Rauchstopp entscheidend: LEAD-Studie zeigt Wandel beim Nikotinkonsum in Österreich

Wien (OTS) – Eine aktuelle Auswertung der LEAD-Studie (Lung, hEalth,
sociAl, boDy)
des Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengesundheit, unterstützt
durch den Wiener Gesundheitsverbund und die Sigmund Freud
Medizinische PrivatUniversität Wien, zeigt: Der klassische
Zigarettenkonsum in Österreich ist zwar leicht rückläufig, jedoch
weiterhin hoch im europäischen Vergleich. Neue Nikotinprodukte
gewinnen insbesondere bei jungen Menschen an Bedeutung und mehr
Frauen als Männer konsumieren regelmäßig. Prävention, Rauchstopp und
gezielte Unterstützung bleiben entscheidend. Rauchen bleibt in
Österreich eine der größten vermeidbaren Gesundheitsgefahren.

Zwtl.: Rauchstopp bringt in jedem Alter Verbesserung

Im Rahmen der LEAD-Studie werden mehr als 15.000 Teilnehmer*innen
im Alter von 6 bis 82 Jahren seit 12 Jahren begleitet. „Die aktuellen
Daten zeigen, dass bereits rund 7% der Jugendlichen rauchen. Im
Durchschnitt wird mit 15 Jahren erstmals zu Nikotinprodukten
gegriffen. Mädchen konsumieren gleichermaßen wie Buben“, erklärt
Robab Breyer-Kohansal, Abteilungsvorständin der Lungenabteilung an
der Klinik Hietzing sowie Gründungsmitglied und wissenschaftliche
Leiterin der LEAD-Studie. Da sich sowohl Lunge als auch Gehirn in
diesem Alter noch in Entwicklung befinden, reagieren beide Organe
besonders sensibel auf Nikotin und andere Inhaltsstoffe. Ein früher
Einstieg erhöht laut Studie daher die Wahrscheinlichkeit einer
langfristigen Gewohnheit.

Zwtl.: Neue Produkte verändern das Konsumverhalten

Jugendliche verwenden zunehmend E-Zigaretten, Vapes, erhitzte
Tabakprodukte sowie Wasserpfeifen und keine klassischen Zigaretten.
Neue Produkte gelten zwar als „moderne Alternative“, bergen aber
genauso gesundheitliche Risiken unterstreicht Breyer-Kohansal: „Auch
wenn einige dieser Produkte als Alternative vermarktet werden,
enthalten auch sie Nikotin und führen zur Abhängigkeit. Ebenso
beobachten wir auch den sogenannten Parallelkonsum, also die
gleichzeitige Verwendung unterschiedlicher Produkte. Weniger
gerauchte Zigaretten bedeuten nicht automatisch weniger
Nikotinkonsum.“

Zwtl.: Auswirkungen auf Körper und Psyche

Schlechte Lungenfunktion, Atemwegsprobleme, COPD, Herz-Kreislauf-
Belastung und psychische Belastungen – die Liste der Symptome ist
lang. Besonders besorgniserregend ist, dass diese bereits im
mittleren Erwachsenenalter auftreten. Ein Rauchstopp beeinflusst die
Gesundheit unabhängig vom Alter positiv. Wer mit dem Rauchen oder dem
Konsum von Nikotinprodukten aufhört, kann sein Risiko für Lungen- und
Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken. Bereits nach kurzer Zeit
zeigen sich messbare Verbesserungen. Wer früh aufhört, profitiert
langfristig von besseren gesundheitlichen Entwicklungen. Aber auch
ein späterer Ausstieg lohnt sich. Wie Daten der
Weltgesundheitsorganisation WHO belegen, kann ein Rauchverzicht
selbst nach einer Krebsdiagnose den Therapieverlauf positiv
beeinflussen. Der Verzicht auf Nikotin unterstützt die Behandlung und
verbessert die allgemeine körperliche Belastbarkeit.

Zwtl.: Aufklärung und Prävention wichtiger denn je

Die Ergebnisse der Lead-Studie verdeutlichen: Das Rauchverhalten
der Österreicher*innen ist weiterhin besorgniserregend hoch, ihr
Konsumverhalten verändert sich und der Einstieg in die
Nikotinabhängigkeit findet bereits sehr früh statt. „Frühe Aufklärung
über unterschiedliche Nikotinprodukte ist entscheidend, damit es erst
gar nicht zu einer Nikotinabhängigkeit kommt. Denn jede vermiedene
Zigarette und jede überwundene Nikotinsucht ist ein Gewinn für die
persönliche Gesundheit“, so Breyer-Kohansal. Projekte, wie das
„Lungenkrebs-Früherkennungsprogramm“ sind darüber hinaus wichtig, um
Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und die Heilungschancen deutlich
zu verbessern.

Zwtl.: Lungenabteilungen des Wiener Gesundheitsverbundes:

– Klinik Hietzing

– Klinik Ottakring

– Klinik Floridsdorf

– Standort Penzing der Klinik Ottakring

– AKH Wien

Zwtl.: Service Links:

– LEAD-Studie

– Ludwig Boltzmann Institut