
geistige Entwicklung von Kindern. Millionen Menschen sind täglich
betroffen. Auch in Österreich ist Lärm für viele Menschen eine
dauerhafte Belastung: Laut Statistik Austria fühlen sich 37 Prozent
der Bevölkerung, also mehr als ein Drittel, in der eigenen Wohnung
durch Lärm gestört. In der aktuellen „Dok 1“-Ausgabe „RUHE BITTE!!!
Was Lärm mit uns macht“ geht Lisa Gadenstätter am Mittwoch, dem 8.
April 2026, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON der Frage nach,
welche Lärmquellen als besonders belastend empfunden werden – und was
ständige Beschallung mit Körper und Psyche macht.
Sie trifft Menschen, die tagtäglich mit Lärm leben müssen: Emin
A. wohnt mit seiner Familie direkt neben der U6. Im Minutentakt rasen
die Züge mit bis zu 80 km/h an seinem Fenster vorbei. Ernst Czerny
lebt seit 25 Jahren am Wiener Gürtel – so wie rund 80.000 andere
Menschen. Für ihn wirkt es, als hätten viele Autofahrerinnen und
Autofahrer längst vergessen, dass der Gürtel nicht nur Verkehrsader,
sondern auch Wohnraum ist.
In Linz spricht Lisa Gadenstätter mit Anrainerinnen und Anrainern
einer Sportmittelschule. Seit dem Ausbau der Sporthalle vor zwei
Jahren finden dort regelmäßig Veranstaltungen statt – mit
Fangesängen, Trillerpfeifen und lautem Publikum. Für das Ehepaar
Kirchmayr und ihre Kinder ist die Situation zunehmend belastend. Sie
denken bereits daran, ihr Haus zu verkaufen.
Doch Lärm muss nicht immer ohrenbetäubend laut sein, um krank zu
machen. Oft liegt es an bestimmten Frequenzen oder permanenten
Geräuschen, die Menschen um den Schlaf bringen und an ihre Grenzen
führen. Ingeborg Eberharter aus Neumarkt in der Steiermark kämpfte
jahrelang mit dem Lärm eines benachbarten Heizwerks. Mehr als vier
Jahre hinweg war sie dauerhaftem Surren ausgesetzt. Alfred Snopek und
Doris Bremberger leben direkt neben dem Bahnhof St. Andrä-Wördern.
Ihnen macht aber nicht der Zugverkehr zu schaffen, sondern jene
Garnituren, die mit laufenden Motoren am Gleis stehen und auf die
Abfahrt warten. Das ständige Surren verfolgt die beiden in den
Schlaf.
Florian Aigner, heute 42 Jahre alt, arbeitete ab seinem 16.
Lebensjahr als Schlosser im Rohrbau. An Gehörschutz denkt, als er zu
arbeiten beginnt, kaum jemand. Das hat dramatische Folgen: Inzwischen
ist Florian Aigner durch Tinnitus und Geräuschempfindlichkeit nicht
mehr arbeitsfähig.
Lisa Gadenstätter begibt sich auf die Suche nach den Ursachen und
Auswirkungen von Lärm – und geht der Frage nach, ob und wo wir in
einer schnelllebigen, lauten Welt der Dauerbeschallung überhaupt noch
Ruhe finden können.





